Auszug - Anträge auf Schulbegleitungen/-assistenzen im Rahmen der Jugendhilfe   

Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 6
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 26.09.2013 Status: öffentlich
Zeit: 16:00 - 18:20 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
Zusatz: Zu Beginn der Sitzung wird der Film zum Patenprojekt der Jugendberufshilfe gezeigt.
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Frau Human informiert rückblickend über die in den vergangenen Monaten entstandenen Irritationen hinsichtlich unterschiedlich geregelter Zuständigkeiten in den einzelnen Fachdiensten. Es habe sehr viele Nachfragen zu dem Thema Schulbegleitunggegeben, wobei die Antragsteller nicht nach den Zuständigkeitsregelungen verschiedener Fachdienste unterscheiden würden. Zwischen den betroffenen Fachdiensten seien jedoch klare Absprachen hinsichtlich Zuständigkeit und Ansprechpartner getroffen worden, über die auch die Schulen eine schriftliche Information erhalten haben. Den Mitgliedern des Schulausschusses wurde dieses Schreiben in Kopie zur Verfügung gestellt.

 

Ergänzend berichtet Frau Human, der Fachdienst Jugend sei nur dann zuständig, wenn bei dem betroffenen Schüler eine seelische Behinderung vorliege, in Fällen einer körperlich-geistigen Behinderung liege die Zuständigkeit ausschließlich beim Gesundheitsamt.

 

Sie informiert weitergehend, bis zur Erstellung eines für die Hilfegewährung notwendigen Gutachtens nehme es einen geraumen Zeitraum in Anspruch. Für diese Fälle sei für die Betroffenen eine Übergangslösung geschaffen worden.

 

Eine besondere Problematik liege jedoch darin, dass der Träger, der die Schulbegleitungen durchführe, in Einzelfällen keine Fachkräfte zur Verfügung stellen konnte.

 

Frau Human unterstreicht, ein betroffenes Kind habe in der Schule ohnehin eine Sonderstellung. Inklusion solle jedoch keine Sonderstellung vermitteln.

 

Das Anliegen des Landkreises sei es daher, den Schulen eine notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Dabei solle die inhaltliche Gestaltung den jeweiligen Schulen unterliegen.

 

Aus der Sicht der Verwaltung sei es effektiver, diesen Weg zu beschreiten und einen Paradigmenwechsel vorzunehmen.

 

In der Zwischenzeit seien Eckpunkte für eine mögliche Umsetzung erarbeitet worden, trotz einer Verschiebung von Mitteln innerhalb der Fachdienste Jugend und Soziales seien konkrete Kosten noch nicht bekannt.

 

Für die gegenwärtig bewilligten laufenden 100 Fälle stehen Mittel in Höhe von 2 Mio. zur Verfügung. Es werde davon ausgegangen, diese Mittel besser einsetzen zu können, um damit bessere Ergebnisse zu erreichen.

 

Mit diesem Paradigmenwechsel wolle man in den Grundschulen beginnen.

 

Frau Schwartz berichtet, allein im Jahr 2013 seien 121 Anträge für Schulassistenzen gestellt worden, 35 Anträge liegen dem FD 51 vor.

 

Sie berichtet von Anrufen betroffener Eltern, vom Unverständnis für das Verfahren und den zeitlichen Abläufen.

 

Frau Schwartz informiert weiterhin, dass im Landkreis Diepholz nur die Lebenshilfe als Anbieter für Schulbegleitungen/-assistenzen zur Verfügung stehe.

 

Sie bezeichnet es als notwendig, das pädagogische System an den Schulen zu stützen und für die Umsetzung der Schulbegleitung neue Wege zu beschreiten.

 

Herr Böckmann unterstützt die Ausführungen von Frau Human. Er unterstreicht die Notwendigkeit, das Bestreben der Pädagogen in den Vordergrund zu stellen.

 

Herr Albers führt aus, die Lehrer werden von der Inklusion überrollt. Die Schulen seien mit der Möglichkeit, 3-4 Wochenstunden Förderunterricht zu erteilen, nicht ausreichend ausgestattet.

 

Im Landkreis Nienburg sei bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, die sich mit dieser Thematik befasse, er rege daher auch einen Fachaustausch mit dem Landkreis Nienburg an.

 

Er rege ebenso eine gemeinsame nichtöffentliche Sitzung mit dem Schulausschuss zum Thema Inklusion an.

 

Frau Human fasst nach einer angeregten Diskussion zusammen, anhand der

Rückmeldungen könne festgestellt werden, hier den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

 

Sie weist darauf hin, dass mit dem Landkreis Nienburg über die Ebene der Sozialdezernenten Kontakte bestehen.

 

Es sei das Bestreben des Landkreises Diepholz, gemeinsame Konzepte mit den Schulen zu entwickeln. Hierzu werde noch im Oktober eine Fachbesprechung mit der Landesschulbehörde stattfinden.

 

Frau Schwartz macht darauf aufmerksam, dass es bereits eine Idee gibt, wie eine mögliche Umsetzung funktionieren könnte. Sie hält eine Änderung der Haltungen für zwingend erforderlich.

 

Frau Peukert lobt die gute Aufarbeitung des Themas. Sie unterstützt den Vorschlag, eine gemeinsame Sitzung mit dem Schulausschuss durchzuführen.