Auszug - Aktuelles zur Planung und Vermarktung des Breitbandausbaus im Landkreis Diepholz  

Sitzung des Betriebsausschusses "Breitbandausbau Landkreis Diepholz"
TOP: Ö 4
Gremium: Betriebsausschuss "Breitbandausbau Landkreis Diepholz" Beschlussart: (offen)
Datum: Fr, 15.03.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 9:00 - 9:50 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Vorsitzender Landrat Bockhop erteilte Herrn Klingenberg das Wort, der über die aktuelle Planung und Vermarktung des Breitbandausbaus im Landkreis Diepholz berichtete.

 

Herr Klingenberg stellte den Zeitplan mit Festlegung des Beginns der Ausschreibung dar. Diese Zeitplanung sei mit dem Planer abgestimmt. Zunächst sollen die ersten 6 Baulose und das gesamte Material bis zum 04.04.2019 ausgeschrieben werden. Die 6 Baulose betreffen die Vermarktungscluster 1 und 2 in Rehden und Wagenfeld mit 4 Baulosen sowie in Syke und Bassum mit 2 Baulosen. Zeitgleich soll das gesamte Material für den Landkreis Diepholz ausgeschrieben werden. Ein Beschluss über die Auftragsvergaben soll im Kreisausschuss am 14.06. erfolgen. Unmittelbar vor der Sitzung des Kreisausschusses soll die Sitzung des Betriebsausschusses stattfinden. Bis Ende Juni sollen dann die Aufträge vergeben werden. Als Baubeginn ist der 01.08.2019 vorgesehen.

 

Die verbleibenden 18 Baulose sollen zum 16.05.2019 ausgeschrieben werden. Ein Beschluss über die Auftragsvergaben soll dann am 16.08.2019 erfolgen. Mit dem weiteren Ausbau soll am 01.11.2019 begonnen werden. Die Rechtsberatung WIRTSCHAFTSRAT Recht hat den Auftrag, zu prüfen, ob längere Bindungsfristen der Bieter für die Baulose in den Vermarktungsclustern 3 bis 8 möglich sind. Die Gesamtkosten der Bauvorhaben für den Landkreis Diepholz können, da bisher lediglich die ersten 6 Baulose abschließend durch die Firma Seim & Partner geprüft worden sind, nur durch die Vermarktungscluster 1 und 2 hochgerechnet werden. So kann zunächst überschlägig geprüft werden, ob die im Wirtschaftsplan aufgehrten Investitionen korrekt ausgewiesen sind.

 

Die Vermarktung des gesamten Landkreises Diepholz ist in 8 Vermarktungscluster unterteilt. Herr Klingenberg wies darauf hin, dass auch kleinen Bauunternehmen die Möglichkeit gegeben werden soll, sich an der Ausschreibung einzelner Lose zu beteiligen. Die 8 Vermarktungscluster umfassen insgesamt 24 Baulose. Die Einteilung der Vermarktungscluster sowie die Reihenfolge der Erschließungsmaßnahmen sind unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zwischen dem Planer (Firma Seim & Partner) und dem Pächter (GVG Glasfaser GmbH) abgestimmt worden. Er teilte mit, dass die Vermarktungscluster 1 und 2 im Zeitraum April bis Juni 2019, die Vermarktungscluster 3 und 4 im Herbst/Winter 2019/2020, die Vermarktungscluster 5 und 6 im Frühling/Sommer 2020 und die Vermarktungscluster 7 und 8 im Herbst/Winter 2020 vermarktet werden sollen.

 

Die Vermarktung der Vermarktungscluster 1 und 2 startet parallel im Norden und im Süden des Landkreises. Abhängig von der Bauausschreibung werden sukzessive die weiteren Vermarktungsgebiete festgelegt. Herr Klingenberg stellte den Terminplan für die Vermarktungscluster vor und wies darauf hin, dass der Zeitrahmen für die Vermarktung groß genug sein müsse, um eine gute Chance auf höhere Penetrationsraten zu haben.

 

Der Vertragspartner, die GVG Glasfaser GmbH, vermarktet die Glasfaseranschlüsse mit der Marke „nordischnet“. Die Marke habe sich bereits in Schleswig-Holstein etablieren können. Mit der Marke nordischnet werden die Breitbandprodukte Internet, Telefon und Fernsehen für Privat- und Geschäftskunden angeboten. Nordischnet ist eine regionale Marke der GVG Glasfaser GmbH, die mittels umfassender Kundenberatung und erfolgreicher Vermarktung den Menschen in der Region den zukunftsweisenden Anschluss an das Glasfasernetz erglichen möchte. Die angebotenen Produkte sowohl für die Privatkunden als auch für die Geschäftskunden seien vielfältig. Beginnen würden die Glasfaserangebote bei 200 Mbit/s im Download und 50 Mbit/s im Upload, wodurch sich nordischnet von anderen Anbietern unterscheidet. Privatkunden könnten auch einen Anschluss von 400 Mbit/s im Download und 100 Mbit/s im Upload buchen. Wie üblich betrage die Mindestvertragslaufzeit 24 Monate. Von den Kunden sei eine einmalige Einrichtungsgebühr von 69,-- Euro zu entrichten. Außerdem böte nordischnet auch einen Vertragsabschluss an, über den ausschließlich ein Internetangebot gebucht werden könne.

 

Die Vermarktung beginne zunächst mit der Vermarktungsvorbereitung. Hier erfolge die Abstimmung der Vermarktungstermine mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, die Einladung der Bürgerinnen und Bürger zu Informationsveranstaltungen im Namen der Bürgermeister sowie die Anbringung von Bauzaunplanen, Plakaten und Anzeigebuchungen in regionalen Medien.

 

In einer zweiten Phase würden Informationsveranstaltungen in den einzelnen Gemeinden stattfinden. Hier würde das Gesamtprojekt, die Marke nordischnet und das Vorgehen für die Bürgerinnen und Bürger vorgestellt. Für die Vermarktung sei ein „door-to-door“-Vertrieb geplant, Beratungstermine in den Städten und Gemeinden sowie in der Geschäftsstelle der GVG Glasfaser GmbH in Bassum. Zudem könnten individuelle Beratungen beim Kunden zu Hause erfolgen. In einer letzten Phase, dem Countdown zum Fristende, seien ein verstärkter Hinweis auf die Deadline des jeweiligen Vermarktungsgebietes und die Notwendigkeit der zu erreichenden Wirtschaftlichkeitsquote erforderlich.

 

Zur Unterstützung der Vermarktung der Marke nordischnet sollten verschiedenste Vorgehensweisen Anwendung finden. Hierzu gehörten beispielsweise die Frage nach Personen, die nach einer intensiven Schulung als Botschafter agieren könnten. Welche stärker frequentierten Orte (z. B. Supermärkte, Bäckereien usw.) eignen sich in den Gemeinden für tägliche Promotionsaktivitäten? Zudem wäre die Verfügbarkeit von Räumlichkeiten für Informationsveranstaltungen und Beratungstermine in den Städten und Gemeinden sehr hilfreich. Außerdem wäre es hilfreich, die Standorte zu benennen, an denen in den Gemeinden Bauzaunbanner und Plakate angebracht werden könnten. Weitere Informationen über mögliche nordischnet-Service-Partner, regionale Zeitungen und Mitteilungsblätter, über Gewerbe- und Industriegebiete sowie die Bekanntheit über Vermieter, Hausverwaltung oder Immobiliengesellschaften wären hilfreich. Herr Klingenberg rief dazu auf, das Ausfüllen der Bürgermeister-Fragebögen beim Abstimmungstermin für den jeweiligen Vermarktungsabschnitt zu unterstützen.

 

Um eine hohe Penetrationsrate zu erreichen, sei vorgesehen, die Aktivitäten der Städte und Gemeinden besonders zu fördern. Es sollen Prämien für die höchsten Anschlussquoten zwischen 30.000  und 5.000 r insgesamt sechs Städte und Gemeinden ausgelobt werden. Die Preisverleihung soll im Jahr 2022 erfolgen. Die Prämien sollen für ehrenamtliche Einrichtungen in den Städten und Gemeinden verwendet werden.

 

Herr Kreistagsabgeordneter Meyer fragte an, ob der Landkreis Diepholz bei der Vermarktung entsprechend in Erscheinung treten würde. Herr Klingenberg wies darauf hin, dass im Rahmen der Vermarktung das Logo mit der Windrose des Landkreises Verwendung finden werde. Herr Vorsitzender Landrat Bockhop wies darauf hin, dass der Vertragspartner den Auftrag habe, das Projekt gemeinsam mit dem Landkreis zu vermarkten.

 

Frau Kreistagsabgeordnete Schlegel kritisiert die Prämienverrechnung, da einige Regionen wegen der niedrigen Anzahl der Gebäude keine Chance auf eine Prämierung hätten. Herr Klingenberg wies darauf hin, dass die Auswahl anhand der Quote aus Gebäuden und der Anzahl der Vertragsabschlüsse erfolgen werde. Herr Vorsitzender Bockhop bot an, die Prämien zu streichen. Allerdings bittet er dann um weitere Vorschläge, um die anvisierten Vermarktungsquoten zu erreichen. Eine Motivation vor Ort sei erforderlich.

 

Herr Kreistagsabgeordneter Volker Meyer unterstützte den Wettbewerb. Es sei wichtig, die Ehrenamtlichen zur Vermarktung heranzuziehen. Geld helfe zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements.

 

Herr Samtgemeindebürgermeister Denker informierte sich über den Service Point von nordischnet. Herr Klingenberg teilte mit, dass die GVG Glasfaser GmbH einen Service Point zum 01.04.2019 in Bassum einrichten wolle.