Auszug - Situation der unbegleiteten minderjährigen Ausländer (umA) im Übergang nach der Beendigung der Jugendhilfe -mündlicher Bericht-  

Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 8
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 06.03.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:50 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungssaal des Kreishauses Syke
Ort: Amtshof 3, 28857 Syke
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Lubomirski stellt anhand einer Präsentation (ist als Anlage beigefügt) aktuelle Zahlen und Fakten zur Betreuung und Begleitung der umA durch den ASD und den Vormundschaften vor sowie die Kernaspekte aus den Gesprächen mit den Trägern und Gemeinden zum Übergang der umA in die Kommune nach Beendigung der Jugendhilfe.

 

Herr Langhorst betont, dass es für die umA einen Perspektivplan geben müsste, der dann auch nach Beendigung der Jugendhilfe fortentwickelt wird und bei Bedarf angepasst wird.

Zudem sollten, da auch umA als Zuhörer anwesend sind, diese dazu gehört werden. Herr Lubomirski erläutert, dass ein Perspektivplan von Seiten des Jugendamtes nach Beendigung der Jugendhilfe schwierig sei. Mit Beendigung der Jugendhilfe gibt es einen Zuständigkeitswechsel und die Kommunen sind dann zuständig. Frau Schwartz ergänzt, dass es bei dem  § 41 SGB VIII Hilfe für junge Volljährige um eine Hilfe geht, in der es um einen weiteren Bedarf an Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung geht. Es geht nicht um Integrationsmaßnahmen und dessen Begleitung. Das wird oft verwechselt. Der FD Jugend entscheidet immer im Einzelfall, ob eine ambulante Hilfe nach §41, 27 SGB VIII für den einzelnen Betroffenen der in die Kommune überführt wird, noch notwendig ist für eine befristete Zeit. Jedoch kommt es hier immer auf den Einzelfall an, eine Pauschale Regelung ist nicht möglich. Die aus der Jugendhilfe entlassenen ehemaligen umA´s stehen dann in der Regel vor der gleichen Herausforderung wie andere erwachsene Flüchtlinge und müssen sich erst daran gewöhnen, dass es keine engmaschige Betreuung wie in der Jugendhilfe mehr gib.

 

Herr Albers weist darauf hin, dass es sich hierbei um Schnittstellenprobleme handelt. Die Schwierigkeiten, die junge Flüchtlinge in diesen Situationen haben, sind nachvollziehbar. Diese Thematik ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es ist eine klare Regelung erforderlich, die auch kommuniziert werden muss. Auch das die jungen Flüchtlinge dann in ein Loch fallen, nicht richtig was zu tun haben, ist ein großes Problem. Es muss geklärt sein, wer Ansprechpartner für die jungen Flüchtlinge ist. Dieses Problem ist jedoch nicht hier im Jugendhilfeausschuss zu lösen.

 

Frau Tammen erläutert weiter, dass es verschiedene Leistungsebenen sind. In der Jugendhilfe war es eine „Rund-um-Versorgung“. Nach Beendigung der Jugendhilfe gibt es diese „Rund-um-Versorgung“ nicht mehr in der Form, wenn die Kommunen zuständig werden. 2014 wurde begonnen die Flüchtlingshilfe in den Kommunen zu unterstützen. Es ist schwierig junge Menschen in Arbeit zu bringen. Der Schritt aus einer „Rund-um-Versorgung“ trifft aber jeden Heranwachsenden irgendwann. Wichtig ist es, die Menschen dabei zu begleiten. Für die Betreuung der Flüchtlinge wurde den Kommunen finanzielle Mittel bereitgestellt.

 

Herr Faßbinder gibt zu bedenken, die Flüchtlinge kommen aus einem anderen Kulturkreis. Es ist dann schwierig mit 18 alleine zu stehen. Es muss einen Übergang geben. Hier müssen Möglichkeiten vorhanden sein.

 

Nach Meinung von Frau Ravens sind die Verfahren gut. Die Menschen haben Fluchterfahrung, was zu 100 Prozent ein traumatisches Erlebnis war. Sie haben mit unter 18 Jahren schon großes erlebt. Die vorhandenen Vernetzungsangebote sind super. Eine Bindung für die Leute ist aber wichtig.

 

Herr Jäger erklärt, dass die Verselbstständigung bei jungen Erwachsenen vom 20 bis zum 25 Lebensjahr dauern kann. Eine professionelle Nachversorgung ist daher wichtig in den Gemeinden. Es sollte berichtet werden, wo es gut läuft und wo es hingegen brennt. Herr Lubomirski erläutert, die Kommunen entziehen sich nicht ihrer Verantwortung. Insgesamt ist die Begleitung der Flüchtlinge durch die Kommunen gut. Auch die Abstimmung zwischen den Jugendhilfeträgern, den Kommunen und dem Fachdienst Jugend wird insgesamt als gut betrachtet.

 

Herr Schumacher schlägt Netzwerktreffen in den Gemeinden vor.

 

Frau Plate berichtet von dem Verein Lebenswege begleiten e.V., wo die Begleitung gut funktioniert. Vielleicht könnte der Verein im Jugendhilfeausschuss berichten.

 

Herr Langhorst stellt einen Antrag auf Unterbrechung der Sitzung, um die anwesenden minderhrigen Flüchtlinge zu Wort kommen zu lassen. Der Vorsitzendesst darüber abstimmen. Einstimmig wird der Antrag angenommen und der Vorsitzende unterbricht die Sitzung.

 

Aus der Reihe der anwesenden minderjährigen Flüchtlinge gibt es keine Wortmeldung. Herr Feldkötter spricht im Namen der Flüchtlinge. Es war ein langer Schultag und auch eine lange Anreise. Sie nehmen alle einen entscheidenden Eindruck aus dieser Jugendhilfeausschussversammlung mit. Ein junger Flüchtling, der heute was sagen wollte, ist leider verhindert. Er wollte sich für die Unterstützung und Hilfe bedanken.

 

Die Sitzung wird fortgeführt.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Präsentation umA im Übergang nach Beendigung der Jugendhilfe (322 KB)