Auszug - Schwerpunkt-Thema "Einführung der schulischen Inklusion"  

Sitzung des Kreisbehindertenbeirates
TOP: Ö 3
Gremium: Kreisbehindertenbeirat Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 21.05.2013 Status: öffentlich
Zeit: 16:30 - 19:45 Anlass: Sitzung
Raum: Rathaus Stuhr
Ort: Blockener Str. 6, 28816 Stuhr
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Landrat Bockhop erläutert, dass der Landkreis Diepholz die schulische Inklusion mit der notwendigen Unterstützung beginnt die zurzeit aktuell erforderlich ist. Es wird nicht jede Schule sofort optimal ausgestattet solange noch kein konkreter Bedarf vorliegt.

 

Frau Carstens, Vertretung der Landesschulbehörde Niedersachsen, erläutert dass das Schulgesetz zur Inklusion am 20.06.2012 verabschiedet wurde. Es wird zum 01.08.2013 wirksam. Am 31.01.2013 wurden weitere Verordnungen erlassen. Es haben bereits Fortbildungen für Grundschulen, Förderschullehrer, Fachberater durchgeführt.

Es werden weitere Qualifizierungen und Workshops für die Schulleiter und Lehrkräfte angeboten.

Inklusiv beschult werden Schüler ab Klasse 1 oder Klasse 5 mit dem Förderschwerpunkt Lernen und Sprache. Der Elternwille ist maßgeblich unter Berücksichtigung der Schulbezirke.

Die Primarbereiche der Förderschulen Schwerpunkt Lernen und Sprache laufen aus.
Für die Schüler mit Förderbedarf sind Förderkommissionen verpflichtend. Das Gutachten mit den Empfehlungen zum Förderschwerpunkt geht an die Eltern.

Die Ressourcenzuweisung kann nur zum 01.02. und 01.08. erfolgen.

Es werden in der Regel für SchülerInnen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung an sonderpädagogischem Unterstützung 5 Stdn., für SchülerInnen mit dem Förderschwerpunkt Lernen und Sprache 2 Stdn. (Lehrerwochenstunden) zugewiesen.

 

Herr Lyko, Vertreter des Landkreises Diepholz, Leitung des Fachbereichs Bildung,  erklärt die Zuständigkeiten des Landkreises:

Für den Sekundarbereich 1 als Schulträger, für die Schülerbeförderung das Bildungsbüro. Es wurden Schwerpunktschulen definiert: Oberschule Sulingen, Oberschule Wagenfeld. Es stehen 130.00 EUR zur Verfügung. Zusätzlich 400.000 EUR für das Gymnasium Sulingen, da dort Fachräume auf jeden Fall verlegt werden müssen.

Zurzeit werden ca.15-20 Kinder erwartet, die Inklusiv beschult werden sollen.

 

Herr Gellert, Vertreter der Schulträger der Grundschulen im Landkreis Diepholz, erläutert die unterschiedliche Situation im Landkreis für die Schulträger und deren Prämissen u. a. am Beispiel Stuhr. Bauliche Veränderungen werden - wo erforderlich - durchgeführt. Weitere Eckpunkte sind die Regionalisierung des Angebotes, Dezentralisierung der Hilfen, Einbeziehung von Therapien in den Unterricht, Sonderförderung, Ganztagsbetreuung, grundsätzlich kein Ausschluss eines Kindes auf Grund seiner Behinderung.

Er sieht noch große Probleme bei der Abstimmung und Ressourcenzuteilung zwischen Schulleitungen, Landesschulbehörde und Schulträger.

 

Herr Ehrlich, Vertreter der Förderschulen, Schulleitung Förderzentrum Leester Heide, macht auf Übergangschwierigkeiten zur inklusiven Beschulung aus Sicht der Förderschulen aufmerksam. Berichtet, dass die Förderschulen sich auf die neue Situation vorbereitet haben.

 

Frau Kurz, Vorsitzende des Kreiselternrates im Landkreis Diepholz, fordert Ganztagsschulen als „Muss“ in jeder Gemeinde, damit die Eltern der Schüler mit Förderbedarf durch die Inklusion nicht schlechter gestellt werden als wenn Sie ihr Kind in eine Förderschule schicken würden. Sie begrüßt dass es jetzt endlich ein Wahlrecht für Eltern gibt, das bedeutet aber, es muss auch ein wirklich gleichwertiges Angebot geben.

 

Herr Lensing, Vertreter der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz gGmbH, Geschäftsführung, glaubt nicht an eine schnelle flächendeckende Umsetzung. Er würde es sehr begrüßen wenn auch Tagesbildungsstätten zu Regelschulen werden könnten.

 

Frau Stelljes, Vertreterin der Lebenshilfe Syke e.V., Schulleitung der Tagesbildungsstätte Erlenschule Syke, sieht aktuell keine Möglichkeit auf Förderschulen zu verzichten, da 5 Std. Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung pro Woche für ein Kind mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in keinem Falle ausreichend sind.

Aktuell läuft zwischen der Erlenschule und der Grundschule Heiligenfelde ein erfolgreiches Kooperationsprojekt.

 

Laut Herrn Lensing fand keine Abfrage der Eltern von Kindern in Kindergärten der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz statt, ob sie beim Übergang vom Kindergarten in die Schule ihre Kinder in Inklusionsklassen der Allgemeinen Regelschulen oder in den Tagesbildungsstätten unterrichten lassen wollen.

Herr Lyko will das prüfen lassen.

 

Als ein wichtiges Problem erweist sich eine gute Aufteilung der Schulassistenzen in verschiedenen Klassen im Landkreis. Zurzeit werden 71 SchülerInnen im Landkreis von Schulassistenzen betreut.

 

 

 

Frau Strake dankt allen Anwesenden und beendet die Sitzung um 19:00 Uhr.