Auszug - Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung im Landkreis Diepholz hier: Einrichtung zum Schuljahr 2020/2021 als Ganztagsangebot  

Sitzung des Schulausschusses
TOP: Ö 7
Gremium: Schulausschuss Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Mi, 20.02.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:03 Anlass: Sitzung
Raum: Forum des Schulzentrums der Haupt- und Realschule Twistringen
Ort: Feldstraße 8, 27239 Twistringen
VO/2019/020 Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung im Landkreis Diepholz
hier: Einrichtung zum Schuljahr 2020/2021 als Ganztagsangebot
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:In Vertretung: gez. van LessenAktenzeichen:40 12 02
Federführend:FD 40 - Bildung Bearbeiter/-in: Abeling, Thorsten
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll:

Die mit der Einladung übersandte detaillierte Sitzungsvorlage wird von Herrn van Lessen eingehend erörtert. Demnach wäre die Standortfrage für die Einrichtung einer Förderschule GE weitestgehend entschieden, da die einzige Option derzeit in der zentral im Landkreis gelegene Förderschule Sulingen gesehen würde. Dort würden aktuell noch 29 SuS im Rahmen des Förderschule LE beschult, dieser Standort wäre durchweg barrierefrei und verfüge neben allgemeinen Unterrichtsräumen auch über die erforderlichen Fachunterrichtsräume sowie über eine Lehrküche. Selbstverständlich wären aber für die Einrichtung einer Förderschule GE noch konkret zu ermittelnde Umbaumaßnahmen erforderlich.

 

Nach Aussage von Herrn van Lessen gäbe es im Landkreis Diepholz keine anderen verfügbaren Kapazitäten, wenngleich perspektivisch der Wunsch nach einer dezentralen Lösung bestünde, so dass - ähnlich wie bei den Tagesbildungsstätten der Lebenshilfe-Vereine - mehrere Standorte zu verminderten Fahrzeiten für die SuS führen würden.

 

Im Gegensatz zur Standortfrage ergäben sich für die Trägerschaft einer Förderschule GE nach Schilderung von Herrn van Lessen wesentlich mehr Optionen, wobei die Einrichtung als rein staatliche Schule zweifellos die wohl einfachste Lösung wäre. Nach den bisher geführten zahlreichen Gesprächen wäre aber auch eine Trägerschaft durch Bethel im Norden - Schulverbund Freistatt oder/und die Lebenshilfen Diepholz und/oder Syke denkbar.

 

Die sich bietenden Alternativen zeichneten sich durch folgende Eckpunkte aus (s. detailliert auch die Sitzungsvorlage):

 

  • staatliche Schule (= Trägerschaft Landkreis Diepholz)

 

      einfach umzusetzende Lösung

 

      Vorteil: direkte und kurze Entscheidungswege

 

      Vorteil: die eingesetzten Lehrkräfte wären auch direkt für den

            inklusiven Einsatz in Regelschulen verfügbar

 

      fraglich: wären die erforderlichen Lehrkräfte seitens des Landes

             überhaupt vorhanden und damit verfügbar ?

 

 

  • Bethel im Norden - Schulverbund Freistatt

 

      Vorteil: hat bereits die (als freier Träger) erforderliche Anerkennung

            als Förderschule GE

 

      Vorteil: hat bereits entsprechende Lehrkräfte (5) im Bestand und aktuell

            weiter 21 in der entsprechenden Zusatzqualifizierung an der

            Universität Oldenburg

 

      stünde auch einer Kooperation mit der Lebenshilfe positiv gegenüber

 

 

  • Lebenshilfe Grafschaft Diepholz und Lebenshilfe Syke

 

      Vorteil: bereit zum gegenwärtigen Zeitpunkt dezentral organisiert, d. h.

            mehrere Standorte

 

      Nachteil: verfügen noch nicht über die (als freier Träger) erforderliche

               Anerkennung als Förderschule GE, so dass bis zur Anerkennung

               zunächst für mindestens 3 Jahre die Personalkosten von dort zu

               finanzieren wären - hierzu wäre/n die Lebenshilfe/n jedoch bereit

 

      Vorteil: verfügen über das - neben den Lehrkräften - erforderliche sonstige

            pädagogische und therapeutische Personal

 

      Die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz stünde auch einer Kooperation mit Bethel im Norden grds. positiv gegenüber

 

 

Frau Schenck von der Landesschulbehörde ergänzte die Ausführungen um den Hinweis, dass an den Förderschulstandorten im Landkreis Diepholz insgesamt 20 Lehrkräfte vorhanden seien, die über die Qualifikation „GE“ verfügten.

 

Herr Abeling verwies auf die Ankündigung in der Sitzungsvorlage, in dieser Sitzung über das Ergebnis eines Besprechungstermins mit dem Kreisbehindertenbeirates zu berichten.

Dieses Gespräch habe zwischenzeitlich stattgefunden und es könne festgestellt werden,

dass der Kreisbehindertenbeirat der Einrichtung einer Förderschule GE positiv gegenüberstünde.

 

Herr Kawemeyer begrüßte die eingeleiteten Prozesse ausdrücklich und befürwortete die beabsichtigte Einrichtung der Förderschule GE am Standort Sulingen unter Beteiligung des Schulverbundes Freistatt - aber auch die Einbeziehung der Lebenshilfe/n wären absolut wünschenswert, um erst gar keine Konkurrenzsituation aufkommen zu lassen.

 

Nach Aussage von Herrn Schwarz würde seine Partei die Förderschullandschaft in Niedersachsen gestärkt sehen wollen, was für die Einrichtung als staatliche Schule spräche. Jedoch müsse man feststellen, dass das dafür erforderliche Personal nicht im notwendigen Umfang zur Verfügung stünde - dieses finde man aber bei Bethel im Norden - Schulverbund Freistatt, so dass eine entsprechende Kooperation wünschenswert sei.

 

Darüber hinaus sprach sich auch Herr Schwarz im Interesse kurzer Wege perspektivisch für den dezentralen Betrieb der Förderschule GE aus.

 

Herr Schmidt stellt fest, dass es seiner Fraktion schwer falle, die Einrichtung einer solchen Förderschule mitzutragen - schließlich sei dort die Absicht verankert, die Inklusion an Regelschulen voranzutreiben. Die Fraktion akzeptiere aber auch den Willen und Wunsch der Eltern nach entsprechenden Wahlmöglichkeiten zwischen inklusiver Beschulung und dem Besuch einer Förderschule GE. Wenn es aber zur Einrichtung dieser Förderschule komme, bevorzuge man den Betrieb als staatliche Schule.

 

Abschließend warf Herr Kawemeyer die Frage auf, warum Bethel im Norden über die dringend benötigten Lehrkräfte mit der Qualifikation „GE“ verfüge, das Land Niedersachsen hingegen offenbar nicht.

 

Hierzu führte Frau Schenck von der Landesschulbehörde aus, dass Bethel im Norden bereits vorhandenes (aber noch nicht als Lehrer/innen eingesetztes) Personal weiterqualifiziere. Dies sei eine ganz andere Situation, denn dieses Personal bekäme auch während der Qualifikation ein Entgelt, während die lehramtsstudierenden Nachwuchskräfte ohne Entgelt auskommen müssten. Möglicherweise wäre dadurch die Motivation, diesen Weg einzuschlagen, höher.


Beschluss:

Die Verwaltung wird beauftragt, die Einrichtung einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung im Landkreis Diepholz als Ganztagsangebot, beginnend mit den Jahrgängen 1 und 5, zum Schuljahresbeginn 2020/2021 vorzubereiten.

Dabei sollen die Räumlichkeiten der Lindenschule in Sulingen vorrangig genutzt werden. Die Einrichtung weiterer Schulstandorte im Kreisgebiet wird zur Verkürzung der Schulwege angestrebt. Entsprechende Gespräche mit möglichen Trägern sowie mit der Landesschulbehörde sind ergebnisorientiert fortzusetzen, wobei Kooperationen von Trägern begrüßt würden.

Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis:

Ja-Stimmen: 13

Enthaltungen:   1