Auszug - Einführung einer dualen Ausbildung "Erzieher/in"  

Sitzung des Schulausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Schulausschuss Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Mi, 20.02.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:03 Anlass: Sitzung
Raum: Forum des Schulzentrums der Haupt- und Realschule Twistringen
Ort: Feldstraße 8, 27239 Twistringen
VO/2018/314-2 Einführung einer dualen Ausbildung "Erzieher/in"
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:In Vertretung: gez. van LessenBezüglich:
VO/2018/314
Federführend:FD 40 - Bildung Bearbeiter/-in: Hülskämper, Frank
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll:

Mit Hinweis auf die den Ausschussmitgliedern vorliegende Sitzungsvorlage wies Herr van Lessen darauf hin, dass seit der letzten Sitzung des Schulausschusses einiges geschehen sei. So habe z. B. der Landrat auch mit der Bürgermeisterin/den Bürgermeistern der kreisangehörigen Gemeinden gesprochen und von dort die ausdrückliche Bestätigung erhalten, entsprechend vergütete Ausbildungsstellen einrichten zu wollen.

 

Aber auch die BBS Syke habe zwischenzeitig mit einigen Trägern Kontakt aufgenommen, hierzu werde aber sicherlich der Schulleiter Herr Burghard noch weitere Ausführungen machen.

 

Nach Aussage von Herrn van Lessen würde sich das Ergebnis der zwischenzeitigen Entwicklungen in dem unterbreiteten Beschlussvorschlag widerspiegeln.

 

Gleichzeitig berichtete Herrn van Lessen ergänzend darüber, dass zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und dem Nds. Kultusministerium durchaus noch weitere Ausbildungsmodelle und Lösungsansätze diskutiert würden, es hierzu aber noch keine konkreten Zwischenergebnisse gäbe:

 

  • Ein Lösungsansatz beträfe die Sozialassistentenausbildung: Hierzu würde z. Zt. überlegt, mit bis zu 24 Fachschulen ein auf 2,5 Jahre verkürztes Teilzeitmodell für Quereinsteiger (mit Lebens- und Berufserfahrung) zu entwickeln.

 

  • Eine weitere Überlegung würde dahingehend angestellt, einen ganz neuen Ausbildungsberuf zu schaffen, der – wie jede andere Berufsausbildung auch – in einer 3jährigen „echten dualen Ausbildung angeboten würde.

Dazu würde aktuell überlegt, einen Modellversuch nach dem Vorbild von Mecklenburg-Vorpommern einzuführen. Dieser sähe nach einer 3jährigen dualen Ausbildung den Abschluss als „KiTa-Fachkraft“ vor. Dieser Ausbildungsabschluss würde aber nicht die Qualifikation „Erzieher/in“ beinhalten, so dass damit nicht die Möglichkeit gegeben wäre, auch in einem Kinder- oder Jugendheim eingesetzt zu werden, sondern nur in der Kindertagesbetreuung (Krippe, KiTa oder Hort) für Kinder von 0 bis 10 Jahren.

 

Nachdem der Schulleiter der BBS Syke, Herr Burghardt, gebeten wurde, die zwischenzeitigen Bemühungen aus seiner Sicht zu schildern, erläuterte dieser anhand von Datenmaterial, dass es in der Sozialassistentenausbildung noch recht hohe Ausbildungszahlen gäbe, diese aber in der darauf aufbauenden Fachschulausbildung zum/zur Erzieher/in überaus drastisch zurückgingen.

 

Grund für diese spürbaren Ausbildungsrückgang sei immer wieder das Fehlen einer gewissen Ausbildungsvergütung, denn über die gesamte Ausbildungszeit von 4 Jahren (2 Jahre Sozialassistenz, gefolgt von 2 Jahren Fachschule Erzieher/in) könnten es sich die Wenigsten leisten, gänzlich ohne finanzielle Mittel auszukommen.

 

Und gerade weil sich die Ausbildungszahlen im Übergang zwischen der Sozialassistentenausbildung und der Fachschule „Erzieher/in“ so dramatisch verändern, sähe die BBS Syke den Bedarf an einer dualisierten und vergüteten Ausbildung insbesondere im Bereich der Fachschule „Erzieher/in“. Das angehende KiTa-Personal verbringe dann nur noch 2 Tage pro Woche im Theorieunterricht und arbeite daneben für 3 Tage in der jeweiligen Ausbildungseinrichtung.

 

Gleichzeitig dämpfte Herr Burghardt aber allzu hohe Erwartungen an die angedachte dualisierte Fachschulausbildung: Zum kommenden Schuljahr 2019 könne man aus rein personellen Gründen zunächst nur mit einer Klasse, d. h. rd. 25 Schülerinnen und Schülern beginnen. Schließlich verfüge er im Bereich der Sozialpädagogik lediglich über 13 Lehrkräfte, davon seien 5 Teilzeitlehrkräfte, eine Lehrkraft befinde sich aktuell in Elternzeit und eine Lehrkraft ginge in Pension. Glücklicherweise habe er jedoch zum 01.04.2019 eine neue Lehrkraft gewinnen können, aber im Ergebnis müsse im Bereich der Sozialpädagogik durchaus von einem ausgeprägten Fachkräftemangel gesprochen werden.

 

Mit Blick auf die vorliegende Sitzungsvorlage und dem benannten Tagesordnungspunkt wies Herr Jahnke auf den offensichtlichen Widerspruch zwischen einer „dualen“ und einer „dualisierten“ Ausbildung hin.

Hierzu führte Herr van Lessen aus, dass es sich hier (abweichend zur Formulierung des Tagesordnungspunktes, der auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurückginge) eindeutig nur um eine „dualisierte“ Form der Ausbildung handele, da für eine „echte“ duale Ausbildung im erzieherischen Bereich der rechtliche Rahmen fehle.

 

Vor dem Hintergrund der bisherigen Sachdarstellung durch Herrn Burghardt wurde von Herrn Kortkamp die Frage aufgeworfen, ob nicht zwangsläufig alle Sozialassistenten in die neue Form der dualisierten und vergüteten Fachschule überführt werden müssten.

Dem widersprach Herr Burghardt, da seiner Meinung nach diejenigen zurückgewonnen werden müssten, die aus finanziellen Gründen die Ausbildung bereits verlassen hätten. Aktuell vorhandene Vollzeitschülerinnen und -schüler zum Umsatteln in die dualisierte Teilzeitausbildung zu bewegen, hielt er für wenig zielführend – dadurch hätte man nicht eine einzige Nachwuchskraft mehr, sondern die vorhandenen nur von einem System ins andere gebracht.

 

Nach kurzer Aussprache waren sich die Mitglieder des Schulausschusses darüber einig, dass von sämtlichen Beteiligten alle Anstrengungen zu unternehmen sind, um die Einführung der neuen dualisierten Fachschulausbildung zum 01.08.2019 zu ermöglichen.


Beschluss:

Die Planung der BBS Syke, die Ausbildung zur/zum Erzieher/in in der Fachschule Sozialpädagogik ab Schuljahresbeginn 2019/2020 in dualisierter Form anzubieten, wird begrüßt. Alle Beteiligten werden aufgefordert, das Vorhaben zum Erfolg zu führen.

Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis:

Einstimmig