Auszug - Erlass einer Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen im Gebiet des Landkreises Diepholz, die sich außerhalb der Wohnungen ihrer Halter frei bewegen (KatzenV)  

Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Di, 26.06.2012 Status: öffentlich
Zeit: 16:00 - 18:30 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
VO/2012/085 Erlass einer Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen im Gebiet des Landkreises Diepholz, die sich außerhalb der Wohnungen ihrer Halter frei bewegen (KatzenV)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:van Lessen (i. V.)
Federführend:FD 39 - Veterinärwesen und Verbraucherschutz   
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll:

Frau Dr. Eisenack erläutert die Sachlage zur Kastrationspflicht. Die Katzenproblematik sei in Nord- und Südkreis unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen seien bereits Kastrationsverordnungen umgesetzt worden. Durch die Verordnung würde man ein Signal an die Bevölkerung aussenden. Ziel sei eine kleine und gesunde Population. Für die Umsetzung sei die jeweilige Gemeinde vor Ort zuständig.

 

Herr Riedemann fragt nach der geplanten Zuordnung der Katzen zu den Haltern. Er sehe diese skeptisch.

 

Frau Dr. Eisenack antwortet, sie sehe die Problematik ebenso. Demgegenüber stehe die hohe Anzahl an Fundkatzen und herrenlosen Katzen, derer man Herr werden müsse. Die Verordnung solle die Störung der öffentlichen Ordnung durch viele Katzen verhindern. Sie gehe von der Rechtskonformität der Verordnung aus.

 

Vorsitzender Dr. Genthe ergänzt, von Seiten des Landes Niedersachsen sei keine Gesetzesinitiative geplant.

 

Erster Kreisrat van Lessen fügt hinzu, dass die Zuständigkeit für die Durchführung bei der Gemeinde angesiedelt sei, es sich aber um eine kreisweite Verordnung nach dem Nds. SOG handele.

 

Frau Roitsch-Schröder fragt an, ob man aufgrund der Verordnung dann ein Mäuse- oder ein anderes Schädlingsproblem habe.

 

Frau Dr. Eisenack antwortet, man müsse grundsätzlich zwischen einem Ratten- und einem Mäuseproblem unterscheiden. Das Rattenproblem finde man vorwiegend in städtischen Gebieten. Bei solchen Problemen sei eine andere Schädlingsbekämpfung als die durch Katzen angezeigt. Sie sehe keinen Zusammenhang zwischen einer Mäuseschwemme und der Kastrationspflicht für Katzen. Bisher sei ihr hierüber auch nichts bekannt. Von ihr werde eher das Problem des Wegschnappens von Singvögeln durch freilaufende Katzen gesehen.

 

Herr Engelbart äußert, dass er selbst auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Südkreis lebe. Er sehe auch hier aufgrund der hohen Katzenpopulation die Kostenproblematik und die Problematik mit den Singvögeln.

 

Herr Wehrbein sagt, dass er im Zusammenhang mit der Verordnung zunächst rechtliche Bedenken hatte. Diese seien nun weitestgehend ausgeräumt. Er sehe ebenfalls den Umweltschutzzweck in der Verordnung.

 

Frau Dr. Eisenack fügt hinzu, dass Züchter, welche gegen die Verordnung klagen könnten, weil sie ihre Katzen nicht kastrieren möchten, ihre Tiere in den überwiegenden Fällen ohnehin im Haus halten würden und die Kastrationspflicht ja nur für freilaufende Katzen gelte. Diese Form der Katzenhaltung könne genauso gut artgerecht ausgestaltet sein, die Tiere müssten nicht unbedingt im Freien laufen gelassen werden, damit die Haltung artgerecht sei.

 

Herr Kreisjägermeister Hespe sieht ebenfalls die Kostenproblematik durch die hohe Katzenpopulation, welcher man mit der Verordnung versuchen müsse entgegen zu wirken. Er sei optimistisch, dass sich die Situation mit der Kastrationsverordnung verbessern werde.

 

Frau Dr. Eisenack erörtert, dass kastrierte Katzen in einem kleineren Revier jagen würden. Die Überlebenschance der Tiere würde steigen, da es weniger Rangkämpfe gebe.

 

Herr Iven sieht das Mäuseproblem nicht. Andere Tiere wie Greifvögel und Füchse hätten dann mehr Futter. Er begrüße die Verordnung.

 

Frau Dr. Eisenack erläutert die Kosten für eine Kastration und Chippen, diese lägen bei ca. 90 € pro Tier.

 

Herr Barthel sieht ebenfalls die Problemlage in den Tierheimen. Die SPD-Fraktion begrüße die Verordnung.

 

Herr Dr. von Tiepermann erinnert daran, dass Katzen gerade für ältere Menschen eine psychologisch wertvolle Bedeutung hätten. Diese müssten davon überzeugt werden, die Katzen nicht zu füttern.

Beschluss:

Beschluss:

Die in der Anlage der Sitzungsvorlage VO/2012/085 beigefügte Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen im Gebiet des Landkreises Diepholz, die sich außerhalb der Wohnungen ihrer Halter frei bewegen (KatzenV), wird beschlossen.

Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis:

Einstimmig