Auszug - Aktuelles aus der Kreisfeuerwehr  

Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit
TOP: Ö 6
Gremium: Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 11.09.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:10 Anlass: Sitzung
Raum: Feuerwehrtechnischen Zentrale Wehrbleck
Ort: Sulinger Str. 7, 27245 Wehrbleck
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Kreisbrandmeister Wessels gibt zu bedenken, dass erst gut ¾ des Jahres vorbei seien und die Unwettersaison noch komme. Daher habe es nichts mit „Spökenkiekerei“ zu tun, wenn man zu der Erkenntnis komme, dass 2018 voraussichtlich das einsatzreichste Jahr für die Feuerwehren werde, welches jemals in der Statistik erfasst wurde. Wie man sich sicherlich denken könne bzw. über die Medien mitbekommen habe, habe dieser Sommer für eine erhebliche Einsatzintensität gesorgt. Die meisten Flächen- und Vegetationsbrände seien in einem frühen Stadium erkannt und somit frühzeitig bekämpft worden. Dies konnte nur gelingen, weil die Feuerwehren zurzeit noch in der Fläche genügend Einsatzmittel (Mannschaft und Geräte) zu Verfügen haben. Neben den genannten witterungsbezogenen Einsätzen habe es in diesem Jahr besonders viele Großbrände gegeben. Bedingt durch die Baustellen auf der BAB 1 sei es zudem zu einer erhöhten Anzahl von Verkehrsunfällen mit unterschiedlichen Verletzungsmustern von „Kleinigkeiten bis Schwerstverletzen“ und leider auch zu Todesfällen gekommen.

Auch ansonsten sei der mittlerweile sehr umfangreiche „Dienstleistungskatalog“ mit ein Grund, dass sich die Einsatzzahlen im Mittel wahrscheinlich über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahren einpendeln werde.

Es gebe eine Grundtendenz mit steigenden Einsatzzahlen mit erhöhter Komplexität, bei mittel- und langfristig fallenden Mitgliederzahlen. , Darüber müsse man sich Sorgen machen. Die genannten Faktoren seien von der Feuerwehr nicht oder kaum beeinflussbar. Herr Wessels teilt mit, dass an entsprechenden Konzepten gearbeitet werden müsse, die es ermöglichten, den Bürgern des Landkreises Diepholz weiterhin den größtmöglichen Schutz bei der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr zu gewährleisten. Dies sei nicht nur die Idee der Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Kreisfeuerwehrführung, sondern auch des zuständigen Niedersächsischen Ministeriums für Inneres (MI).

Herr Wessels erläutert, er gehöre selbst einem Arbeitskreis an, der sich mit der Zukunft und  Modifizierung der Kreisfeuerwehrbereitschaften als Teil des Katastrophenschutzes im Land Niedersachsen beschäftige. Wie ernst und dringend es dem MI hiermit sei, werde schon dadurch deutlich, dass dieser Arbeitskreis erst im März dieses Jahres gebildet wurde und das Ergebnis bis zum 6. Dezember 2018 vorliegen solle.

Er dürfe zurzeit und aus Gründen der Verschwiegenheit hierzu noch keine Einzelheiten  darstellen. Aus seiner Einschätzung werde es in die richtige Richtung gehen, insbesondere was die Ausstattung und deren Finanzierung angeht. Herr Wessels würde es begrüßen, wenn das MI den Vorschlägen des Arbeitskreises folgen würde. Das MI habe auch schon signalisiert, zukünftig mehr für den Bereich des Katastrophenschutzes ausgeben zu wollen.

Herr Wessels erklärt, dass gerade die Feuerwehren eine wichtige Rolle im Katastrophenschutz spielen Nebenbei merkt Herr Wessels an, dass andere Bundesländer ganz anders „unterwegs“ seien, z.B. habe Bayern in den letzten zwei Jahren rund 28 Mio. für den Katastrophenschutz ausgegeben.

Herr Wessels führt weiter aus, dass man auch auf Europa achten müsse. Herr Wessels berichtet, dass im Sommer 2018 in Schweden erstmalig eine deutsche bodengebundene Feuerwehreinheit im Auslandseinsatz war. Dies müsse und werde sich in der Neuausrichtung der Kreisfeuerwehrbereitschaften wiederfinden. Herr Wessels erklärt, man spreche dann von einer Autarkie von mindestens 48 Stunden im Inlandseinsatz und 96 Stunden bei staatsübergreifenden Einsätzen. Dabei gehe es um die Logistik, Verpflegung und Versorgung der eigenen Einheit.

Herr Wessels erklärt, dass in den letzten Monaten die Strukturen der Versorgungseinheiten der Kreisfeuerwehr verändert wurden. Hierüber habe er im Arbeitskreis Unterweser-Ems berichtet. Daran habe man sich im Arbeitskreis in weiten Teilen gerichtet und dies in die Konzeption mit aufgenommen.

Herr Wessels berichtet weiter, womit sich die Kreisfeuerwehr zurzeit beschäftige. Zum einen sei dies die weitere Planung der digitalen Alarmierung zusammen mit dem Landkreis Verden. Hier müsse er leider feststellen, dass seine Kollegen in Verden noch nicht so weit seien wie die Kreisfeuerwehr des Landkreises Diepholz, was die vorbereitenden Maßnahmen für ein solches Projekt angehe. Um eine vernünftige Planung der zukünftigen Alarmierung durchzuführen, sei es zwingend erforderlich, die Alarm- und Ausrückeordnungen (AAO) neu zu erstellen. Herr Wessels teilt mit, dass dies im Landkreis Diepholz bereits erledigt sei.

Weiterhin berichtet Herr Wessels über den Atemschutzpool. Die Stadt- und Gemeindebrandmeister hätten die Kreisfeuerwehr beauftragt zu prüfen, ob es eventuell sinnvoll sei, den Atemschutz zu zentralisieren, wie es in anderen Landkreis gehandhabt werde. Aus diesem Grund sei ein Arbeitskreis gegründet worden, der sich am 19. September das erste Mal trifft. Es solle erarbeitet werden, ob und wie es eventuell möglich sein könnte, einen Atemschutzpool auf Kreisebene einzuführen. Herr Wessels werde den Fachausschuss selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

Abschließend teilt Herr Wessels mit, dass in der Sitzungsvorlage für die Baumaßnahme in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Wehrbleck, die die Verwaltung in Abstimmung mit ihm erstellt habe, alle Punkte berücksichtigt seien. Weiterhin teilt Herr Wessels mit, dass von der Kreisfeuerwehr der HH-Plan für 2019 erstellt wurde und dem Fachdienst 38 vorliege. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren falle der Bereich der Neu- und Ersatzbeschaffungen mit rund 100.000 € eher bescheiden aus.

Herr Engelbart erkundigt sich, ob noch Mittel für Fahrzeuge zur Verfügung stehen, wenn alles auf dem Weg gebracht worden sei.

Herr Wessels teilt mit: „Wir brauchen in absehbarer Zeit keine Fahrzeuge zu bestellen“.

 

Herr Riedmann möchte wissen, ob es im Landkreis Diepholz auf Grund der Trockenheit und dem daraus resultierenden Abfall des Grundwasserspiegels bei der regelmäßigen Überprüfung der Hydranten zu Ausfällen von einigen Hydranten kam?

Herrn Wessels sind keine Vorfälle oder Ausfälle bekannt.

Herr Paradiek erkundigt sich, ob die Sirenen nach der Einführung des digitalen Alarmierungssystems wirklich nicht mehr benötigt würden. Sollten die Sirenen von den Dächern abmontiert werden, seien sie für immer weg.

Herr Wessels erklärt, dass die Feuerwehr mit den digitalen Empfängern abgesichert sei und somit eine Alarmierung über Sirenen nicht mehr erforderlich sein werde.

Voraussetzung sei allerdings, dass die Feuerwehren ausreichend mit digitalen Meldeempfängern ausgestattet würden.

Herr Engelbart möchte, dass die Erklärung von Herrn Wessel unbedingt ins Protokoll aufgenommen wird.

Ergänzend merkt Herr Speckmann an, dass momentan noch alle 15 Städte und Gemeinden ein funktionierendes Netz mit Sirenen habe. Die eine Hälfte der Städte und Gemeinden möchte dieses behalten, die andere Hälfte zunächst die Testphase abwarten. Die analoge und die digitale Alarmierung solle rund 12 Monate parallel betrieben werden, so dass die digitale Alarmierung bei allen Vegetationsphasen getestet werden könne. Die Städte und Gemeinden müssten selbst entscheiden, was mit den Sirenen passieren solle.

Herr Engelbart gibt zu bedenken, dass die Kommune ggf. zwei Systeme bereithalten und die Unterhaltung finanzieren müsse. Dies könne nicht von oben nach unten auferlegt werden.

Herr Speckmann erklärt abschließend, dass nach den 12 Monaten die analogen Meldeempfänger abgeschafft werden können. Der Landkreis werde aber keine Empfehlung an die Gemeinden abgeben.