Auszug - Sachstandsbericht Rettungsdienst  

Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit
TOP: Ö 5
Gremium: Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 21.06.2011 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:00 - 16:10 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
VO/2011/072 Sachstandsbericht Rettungsdienst
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:van Lessen (i. V.)
Federführend:FD 32 - Sicherheit und Ordnung   
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Speckmann berichtet über den Rettungsdienst im Landkreis Diepholz. Während seiner Ausführungen wird das Logo der „Rettungsdienst Landkreis Diepholz GmbH“ in Umlauf gegeben. Das Design ist an das Logo des Landkreises angelehnt und wurde von Landrat Stötzel genehmigt.

 

Der Bedarfsplan Rettungsdienst wurde am 18.03.2011 vom Kreisausschuss einstimmig beschlossen. Die Arbeits- und Qualifizierungsgesellschaft (AQua) wurde bereits im Vorfeld in die gemeinnützige „Rettungsdienst Landkreis Diepholz GmbH“ umgewidmet. Diese tagte zum ersten Mal am 18.02.2011, der Wirtschaftsplan für das Jahr 2011 wurde am 18.03.2011 beschlossen.

 

Mit dem DRK werde man weiterhin eng zusammenarbeiten und auf die Erfahrung zurückgreifen, so zum Beispiel bei der Bestellung von Rettungswagen. Es wurde ein Fahrzeug (Mercedes Sprinter) gekauft, das durch die Firma „Hospimobil“ in Aurich zum Rettungsfahrzeug aufgebaut wird. Das notwendige medizinische Gerät wie Tragen, Defibrillatoren, Beatmungsgeräte etc. sind bestellt, sodass der Rettungswagen Ende Juli bis Anfang August einsatzbereit sein soll, passend zur Betriebsaufnahme der Rettungswache in Bruchhausen-Vilsen am 01.08.2011. Durch bereits erfolgte Ausschreibungen sei bereits hoch motiviertes Personal mit einem guten Altersschnitt gefunden worden.

 

Anhand einer Landkreiskarte zeigt Herr Speckmann die Alarm- und Ausrückeordnung in den einzelnen Einsatzbereichen des Rettungsdienstes auf. Die flächenmäßig erkennbar größten Einsatzbereiche sind Diepholz und Sulingen. Für den Einsatzbereich Diepholz ist eine Außenstelle in Rehden im Bau, die mit einem Rettungswagen aus Diepholz bestückt werden soll; auch in Sulingen sei die Standortfrage geklärt. In Drentwede hingegen müsse derzeit noch mit Samtgemeinde und Bauamt ein passender Standort abgestimmt werden. Bisherige Vorschläge mussten entweder aufgrund von Beschwerden oder wegen anderer (baurechtlicher) Hindernisse verworfen werden. Die Rettungswache in Bassum werde das vorübergehend in Bruchhausen-Vilsen stationierte Fahrzeug bekommen, sobald der neu bestellte RTW in der Rettungswache in Bruchhausen-Vilsen eingesetzt werden kann. In Leeste suche das DRK derzeit noch nach einem passenden Grundstück für eine Rettungswache.

 

Anschließend geht Herr Speckmann auf den Betrieb der Rettungswache in Bruchhausen-Vilsen ein. Die Einsatzdisposition werde über die Leitstelle erfolgen, die Rettungswache werde mit einem Funk-, Daten- und Informationssystem ausgestattet, welches auch Digitalfunk unterstützt. In einer Vereinbarung mit dem DRK wurde festgelegt, dass die Abrechnung der Einsätze durch das DRK in Syke erfolgt, da von den Krankenkassen nur eine Abrechnungsstelle pro Landkreis akzeptiert wird.

 

Herr Amelung möchte wissen, auf welche Marke die Wahl bei der Beschaffung des RTW gefallen ist. Herr Speckmann antwortet, dass man sich aufgrund der guten Erfahrungen des DRK mit dem Mercedes Sprinter für dieses Modell entschieden habe. Darüber hinaus hat Herr Amelung eine Nachfrage hinsichtlich des Standorts für eine Rettungswache in Drentwede. Als mögliche geeignete Örtlichkeiten nennt er den Bereich in der Nähe der Tankstelle Rohlfs sowie das Schützengelände. Herr Speckmann stellt die bisherigen Schwierigkeiten bei der Suche nach einem passenden Standort dar. Sowohl das „Wunschgrundstück“ als auch einige Alternativen seien nicht möglich gewesen. Er betont, dass auf die lokalen Kenntnisse gesetzt werden müsse, falls sich in den Gesprächen mit der Samtgemeinde und dem Bauamt keine Lösung finden lasse.

 

Herr Vogeler fragt nach der Anzahl der Aufbauhersteller für Rettungswagen hinsichtlich der bekannt gewordenen Preisabsprachen von Feuerwehrfahrzeugherstellern. Herr Speckmann gibt an, dass es eine relativ große Anzahl (ca. 7-9) kleinerer Firmen gebe, die Fahrzeuge zum Rettungswagen aufbauen, sodass Preisabsprachen unwahrscheinlich seien.

 

Herr Tacke fragt, ob es im Bereich Wagenfeld/Ströhen aufgrund der exponierten Lage bei Notrufen eine automatische Umlenkung zur nächstgelegenen Leitstelle gebe. Herr Speckmann sagt, es gebe ein Standardvorgehen, wonach Notrufe zur zuständigen Leitstelle weitergeleitet werden. Falls es in der Vergangenheit Fehler gegeben habe, seien dies Einzelfälle gewesen. In der Regel werde schnell Kontakt zu Nachbarleitstellen aufgenommen.

Herr Ritterhoff bestätigt diese Ausführungen.

 

Herr Stieglitz zeigt sich zunächst erleichtert, dass sich das Kartellproblem entspannt habe. Er möchte wissen, ob die Notärzte an den jetzigen Standorten bleiben. Hierauf antwortet Herr Speckmann. Der Bedarfsplan sehe derzeit keine Änderungen vor, d.h. die jeweiligen Notärzte befinden sich in den verschiedenen Krankenhäusern im Landkreis. In Leeste befinden sich die Notärzte tagsüber im Ärztehaus, in der Nacht in der Rettungswache. In Sulingen sei ein Notarzt am Krankenhaus stationiert, sodass dort immer ein Fahrzeug zur Verfügung stehe.

 

Herr Ritterhoff spricht einen konkreten Vorfall in Syke an, bei dem eine Frau auf einem Parkplatz mit einer Schere attackiert wurde. Nach seinem Kenntnisstand habe es lange gedauert, bis der Rettungsdienst eingetroffen sei. Hierauf entgegnet Herr Zurmühlen, der zufälligerweise als Zeuge vor Ort war, dass dies nicht der Fall gewesen sei. Seiner Meinung nach war der Rettungsdienst sogar ziemlich schnell vor Ort.

 

Erster Kreisrat van Lessen geht erneut auf die Frage von Herrn Stieglitz ein und teilt mit, dass an den bekannten Standorten vier Notarztwachen bestehen. Zwar werde das zur Verfügung stehende Personal aufgrund des Ärztemangels generell knapper, jedoch solle die Zahl der Notarztwachen nicht reduziert werden. Dies gestalte sich in der Zukunft allerdings schwierig, da die Kostenträger nur begrenzte Preissteigerungen akzeptieren.

 

Abschließend betont Herr Vogeler, dass der Fachausschuss zufrieden mit der Verwaltung sein könne. Vorsitzender Ritterhoff teilt den Dank.