Auszug - Vorstellung der ersten Ergebnisse aus der Abfrage der pflegerischen Versorgung im Landkreis Diepholz  

Sitzung der Pflegekonferenz des Landkreises Diepholz
TOP: Ö 3
Gremium: Pflegekonferenz des Landkreises Diepholz Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 02.05.2019 Status: öffentlich
Zeit: 16:00 - 17:40 Anlass: Sitzung
Raum: Ratssaal des Rathauses Twistringen
Ort: Lindenstr. 14, 27239 Twistringen
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Frau Tammen erklärt, dass die Abfrage ein Versuch sei, breitere Informationen über die Pflege im Landkreis zu erhalten und durch die Ergebnisse neue Alternativen und Möglichkeiten zu finden. Daraufhin übergibt sie das Wort an Frau Tapken, die die ersten Ergebnisse aus der Abfrage anhand einer Präsentation vorstellt. Die Rücklaufquote des Fragebogens, der im Februar 2019 verschickt wurde, liegt insgesamt bei 43%. Laut Frau Tapken ist das auch im Hinblick auf die Länge des Fragebogens ein gutes Ergebnis, welches eine gewisse Repräsentativität abbildet. Die Präsentation liegt diesem Protokoll als Anlage 1 bei.

 

Im Anschluss an die Präsentation erklärt Frau Tammen, dass die Abfrage und ihre Ergebnisse auch in den nächsten Sitzungen weiter diskutiert werden müssten. Außerdem sollten Verbünde und Kooperationen zwischen Einrichtungen möglicherweise noch einmal zum Thema gemacht werden. Es folgt ein Austausch darüber, ob Pflegefachkräfte aus dem ambulanten Bereich vermehrt wegen besserer Bezahlung in die stationäre Pflege wechseln. Aus den Fragebögen ist dies nicht ersichtlich, einige Mitglieder der Konferenz haben die Problematik jedoch in der Praxis schon erlebt. Frau Helms erläutert dazu, dass die 13.000 zusätzlichen Stellen für Pflegefachkräfte in den stationären Pflegeeinrichtungen durch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) dazu führen, dass die Fachkräfte aus dem ambulanten und teilstationären Bereich in den stationären Sektor abwandern. Die Stellen, die über das neue Gesetz geschaffen werden, werden über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet und nach Tarif vergütet.

 

Frau Wegg erkundigt sich, ob die Versorgung mit Kurzzeitpflegeplätzen im Landkreis Diepholz aus den Fragebögen ersichtlich sei. Dazu erläutert Frau Tapken, dass viele Einrichtungen angeben, Kurzzeitpflege nur in Verbindung mit einer Überleitung in die vollstationäre Pflege anbieten zu können. Frau Wegg betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von Kurzzeitpflegeplätzen, wenn die Angehörigen in den Urlaub fahren. Zudem sei die Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt häufig nicht gegeben. Frau Fischer berichtet dazu aus ihrer Erfahrung, dass vermehrt Tagespflege in Anspruch genommen werde, da keine Kurzzeitpflegeplätze vorhanden seien. Sie plädiert hier für Kooperationen zwischen teilstationären Einrichtungen untereinander sowie teilstationären Einrichtungen und ambulanten Diensten. Frau Linkgt zur Debatte über die Kurzzeitpflegeplätze noch hinzu, dass die Organisation von Kurzzeitpflege mit einem sehr hohen wirtschaftlichen und zeitlichen Aufwand verbunden sei und es sich für viele Einrichtungen nicht lohne, diese Plätze anzubieten. In diesem Zusammenhang rät Frau Helms dazu, die Träger der Einrichtungen und die berufsbildenden Schulen an einen Tisch zu holen und mit Ihnen über die Problematik zu sprechen. Frau Tammen sieht den Landkreis hier in der Funktion des Moderators und berichtet, dass ein solches Treffen in jedem Fall eine Schlussfolgerung der Abfrage sei.

 

Frau Tammen schließt die Diskussion im Hinblick auf genauere Ergebnisse und Tendenzen in der nächsten Sitzung ab, weist jedoch noch auf den Sachverhalt hin, dass das Arbeitsklima in der Einrichtung neben einer angemessenen Bezahlung einen hohen Stellenwert für die Mitarbeiter hat. Zudem müsse mit den Einrichtungsträgern darüber gesprochen werden, inwiefern Bewerbungen auf Ausbildungsplätze häufig inadäquat seien.