Auszug - Verordnung für die vorübergehende Aufhebung der Schonzeit des Schwarzwildes bis auf führende Bachen  

Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Mi, 09.06.2010 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:00 - 17:40 Anlass: Sitzung
Raum: Feuerwehrtechnische Zentrale Barrien
Ort: Bremer Straße 39, 28857 Syke
VO/2010/038 Verordnung für die vorübergehende Aufhebung der Schonzeit des Schwarzwildes bis auf führende Bachen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:Stötzel
Federführend:FD 32 - Sicherheit und Ordnung   
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll:

Herr Speckmann führt zunächst in das Thema ein. Die derzeit gültige Verordnung tritt mit Ablauf des 31.03.2011, dem Ende des aktuellen Jagdjahres, außer Kraft.

Da im Jahr 2010 voraussichtlich nur noch eine Ausschusssitzung stattfindet, wird bereits in der heutigen Sitzung über eine eventuelle Verlängerung der Verordnung abgestimmt.

Herr Speckmann weist an dieser Stelle darauf hin, dass der Kreisjagdbeirat in seiner Sitzung am 08.04.2010 nach einer ausführlichen Diskussion einer Verlängerung dieser Verordnung für drei weitere Jagdjahre bis zum 31.03.2014 zugestimmt hat.

 

Herr Kreisjägermeister Dr. Reeßing spricht zunächst den starken Anstieg der Jagdstrecke von Schwarzwild im Landkreis Diepholz an. Die Jagdstrecke von Schwarzwild ist von 130 Stück im Jagdjahr 2000/2001 auf 539 Stück im Jagdjahr 2009/2010 angestiegen und hat sich somit in diesem Zeitraum vervierfacht.

Durch diesen starken Anstieg steigt auch das Risiko von Wildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen und an der Infektion mit dem Virus der klassischen Schweinepest. Durch die hierdurch bestehende Gefahr des Ausbruchs der Schweinepest besteht ein erhebliches finanzielles Risiko für die Veredlungsregionen in Niedersachsen, zu denen auch der Landkreis Diepholz zählt. Der Schaden, der bei einem Ausbruch der klassischen Schweinepest auftreten könnte, beträgt für Betriebe und Regionen in Niedersachsen

ca. drei Milliarden Euro.

Aus diesen Gründen wird auch vom Nds. Landwirtschaftsministerium in Absprache mit den Vertretern der Landwirtschaft und der Jägerschaft eine intensive Schwarzwildbejagung gefordert. Die derzeitige Lage erfordert einen sofortigen verstärkten Eingriff in die Schwarzwildbestände.

 

Herr Dr. Reeßing erklärt weiterhin, dass der Kreisjagdbeirat in seiner Sitzung am 08.04.2010 nach intensiver Diskussion und in Absprache mit dem Veterinäramt des Landkreises Diepholz die Verlängerung dieser Verordnung empfiehlt und bittet um Befürwortung durch den Ausschuss.

 

Abgeordneter Schröder hinterfragt die Notwendigkeit der Verlängerung dieser Verordnung und bittet Herrn Dr. Reeßing gleichzeitig um Stellungnahme, welche Ziele mit dieser Verordnung erreicht werden sollen und ob die Zielerreichbarkeit gewährleistet ist bzw. gewährleistet werden kann.

 

Herr Dr. Reeßing erläutert das Problem der „Ansprechbarkeit“ von Schwarzwild. Die Bejagung von Schwarzwild ist allein deshalb sehr problematisch, weil Schwarzwild nur in Rotten und größeren Gruppen auftritt und auch dementsprechend wechselt, z.B. vom Wald in ein Maisfeld.

Aufgrund dessen besteht auch die große Schwierigkeit, bei einer Treib- oder Drückjagd innerhalb von wenigen Sekunden zu entscheiden, ob es sich bei dem Schwarzwild um einen Keiler, eine Bache, eine führende Bache oder um einen Frischling handelt.

Bei einer Verlängerung der Verordnung über die Aufhebung der Schonzeit vereinfacht sich die Jagdausübung um ein vielfaches, weil bis auf führende Bachen jegliches Schwarzwild ganzjährig bejagt werden darf.

 

Als Ziel führt Herr Dr. Reeßing die Verminderung bzw. die Vermeidung einer Erhöhung des aktuellen Schwarzwildbestandes an. Anhand der Schwarzwildstrecken der letzten Jahre im Landkreis Diepholz lässt sich belegen, dass dieses Ziel mit der Verlängerung der Verordnung erreicht werden kann. Seit dem Inkrafttreten der derzeit gültigen Verordnung hat sich der Bestand an Schwarzwild nicht erhöht.

Um die Zielerreichung weiterhin zu gewährleisten sei es erforderlich, dass die Verordnung für die Dauer der nächsten drei Jagdjahre bis zum 31.03.2014 verlängert wird.

 

Vorsitzender Dr. Genthe bedankt sich bei Herrn Dr. Reeßing für seine Ausführungen und bittet den Ausschuss um Beschlussfassung.

Beschluss:

Beschluss:

Der Empfehlung des Kreisjagdbeirates vom 08.04.2010 für die vorübergehende Aufhebung der Schonzeit des Schwarzwildes bis auf führende Bachen wird zugestimmt und die beigefügte Verordnung erlassen.

Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis:

Einstimmig