Auszug - Bekanntgaben  

Sitzung des Jugendhilfeausschusses
TOP: Ö 10
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 14.03.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:40 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Kowalzik weist zunächst auf die ausgelegten Jugendschutzgesetze im Taschenkalenderformat und einem Ferienkalender auf der Rückseite hin. Diese können mitgenommen und bei Bedarf auch bei ihm nachgeordert werden.

 

Hinsichtlich des Projektes „Rein in den Verein“hrt Herr Kowalzik aus, dass im Jugendhilfeausschuss zuletzt im Oktober 2018 darüber berichtet worden ist. Bei der Web-Serie wurden 5 Filme über die Bereiche Landjugend, Sport, Tiere, Rettungswesen und Kirchliche Jugendarbeit abgedreht. Es werden noch 3 weitere Filme für die Bereiche Schützen, Pfadfinder und alles rund ums Wasser gedreht werden. Die Folgen werden in einem eigenen YouTube-Kanal zu sehen sein, der wiederum mit der Internetseite zur Jugendarbeit in Vereinen und Jugendverbänden verlinkt ist.

Hinsichtlich der Internetseite wird gerade mit der EDV-Abteilung des Landkreises Diepholz ein Leistungsverzeichnis erstellt um danach Angebote bei Firmen für die Gestaltung der Oberfläche einzuholen. Zweck der Internetseite soll sein, passgenaue Angebote aus einer großen Datenbank angezeigt zu bekommen. Über Schlagwörter oder anderen Auswahlkriterien wie Träger, Ort, Zeitraum oder Teilnehmeralter können Angebote aufgezeigt werden. Daneben wird auf der Internetseite auch die Web-Serie zu sehen sein und aktuelle Nachrichten werden angezeigt.  Alles in einem jugendgerechten Design. Weiter werden auch ein Analysetool, die Nutzbarkeit auf mobilen Endgeräten und eine Suchmaschinenoptimierung berücksichtigt.

Diese Maßnahmen konnten vom Landkreis Diepholz weitestgehend alleine gesteuert und bearbeitet werden. Bei anderen Vorhaben ist man auf die Unterstützung der Gemeinden, Schulen oder den Vereinen angewiesen.

Hinsichtlich der Lokalen Netzwerke haben sich trotz aller Bemühungen erst drei gebildet. In zwei weiteren Kommunen sind Termine für Auftaktveranstaltungen bereits geplant. Vier weitere Kommunen haben eine Durchführung einer solchen Auftaktveranstaltung zugesagt, aber noch nicht terminiert. Die Lokalen Netzwerke sind auf Ortsebene wichtig, um weitere Maßnahmen wie einen Tag der Vereine oder eine verlässliche Ferienbetreuung organisieren zu können.

Zum Tag der Vereine kann lediglich die Festsetzung des Termins mitgeteilt werden. Zunächst stand der 19.09.2019 im Raum. Jetzt wird dieser Tag aber am Weltkindertag am 20.09.2019 stattfinden.,

Idee bei der Unterstützung des Ehrenamtes durch Schulen war die Möglichkeit, zu besonderen Anlässen zum Zwecke der Jugendarbeit oder einer anderen ehrenamtlichen Tätigkeit eine Unterrichts- oder Hausaufgabenbefreiung zu erhalten. Daneben war mit dieser Idee auch eine weitere Förderung des Ehrenamtes durch eine Behandlung des Themas im Unterricht oder bei Projekttagen, einer Würdigung des Engagements in Beiblättern zum Zeugnis oder in einer stärkeren Kooperation mit der freien Jugendarbeit verbunden. Leider hat die Landesschulbehörde nach wie vor Probleme, die Realisierung dieser Maßnahme aktiv zu unterstützen z. B. durch gemeinsame Informationsblätter für Schulen und Schüler. Hier werden daher noch weitere Abstimmungsgespräche zu führen sein.

Die weiteren Maßnahmen Verlässliche Ferienbetreuung durch Vereine und weitere Busse für die Jugendarbeit machen erst Sinn, wenn sich die lokalen Netzwerke etabliert haben.

 

Herr Albers dankt Herrn Kowalzik für die Ausführungen. Er betont die Wichtigkeit der Arbeit vor Ort in den Kommunen für dieses Projekt.

Frau Tammen zieht einen Vergleich zum Aufbau der Netzwerke für Frühe Hilfen. Auch diese seien nach und nach und schrittweise entwickelt worden. Der Aufbau der lokalen Netzwerke im Projekt „Rein in den Verein“ benötige mithin auch mehr Zeit als ursprünglich veranschlagt. Frau Tammen geht davon aus, dass, nachdem sich die ersten Netzwerke gebildet haben, weitere in anderen Kommunen folgen werden. Herr Albers ergänzt, dass auch der Kreisjugendring bei der Sache bleibt.

Frau Wall berichtet von der Auftaktveranstaltung in Sulingen. Hier waren sehr wenige Akteure. Gründe dafür nnten sein, dass bereits viele Strukturen bestehen. In der Samtgemeinde Schwaförden gibt es zum Beispiel eine Ferienbetreuung, organisiert durch den Förderverein der Schule. Daneben kämpfen die verschiedenen Vereine um ihre Mitglieder. Insgesamt wird es Zeit benötigen, bis sich diese Netzwerke entwickeln.

Herr Kawemeyer ergänzt, dass auch die Größe der Kommune eine Rolle spielt. Eine Gemeinde mit vielen Mitarbeitern wie die Gemeinde Stuhr hat andere Möglichkeiten zum Aufbau eines solchen lokalen Netzwerkes als kleinere Verwaltungseinheiten wie z. B. die Gemeinde Wagenfeld.

Frau Schauland erkundigt sich, in welchen 3 Kommunen bereits ein lokales Netzwerk gebildet worden ist. Herr Kowalzik  nennt daraufhin die Kommunen Sulingen, Lemförde und Weyhe. In Diepholz findet in der nächsten Woche die Auftaktveranstaltung statt. 

Frau Winkler weist auf eine bereits bestehende Kooperation in Bassum hin. Von dieser Kooperation wird die Veranstaltung „Mitternachtssport“ in Bassum geplant. Herr Kowalzik stellt klar, dass mit den lokalen Netzwerken keine Doppelstrukturen aufgebaut werden sollen. Die Vereine sind von der Kommune vor Ort besser zu erreichen. Das Programm der Auftaktveranstaltung kann aber vom Fachdienst Jugend betreut werden. Hinsichtlich bereits bestehender Netzwerke weist Herr Albers darauf hin, dass die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen auch einen Jugendring hat.

Herr Jäger informiert darüber, dass er als Vertreter der evangelischen Jugend bei der Auftaktveranstaltung in der Samtgemeinde Lemförde teilgenommen hat. Die Atmosphäre bei der Veranstaltung hat er als sehr angenehm empfunden. Für Vereine ist das gemeinsame Auftreten kein Problem. In Lemförde ist zum Beispiel ein großes Sommerfest geplant. Hier werden die Vereine auch gemeinsam auftreten. Zu der Auftaktveranstaltung hat die Verwaltung eingeladen. Die Verantwortung für dieses lokale Netzwerk soll aber in die Hand der Vereine übergeben werden.

 

Frau Tammen informiert hinsichtlich des Themas Kinder von psychisch kranken Eltern“ über ein geplantes Fachgespräch mit Frau Prof. Dr. Wagenblass von der Hochschule Bremen. Dieses Fachgespräch ist für den 10.09.2019 in der Zeit von 15 Uhr bis 17 Uhr geplant. Es soll ein Fachvortrag sein, wodurch die Anwesenden in diese Thematik eingeführt werden. Diese erste Veranstaltung ist intern für Mitarbeiter der Verwaltung sowie den Mitgliedern von Ausschüssen vorgesehen. Danach müsse man dann das weitere Vorgehen zu diesem Thema abstimmen. Herr Scholz weist auf ein Forschungsprojekt zu diesem Thema des AFET Bundesverband für Erziehungshilfe e.V. hin.

 

Als weiteren Punkt spricht Herr Klusmeyer das Thema „Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen“ an.

Es herrsche große Sorge angesichts des Fachkräftemangels in Kindertageseinrichtungen.

Mit diesem Thema beschäftige man sich auf vielen Ebenen.

Wichtig sei, dass das Land Niedersachsen Rahmenbedingungen schaffe, mit denen kurzfristig auf den bereits bestehenden Fachkräftemangel reagiert werden könne. Auf Landesebene werde dazu der sog. Niedersachsenplan „Mehr Fachkräfte für die Kita“ auf dem Weg gebracht. Es gehe dabei insbesondere um die zügige Einführung neuer berufsbegleitender (dualisierter) Teilzeitausbildungsgänge für Fachkräfte, die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten, die Vereinfachung des Quereinstiegs in die Ausbildungsgänge und insgesamt um die Erhöhung der Attraktivität der gesamten Erzieherausbildung. Auch stehe die Frage im Raum, ob die Erzieher-Ausbildung perspektivisch eine schulische Ausbildung bleiben solle oder ob nicht vielmehr eine vergütete duale Ausbildung (entsprechend dem Berufsbildungsgesetz) zukünftig der richtige Weg für eine reformierte Kita-Ausbildung sei.

Neben solch mittelfristigen Perspektiven brauche es aus Sicht der Kita-Träger und Kommunen aber kurzfristig wirkende Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel begegnen zu können.

Hiermit befasse sich auch die Berufsbildende Schule (BBS) in Syke, die für die Erzieherausbildung zuständig sei. Herr Klusmeyer verweist in diesem Zusammenhang auf die entsprechenden Beschlüsse des Schulausschusses und des Kreisausschusses vom Februar 2019, wonach die BBS Syke einen zusätzlichen dualisierten Ausbildungsgang einrichten soll, mit dem Sozialassistenten in Teilzeitform in drei Jahren (eventuell auch 2,5 Jahre) zum  Erzieher/in ausgebildet werden. Diese Ausbildung findet dann an zwei Tagen in der Schule und an drei Tagen in der Kindertageseinrichtung statt. Diese Ausbildung soll von den Trägern auch vertet werden. Zur Realisierung dieses neuen und zusätzlichen Ausbildungsmodells würden in den kommenden Wochen weitere Gespräche auch unter Beteiligung der Kommunen und Kitaträger mit der BBS stattfinden. Auch gebe es Ende März ein Treffen der Schulleiter der Fachschulen mit Vertretern des Kultusministeriums in Hannover. Auch hier würden Modelle und Bedingungen für neue dualisierte Ausbildungsgänge besprochen. Diese Ergebnisse würden ebenfalls in die weiteren Erörterungen auf Landkreisebene einfließen.

Anfang April gebe es dann eine Informationsbesprechung der Kita-Träger im Landkreis gemeinsam mit Vertretern der BBS.

Über die weiteren Entwicklungen - insbesondere den Fortgang des von der BBS angestrebten Ausbildungsganges - werde man dann in der nächsten JHA-Sitzung berichten.

 

Frau Roitsch-Schröder berichtet von Treffen verschiedener Leiter von Kindertageseinrichtungen. Auch in Arbeitsgruppen wurde besprochen, dass eine Verbesserung der Ausbildung der richtige Weg ist. Es ist aber zu berücksichtigen dass bei der vorgestellten Ausbildung von Sozialassistenten zu Erziehern diese an 2 Tagen nicht in der Kindertageseinrichtung sind und somit dort fehlen. Daneben ist auf die Qualität der Erzieherausbildung zu achten.

 

Frau Ravens betont, dass die Weiterbildung von Sozialassistenten zu Erziehern zunächst zu einem höheren Bedarf in den Kindertagesstätten führen wird. Die Sozialassistenten fehlen dann erstmal in den Kindertagesstätten.

 

Herr Flor betont, dass man für die Ausbildung der Kita Fachkräfte auch zusätzliche Fachlehrer an den Fachschulen brauche. Herr Klusmeyer bestätigt dies und weist darauf hin, dass sich die BBS Syke bereits um die Einstellung zusätzlicher Fachlehrer bemühe, um den zusätzlich geplanten Ausbildungsgang realisieren zu können.

An das Kultusministerium müsse man in diesem Zusammenhang die Anforderung richten, die Fachschulen mit entsprechenden Kompetenzen und Ressourcen auszustatten, damit die zutzlichen Fachlehrer auch eingestellt werden könnten.

Ob es insgesamt genügend Fachlehrer auf dem Arbeitsmarkt gebe, sei dann noch eine weitere zusätzliche Problematik.

 

Herr Garbers weist auf den vorhandenen Fachkräftemangel in der Jugendpflege hin. Er erkundigt sich danach, ob es hierfür auch einen Ausbildungsgang geben wird bzw. ob die Fachkraft für Kindertagesstätten auch in der Jugendpflege arbeiten könne.

Herr Klusmeyer erläutert, dass das neue “Berufsbild” der “Fachkraft in Kindertages-einrichtungen“ nur für den Einsatz in Kitas vorgesehen sei. Ein Einsatz in anderen Bereichen wäre ggf. nur über Zusatzqualifizierungen möglich.

Nach dem herkömmlichen Modell ausgebildete „Erzieher“nnten dagegen mit ihrem Abschluss z. B. auch in Jugendhilfeeinrichtungen eingesetzt werden.

Mit der Ausbildung zu einer „Fachkraft für Kindertageseinrichtungen“ wolle das Land zielgerichtet auf den Fachkräftemangel im Kita-Bereich reagieren.

 

Der Vorsitzende weist das Gremium darauf hin, dass diese Informationen zum Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen unter dem Punkt Bekanntmachungen von der Verwaltung mitgeteilt wurde. Sofern der Bedarf gesehen wird, soll dieses Thema als einzelner Tagesordnungspunkt in einer der nächsten Sitzungen behandelt werden.