Auszug - Bericht des Kreisjägermeisters  

Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit
TOP: Ö 4
Gremium: Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 21.05.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:40 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungssaal des Kreishauses Syke
Ort: Amtshof 3, 28857 Syke
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Herr Hespe berichtet, dass aktuell die Jägerprüfungen abgelegt wurden, es gab 64 Anwärter im Landkreis Diepholz, 43 haben erfolgreich die Prüfung abgelegt. Dies ist eine gewöhnliche Quote bei dieser Prüfung.

 

Auf dem Schießstand in Sulingen haben der Jagdschützenclub und die Jägerschaften erhebliche  Investitionen getätigt. Unter anderem mussten die Kugelfänge erneuert werden. Herr Hespe betont, dass der Schießstand sehr wichtig für die Jägerschaft ist, da es zukünftig ein Schießnachweis für Jäger geben wird. Dieser wurde schon von der letzten Landesregierung gefordert. Der Schießnachweis ist auf Grund einer kleinen Jagdgesetznovelle erst mal nach hinten gerückt, es wird auf eine Entscheidung auf Bundesebene gewartet, wie auch bei der bleifreien Munition. Nach Meinung von Herrn Hespe wird es wohl darauf hinauslaufen, dass es eine bleiminimierte Munition geben wird. Die Sicherheit im Umgang Munition muss stets gewährleistet sein. Gleiches gilt für die Situation des Schusses.

 

Der Kreisjägermeister verweist auf Pressedarstellungen, aus denen hervorgeht, dass die Jagdausübung und der Naturschutz kein Widerspruch sein müssen. Dabei verweist er exemplarisch auf eine Situation im Ochsenmoor. Dort wurde ein zusätzlicher Berufsjäger eingestellt, um in erster Linie das Raubwild zu bejagen. Erste Erfolge dieser Maßnahme gibt es bereits bei den bodenbrütenden Wiesenvögeln, deren Population zugenommen habe.

 

Es besteht von der Jagdbehörde auch ein guter Kontakt zu den Nachbarkreisen, so konnte kurzfristig über die Kreisjägermeister und den Jagdbehörden auf dem kleinen Dienstweg die Abrundung von Jagdflächen über die Kreisgrenzen einvernehmlich geklärt werden.

 

Weiteres Thema ist die Afrikanische Schweinepest (ASP). Herr Hespe informiert, dass die Jägerschaft sowie die Jagdbehörde im guten Kontakt mit dem Veterinäramt stehen. An dem Schweinefleischmarkt sieht man, dass unter anderem China die ASP nicht unter Kontrolle bekommt und der Schweinemarkt dadurch beeinflusst wird. Aus Präventionsgründen ist es daher wichtig, dass weiterhin das Schwarzwild bejagt wird. In diesem Jahr gab es eine Schwarzwildstrecke von 845 Stück, im Jahr zuvor 797 Stücke, dies ist ein Zuwachs bei der Schwarzwildstrecke von 6 %. Herr Hespe betont, dass die Jäger vor Ort gute Arbeit geleistet haben. Bei der Beprobung gibt es eine sehr gute Quote, jedoch muss beim Fallwild des Schwarzwildes noch etwas nachgebessert werden. In der Regel handelt es sich bei dem Fallwild um Verkehrsunfallwild, hier liegt aber die Quote über dem nds. Durchschnitt.

 

Herr Kreisjägermeister Hespe teilt mit, dass die Nutriapopulation stark zugenommen hat. Dies gilt nicht nur für das Gebiet des Landkreises Diepholz. Im Vorjahr belief sich die Strecke auf 238 Stücke, in diesem Jahr bereits 601 Stücke, dies sei ein Zuwachs von über 150 %. Nutrias sind unter anderemr Schäden an Deichen verantwortlich, dies ist besonders ein Thema an der Aue, Hunte und ammmer, sowie an kleinen Flussläufen und am Weserdeich. Im Emsland gab es bei Mäharbeiten sogar schon ein Todesopfer eines Arbeiters, der mit seinem Traktor in einen Nutriabau gefahren ist und sich mit dem Fahrzeug überschlug.

 

Frau Plate möchte wissen ob die Durchfallquote bei der Jägerprüfung nicht sehr hoch ist.

 

Herr Hespe erklärt, dass eine Durchfallquote von 20 30 % in Niedersachsen nicht ungewöhnlich sei.

 

Frau Plate erkundigt sich, ob die Prüfung so schwer ist.

 

Herr Hespe erläutert, dass es bei der Jagdprüfung mehr als 6300 Fragen gibt, wobei bei jeder Frage bis zu zwei Antworten richtig sind. Im Gegensatz hierzu stellt er vor, dass die Prüfung für den Sportbootführerschein, lediglich 260 Fragen umfasst. Dies ist auch so in Ordnung, da die Personen ja später mit einer Waffe ins Revier dürfen.