Auszug - Bericht über den Umgang mit Kindern mit sozial-emotional herausforderndem Verhalten in Kindertageseinrichtungen und -tagespflege  

Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 26.09.2013 Status: öffentlich
Zeit: 16:00 - 18:20 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
Zusatz: Zu Beginn der Sitzung wird der Film zum Patenprojekt der Jugendberufshilfe gezeigt.
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Klusmeyer erläutert, mit diesem Thema werde sich das Gremium unter dem Aspekt, wie man sich als Jugendhilfeträger der Thematik annehmen könne, sowohl in dieser Sitzung, als auch in der folgenden Sitzung im November zu befassen haben.

 

Die immer komplexer werdenden Auffälligkeiten zeigen sich nicht erst in den Schulen, sie werden bereits in den Kindertageseinrichtungen und in der Tagespflege deutlich. Die hier angesprochene Problematik wurde auch schon mehrfach in der Arbeitsgemeinschaft der Kindertagesbetreuung thematisiert.

 

Herr Klusmeyer weist darauf hin, dass es bei anderen Landkreisen und Kommunen durchaus gute Ansätze gebe, methodisch und fachlich auf vergleichbare Herausforderungen zu reagieren.

 

Der Fachdienst habe sich seit Ende des Jahres 2012 mit der Thematik befasst und sich auch verschiedene Konzepte vorstellen lassen.

Handlungsentscheidungen konnten bisher nicht getroffen werden, da diese mit Haushaltsressourcen verbunden sind.

 

Frau Steitz-Matiszick informiert medienunterstützt über die Entwicklung der Gesundheit von Kindern, von Auffälligkeiten, von Feststellungen, die im Rahmen von Schuleingangsuntersuchungen im Landkreis Diepholz getroffen wurden.

 

Die vorgestellte Präsentation ist dem Protokoll als Anlage beigefügt.

 

Als Vertreterin der AG Kindertagesbetreuung kann Frau Dlab die von Frau Steitz-Matiszick getroffenen Feststellungen aus ihrer Tätigkeit als Leiterin eines städtischen Hortes bestätigen.

 

Für den Alltag in Kindertagesstätten berichtet Frau Dlab exemplarisch von Situationen, dass zwei Kinder in einer Gruppe besondere Aufmerksamkeiten erfordern, während die übrigen Gruppenmitglieder in dieser Zeit häufig auf sich allein gestellt seien.

 

Hier werde immer wieder die Frage zu stellen sein, wie mit solchen Kindern, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, im KiTa-Alltag umzugehen sei. Die Erzieher bräuchten dringende Hilfen und Unterstützung in diesen Situationen.

 

Sie plädiert dafür, mit Hilfen früher einzusetzen und endet mit der Frage, wie eine Stärkung von Erziehern erfolgen kann, um entsprechende Situationen aufzufangen.

 

Frau Ravens macht darauf aufmerksam, dass die genannten Auffälligkeiten auch in der Tagespflege vermehrt festzustellen seien. Tagesmütter verfügen nicht über eine pädagogische Ausbildung; ihnen stehe hier ausschließlich die Fachberatung unterstützend und begleitend zur Verfügung, dennoch sei es auch in der Tagespflege notwendig, Entlastung bzw. Unterstützung zu schaffen.

 

Im Gremium wird die einmütige Auffassung vertreten, dass im Verlauf der Jahre eine grundlegende Veränderung eingetreten ist. Es sei eine steigende Tendenz erkennbar, nach der einzelne Kinder zunehmend schwerer in den Regelgruppen zu integrieren seien.

 

Es wird für wichtig erachtet, Erzieherinnen in ihren Tätigkeitsbereichen zu stärken und Unterstützung zukommen zu lassen.

 

Frau Röben-Guhr weist darauf hin, dass sich der Fachdienst seit dem Jahr 2010 mit dem Thema befasse, die besondere Schwierigkeit sei in der Vielfalt der Probleme zu sehen.

 

Herr Klusmeyer fügt ergänzend hinzu, der Fachdienst sehe ebenfalls dringende Handlungserfordernisse und habe die wesentlichen Aspekte in einem Informationspapier zusammengefasst. Dieses Papier werde dem Ausschuss heute als Tischvorlage vorgelegt. Hier würden erste Lösungsansätze schon angesprochen und es werde der Vorschlag eines multiprofessionellen mobilen Beratungsteams skizziert. Die Tischvorlage stelle zunächst eine Basisinformation für den JHA dar. In einem weiteren Schritt müssten in der kommenden JHA-Sitzung konkretisierende und handlungsleitende Beschlüsse gefasst werden.

 

Dafür werde eine Beschlussvorlage erarbeitet.

 

Zur Frage, wie ein mobiles Beratungsteam aufgestellt werden könne, würden dann verschiedene Varianten vorgestellt und konzeptionelle Vorschläge unterbreitet. Ebenfalls seien die daraus resultieren Haushaltswirkungen aufzuzeigen.

Um ein entsprechendes Modell für den Landkreis Diepholz im kommenden Jahr aufbauen zu können, müsste dazu im JHA im November die erforderliche Entscheidung getroffen werden. Mit der heutigen Information zu diesem Thema hätten alle Fraktionen auch schon einen zeitlichen Vorlauf, sich hinreichend vor der November-Sitzung mit der Thematik zu befassen.

 

Der Ausschuss nimmt die Informationen zu Kenntnis und ist mit dem vorgestellten Vorgehen einhellig einverstanden.