Auszug - Übergang von der Jugendhilfe in andere Hilfesysteme  

Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 18.10.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:00 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Frau Schwartz leitet in die Thematik ein. Das Thema beschäftigt den Fachdienst Jugend bereits die letzten 15 Jahre. Es geht um die Abgrenzung der Jugend- und der Sozialhilfe bei Kindern und Jugendlichen mit Mehrfachbehinderungen. Diesbezüglich hat das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie den kommunalen Sozialämter Empfehlungen an die Hand gegeben.

Deshalb kam es immer wieder zu unterschiedlichen Auffassungen bzgl. der Zuständigkeit bei Fallüberleitungsanfragen vom FD Jugend. Im Jahr 2017 änderte das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie ihre Empfehlungen und gab ein Informationsschreiben dazu raus. Demnach sind in den Fällen, bei denen Hilfen sowohl nach dem SGB VIII als auch nach dem SGB XII angeboten werden können, die Hilfen nach dem SGB XII vorrangig. Bei Kindern oder Jugendlichen die seelisch erkrankt waren, in diesen sich aber im Verlauf der Hilfe keine Entwicklung abzeichnete, geht man von einer Chronifizierung der seelischen Erkrankung aus. In diesen Einzelfällen macht es Sinn, eine Prüfung nach dem SGB XII auf den Weg zu bringen, da die Jugendhilfe ausgeschöpft ist.

Andere Konstellation sind Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien, die Mehrfachbehinderungen im Laufe der Zeit entwickelten oder Kindern mit Behinderungen nach dem SGB XII den Zugang zu Pflegefamilien zu ebnen. Seit 2 Jahren gibt es eine Kooperationsvereinbarung mit dem Fachdienst Soziales und dem Gesundheitsamt wie in solchen Fällen vorgegangen wird. Die Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII wird auch für diese Personengruppe über den ASD organisiert und die Beratung der Pflegefamilie erfolgt über die Pflegekinderhilfe des FD Jugend. Die Kosten werden über das SGB XII abgerechnet in Form von Kostenerstattungen an den Fachdienst Jugend.

Das Jugendamt kann seit 01.01.2019 in bestimmten Fällen auch Rehabilitationsträger sein. Aktuell erfolgen Abstimmungen mit dem Eingliederungshilfeträger (FD Soziales) wie in Zukunft die Zusammenarbeit nach dem Bundesteilhabegesetz erfolgen soll. Insgesamt sei man optimistisch. Die Kooperationsvereinbarung und die derzeitigen Abstimmungen sind als positiv zu werten.

 

Herr Albers weist auf den altersbedingten Übergang in andere Hilfesysteme hin. Dieses wurde in einer der letzten Sitzungen angeregt. Es soll in einer künftigen Sitzung wieder Thema sein.