Auszug - Bericht der Verwaltung  

Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung und Umwelt
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 23.08.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:00 Anlass: Sitzung
Raum: Dorfgemeinschaftshaus Wachendorf
Ort: Kirchberg 6, 28857 Syke
Zusatz: Vor der Sitzung findet von 15:00 bis 15:45 Uhr die Besichtigung des Rosariums in Wachendorf statt. Treffpunkt: Zum Heussen 1, 28857 Syke
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll:

Herr Tänzer zeigt den Sitzungsteilnehmern eine Karte des Landkreises Diepholz, die das Wolfsvorkommen sowie die Schafhaltung darstellt. Gleichzeitig verweist er auf einige größere Landschaftspflegeschäfereien im Landkreis.

 

Er gibt zu bedenken, dass die jahrhundertelange Tradition der größeren Schäfereien, die durch die Schafhaltung die Landschaft pflegen, durch die hohe Aktivität an Wolfsrissen auf dem Spiel steht. Wenn die Schäfereien die Schafhaltung aus betriebswirtschaftlichen Gründen einstellen müssten, wird die Pflege der Naturschutzgebiete leiden. Um die Schafe zu schützen, besteht u. a. die Möglichkeit, diese über Nacht einzupferchen, in Ställe zu verbringen oder Herdenschutzhunde einzusetzen.

 

Auf die Notwendigkeit der Fortsetzung der Schafbeweidung in FFH-Gebieten weist er hin. Insofern sind die Schäfereien bei der Wolfsproblematik zu unterstützen. Die Diepholzer Moorschnucke ist eine schützenswerte Ursprungsrasse.

 

Die Anfrage von Herrn Lütjen, ob der Bau von Schafställen im FFH-Gebiet möglich ist, bejaht Herr Tänzer, weist aber gleichzeitig auf die Kosten hin.

 

Herr Borchers stellt die Frage, welche Rasse die angeführten Herdenschutzhunde haben.

 

Herr Tänzer erläutert, dass als Schutzhund verschiedene Rassen in Frage kommen. Der Kangal z. B. ist ein geeigneter Herdenschutzhund, so auch der Pyrenäen-Berghund. Der Herdenschutzhund muss gegenüber dem Schäfer und dem Hütehund verträglich sein. Die Schäfer sind selbstverständlich bei der Wahl der Schutzhunde darauf bedacht, dass diese gegenüber Besuchern und Spaziergängern nicht übergriffig sind.

 

Herr Faßbinder möchte wissen, wie viele Wolfrisse in einem Jahr aktenkundig sind.

 

Herr Tänzer führt aus, dass dem Wolfsbüro über einen Zeitraum von ca. 3 Jahren eine Anzahl von 160 bis 170 Risse bekanntgeworden sind.

 

In diesem Zusammenhang weist Herr van Lessen auf die Homepage des Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft hin.

 

Herr Estermann fragt an, ob im Rahmen des SOG Wölfe entnommen werden können.

 

Herr van Lessen gibt an, dass im Rahmen der Wolfsentnahme nicht das SOG anzuwenden ist, sondern das Bundesnaturschutzgesetz. Die Entnahme eines Wolfes z. B. wegen hoher landwirtschaftlicher Schäden ist danach möglich, ist jedoch eher als schwer durchsetzbar anzusehen. Die Entscheidung liegt beim Niedersächsischen Umweltministerium.

 

Herr Iven äußert sich mit großer Sorge über die Aktivitäten des Wolfes, der immer näher in die Ortschaften zieht und Nutztiere reißt.

 

Herr Dr. Buryn weist darauf hin, dass auch der Wolf eine Existenzberechtigung als Wildtier hat.

 

Herr Könemund begrüßt Frau Seidel als Pressevertreterin in der Sitzung.

 

Herr Tänzer gibt bekannt, dass als laufendes Geschäft der Verwaltung in Kürze Rahmenvereinbarungen für die Betreuung von Schutzgebieten zwischen dem NLWKN, den Verbänden Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Diepholzer Moorniederung, dem Naturschutzring Dümmer (NaRi) und der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) abgeschlossen werden. Es entstehen keine finanziellen Verpflichtungen für den Landkreis daraus. Die Zuwendungen für die genannten Naturschutzverbände werden wie bisher vom Land Niedersachsen getragen. Es handelt sich um die Fortführung der bisherigen Zuwendungspraxis des Landes in neuen Verträgen, weil die Landkreise heute für die Naturschutzgebiete zuständig sind.

 

Nähere Informationen können den beigefügten Anlagen entnommen werden.

 


Beschluss:

 

Abstimmungsergebnis:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 zum Protokoll KEA 2017_08_23 Grundzüge der Gebietsbetreuung ab 2018 Stand 10.2018 (10 KB)      
Anlage 2 2 Anlage 2 zum Protokoll KEA 2017_08_23 2017_08_22_Entwurf_Kooperationsvereinbarung_Dümmer (101 KB)