Auszug - Jahresberichte der Beratungsstellen  

Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 20.09.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:15 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungssaal des Kreishauses Syke
Ort: Amtshof 3, 28857 Syke
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Albers leitet zu diesem Tagesordnungspunkt ein. Die Berichte der Beratungsstellen Syke und Diepholz werden von Frau Spratte und Frau Müller-Gödeke vorgestellt. Herr Melnyk, Leiter der Beratungsstellen des Bistums in Sulingen und Bassum, lässt sich aus einem wichtigen Grund entschuldigen.

 

Frau Spratte beginnt und stellt den Jahresbericht 2017 der Elternberatungsstelle in Syke vor. Anhand einer Präsentation (ist dem Protokoll als Anlage beigefügt) stellt sie zunächst die Elternberatungsstelle und die Mitarbeiter in Syke vor. Anschließend präsentiert sie die wesentlichen Inhalte des Jahresberichtes.

 

Herr Faßbinder fragt an, wie es bei den Beratungsanliegen bei einer Kategorie auf über 100 % kommen kann. Frau Spratte begründet dies mit der Möglichkeit von Mehrfachnennungen.

 

Frau Roitsch-Schröder berichtet, dass auch Sie als Leiterin einer Kindertagesstätte vermehrt feststellen muss, dass Kinder bereits im Kindergartenalter Erfahrungen mit hochkonfliktreichen Trennungssituationen ihrer Eltern haben. Sie fragt, woran die Beratung bei diesen Eltern scheitert. Frau Spratte erläutert, dass es oft bereits bei der Terminfindung für einen gemeinsamen Gesprächstermin große Probleme gibt, weil sich Eltern darauf nicht verständigen könnten. Es werden dann zunächst Einzeltermine vereinbart um eine Beziehung zu den einzelnen Elternteilen aufzubauen. Der Fokus der Eltern müsse dann auf das Wohl und die Interessen des Kindes gerichtet werden. Wenn dies gelinge, sei ein erster Schritt in eine erfolgversprechende Beratung gelungen. Laut Herrn Albers sieht es der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. bereits als Erfolg, wenn mit hochkonfliktreichen Eltern ein Termin vereinbart werden kann. Dieses gelingt in weniger als 50 Prozent der Fälle.

 

Herr Flor erkundigt sich nach dem Begriff Regenbogenfamilie. Dieses wird von Frau Müller-deke später im Rahmen der Vorstellung des Jahresberichtes Syke erläutert. Es handelt sich dabei um Familien mit gleichgeschlechtlichem Elternpaar.

 

Herr Seidel erkundigt sich wie die Aussage, 14 % haben einen Migrationshintergrund und 38 % kommen aus dem osteuropäischen Raum, gemeint ist. Frau Spratte erläutert, dass 38 % der Aufsuchenden mit Migrationshintergrund aus dem osteuropäischen Bereich kommen.

 

Herr Schnieder fragt an, was mit dem Beratungsanliegen „Symptome im Körperbereich“ gemeint ist. Frau Sprattehrt aus, dass bei diesem Punkt beispielweise das Einnässen oder auch Schlaflosigkeit gemeint sei.

 

Frau Müller-Gödeke stellt danach den Jahresbericht 2017 der Elternberatungsstelle in Diepholz vor. Sie fast die wesentlichen Punkte des Jahresberichts ebenfalls anhand der Präsentation (gleiche Anlage) vor und stellt Vergleiche zur Beratungsstelle in Syke her.

 

Nach der Präsentation erkundigt sich Herr Plumhof, inwieweit Suchtprobleme wie Spielesucht und Internetsucht als Problem in der Beratungsstelle vermehrt genannt werden. Frau Müller-Gödeke erläutert, dass hierzu keine Zahlen erhoben werden. Es kommt jedoch vermehrt vor. Bei Jungs ist es eher dasZocken“ und bei Mädchen eher dasChatten“. Jedoch sei mit dem Begriff Sucht vorsichtig umzugehen. Insgesamt gehe es darum, die Medienkompetenz der Jugendlichen zu stärken. Diesbezüglich gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Beratungsdienst der Diakonie im Landkreis.

 

Frau Plate erfragt den Grund, warum in den Beratungsstellen Diepholz und Syke nur ein Mann arbeitet. Dies begründet Frau Müller-Gödeke damit, dass männliche Arbeitskräfte insgesamt in diesem Arbeitsfeld knapp sind und auf dem Arbeitsmarkt schwer zu finden seien. Herr Albers ergänzt dazu, dass in den letzten Bewerbungsverfahren die männlichen Bewerber auch einfach nicht so geeignet waren wie die weiblichen Bewerberinnen.

 

Herr Schnieder fragt nach Fallzahlen von Regenbogenfamilien. Diese werden laut Frau Spratte nicht separat erfasst. Auch diese Familien kommen mit normalen Fragestellungen wie andere Familien. Herr Albers weist darauf hin, dass dieses auch noch kein Kriterium bei der statistischen Meldung ist und insoweit auch noch nicht erfasst werden muss.

 

Frau Winkler erkundigt sich zunächst nach der Erreichbarkeit der Beratungsstellen. Daneben stellt sie dar, dass die Mediensucht eine eigene Sparte ist. Es ist eine veränderte Mediennutzung festzustellen. Auch verändert sich die Erziehungsfähigkeit dadurch. Sie fragt, inwieweit dies ein Thema sei und wie weit Veränderungen wahrgenommen werden. Frau Müller-Gödeke erläutert, dass die Beratungsstellen gut erreichbar sind. Es gibt neben der Terminvereinbarung auch offene Sprechstunden. Hinsichtlich des Medienkonsums ist festzustellen, dass dieses vermehrt Thema ist. Die Eltern sind mit den Kindern zu wenig im Kontakt. Es ist darauf zu schauen, dass es eine exklusive Zeit für die Erziehung gibt. Frau Spratte ergänzt, dass es ein Erziehungsthema ist und immer wieder Bestandteil der Beratung. Dieses wird auch in Zukunft die Beratungsstellen weiter beschäftigen. Frau Roitsch-Schröder berichtet von Kindern im Vorschulalter, die Filme mit einer Altersbeschränkung ab 18 Jahren auf ihren Smartphones haben. Auch Eltern haben oft das Handy am Ohr, wenn sie ihre Kinder aus der Kita abholen. Eine Vortragsreihe, die Eltern zu diesem Thema sensibilisiert, ist wünschenswert.

 

Herr Kortkamp erkundigt sich, ob die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie finanzielle Aspekte auch Themen sind. Dies wird von Frau Müller-Gödeke bestätigt. Vor ein paar Jahren gab es in Familien oft einen Haupternährer. Die Mutter hat sich meist um die Erziehung der Kinder gemmert. Heutzutage müssen in Familien oft auch die Mütter einer Arbeit nachgehen. Nach der Arbeit benötigen die Kinder ihre Aufmerksamkeit und der Haushalt muss dann auch noch gemacht werden. Sie müssen dann feststellen, dass es nicht leicht ist und es nicht nur „Sonnenschein“ gibt. Eltern haben sich die mit der Gründung einer Familie einhergehenden Veränderungen, Anforderungen und Belastungen oft anders vorgestellt.

 

Auch Frau Ravens bemängelt eine fehlende Erziehungskompetenz. Oft sind die Eltern auch hilflos oder haben Angst. Dies wird von Frau Spratte bestätigt und beschreibt eine schwierige Situation, die in Familien vorkommt.

Herr Kortkamp fragt an ob es eine Vernetzung zwischen Sozialarbeitern in Schulen und der Beratungsstelle gibt. Und ob es auch eine Vernetzung mit dem „mobilen Beratungsteam“ gibt. Dieses wird von Frau Müller-Gödeke bejaht.

 

Herr Albers bedankt sich für den Vortrag und die ausführliche Beantwortung der Fragen.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Präsentation Jahresberichte der Beratungsstellen (542 KB)