Auszug - Haushaltsberatung für den Produkthaushalt 2019 - Teilhaushalt für den Produktbereich 51.00 des Fachdienstes Jugend  

Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 4
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Mi, 28.11.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:30 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
VO/2018/330 Haushaltsberatung für den Produkthaushalt 2019
- Teilhaushalt für den Produktbereich 51.00 des Fachdienstes Jugend
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:In Vertretung: gez. Tammen
Federführend:FD 51 - Jugend   
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll:

Der Vorsitzende Herr Albers stellt den Anwesenden den Tagesordnungspunkt 4 vor und übergibt das Wort an Herrn Stabel.

 

Herr Stabel stellt mittels einer Präsentation (ist dem Protokoll als Anlage beigefügt) die wesentlichen Zahlen zum Teilhaushalt des Fachdienstes Jugend vor. Er erläutert zunächst die Entwicklung der Gesamterträge und -aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr und zeigt, wie sich diese auf die verschiedenen Produkte des Fachdienstes Jugend verteilen. Danach stellt er die Entwicklung der verschiedenen Bereiche im Fachdienst Jugend dar und geht insbesondere auf die Bereiche Personal, Versorgung der umA, Kindertagesbetreuung, Unterhaltsvorschuss sowie den verschiedenen Hilfearten bei den Erzieherischen Hilfen ein.

 

Hinsichtlich der Versorgung der umA fragt Frau Plate nach, weshalb weniger Aufwendungen als Erträge für 2019 eingeplant werden. Dies begründet Herr Stabel damit, dass für 2019 mit einer geringen Anzahl an Neuzuweisungen gerechnet wird und zudem weitere umA die Jugendhilfemaßnahmen insbesondere aufgrund ihres Alters beenden werden. Dies führt zu geringeren Aufwendungen. Die höheren Erstattungserträge sind darin begründet, dass Aufwendungen aus den Vorjahren erst im nächsten Jahr vom Land erstattet werden. 

 

 

 

Frau Roitsch-Schröder weist auf die hohe Steigerung der Kosten der Schulbegleitungen hin. Sie regt an, im nächsten Jahr tiefer in dieses Thema einzusteigen und auch die Ursachen zu beleuchten. Herr Albers teilte mit, dass das Thema Anfang/Mitte 2019 genauer betrachtet werden soll.

 

Weitere Fragen zum Haushalt gibt es auf Nachfrage von Herr Albers nicht. Herr Albers übergibt das Wort an Herrn Klusmeyer.

 

Herr Klusmeyer nimmt nochmal Bezug auf den Haushalt und verweist auf die Schwierigkeiten bei der Prognose im Bereich der Hilfen zu Erziehung. Aufgrund des Prognosetools im Fachverfahren können Kosten für Einzelfälle jetzt genauer prognostiziert werden. Die Fälle der verschieden Hilfen wurden sich zusammen mit den Regionalleitungen angeschaut. Die Anzahl von benötigten Hilfen für die Zukunft ist jedoch schwer kalkulierbar und vieles ist nicht vorhersehbar.

Um ableiten zu können wo ein Jugendamt stehe sei auch der Vergleich zu anderen Jugendämtern hilfreich. Hierzu gibt es die IBN, die Integrierte Berichtserstattung Niedersachsen. Bei der IBN handelt es sich um ein freiwilliges System, an dem sich aber fast alle Jugendämter aus Niedersachsen beteiligen. Daneben kann man sich auch mit Jugendämtern aus anderen Bundesländern, wie Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, vergleichen. Der Landkreis Diepholz gehört zu einem Vergleichsring mit 19 Kommunen, die vergleichbare Strukturen aufweisen. Daneben gibt es 4 weitere Vergleichsringe. Anhand von 3 Folien (sind als Anlage beigefügt) zeigt Herr Klusmeyer, wie der Landkreis Diepholz im Vergleich zu anderen Kommunen des Vergleichsrings bei der Anzahl der Hilfen zur Erziehung pro 1.000 Einwohner unter 18 Jahren steht, wie beim Zuschussbedarf bei den Hilfen zur Erziehung pro Einwohner unter 18 Jahren, wie bei der Anzahl von statioren Hilfen zur Erziehung pro 1.000 Einwohner unter 18 Jahre,  wie beim Zuschussbedarf der stationären Hilfe zur Erziehung pro Einwohner unter 18 Jahren sowie bei den Schulbegleitungen nach § 35a SGB VIII. Er fasst zusammen, dass auch im Vergleich zu anderen Jugendämtern der Landkreis Diepholz keine problematischen Besonderheiten aufweise.

 

Frau Winkler sagt, der Vergleich sei ein interessantes Thema um zu schauen wo wir stehen. Letztlich ist es aber eine Frage der Bewertung. Die Haushaltszahlen und Fallzahlen sind wichtige Faktoren. Vieles liegt aber auch in der Entscheidung der Mitarbeiter. Sind diese bei der Hilfegewährung großgig oder habe man nur den Haushalt im Blick. Sie fragt an, ob es auf dieser Ebene eine Messung der fachlichen Qualität der Hilfeentscheidungen gibt. Herr Klusmeyer verweist darauf, dass er ausgewählte Kennzahlen der IBN im Kontext zum Haushalt gezeigt habe. Die IBN basiere auf dem Modell einer „Balanced-Score-Card“, bei der sich 4 Dimensionen angeschaut werden. Es geht dabei um die Auftragserfüllung, der Kundenorientierung, der Mitarbeiterzufriedenheit und um die Wirtschaftlichkeit. Die IBN betrachte also auch qualitative Aspekte in der Jugendhilfe. Ob im Einzelfall immer eine fachlich richtige und gebotene Hilfeentscheidung getroffen wurde, könne die IBN jedoch nicht auswerten. Diesesre auch kaum in einem landesweiten Kennzahlensystem zu erfassen, da es zu viele Stellschrauben gibt, die den Erfolg und damit die Qualität einer Hilfeentscheidung beeinflussen. Insgesamt gibt die IBN aber eine gute Möglichkeit sich zu vergleichen. Herr Albers ergänzt, dass Qualität und Erfolg schwer messbare Größen sind. Er erinnert an Zeiten mit dauernd steigenden Kosten. Er dankt Herrn Stabel an dieser Stelle für die angestellten Auswertungen und Berechnungen und Herrn Klusmeyer für die Arbeit seiner Mitarbeiter. Herr Albers bekräftigt die Aussage, dass es im Landkreis Diepholz sehr gut läuft. Dies ist auch der maßvollen Personalerhöhungen in diesem Bereich zu verdanken. Dies zeige, dass eine langfristige und verantwortungsvolle Planung aufgestellt wurde.

 

Herr Kortkamp dankt für die Präsentation und bittet, diese dem Protokoll beizufügen. Er spricht sein Lob für die verbesserte Planung aus.

Der Haushaltentwurf zeige für ihn ferner, dass die Kindertagesbetreuung auch für den Landkreis einenheren Stellenwert bekommen habe. Die Gebührenfreiheit sowie der Zuschuss des Landkreises an die Kommunen sei für ihn und seine Fraktion der richtige Weg. Auch dass die Kindertagespflege hinsichtlich der Gebührenfreiheit den Kindertageseinrichtungen gleichgestellt wurde, sei folgerichtig gewesen. Die CDU-Fraktion werde dem Haushaltsentwurf für den Fachdienst Jugend daher zustimmen.

 

Das Gremium stimmt dem Beschlussvorschlag zu.


Beschluss:

Von den im Produkthaushalt für das Haushaltsjahr 2019 dargestellten Budgetplanungen und den dazu ergänzenden Erläuterungen wird Kenntnis genommen.

Der Jugendhilfeausschuss stimmt dem vorgelegten Haushaltsentwurf für den Teilhaushalt des Fachdienstes Jugend unter Berücksichtigung der sich aus der Beratung ergebenden Veränderungen zu.

Dem Kreisausschuss und dem Kreistag werden ebenfalls eine zustimmende Beschlussfassung und die Bereitstellung der benötigten Finanzmittel im Rahmen der Beratungen des Gesamthaushaltes für den Landkreis Diepholz empfohlen.

Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis:

Einstimmig

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Haushaltsdarstellung 2019 (826 KB)      
Anlage 2 2 IBN Vergleich (351 KB)