Protokollinformationen sind noch vorläufig! - Unterstützung im Alltag – Bedarf an haushaltsnahen Dienstleistungen zur Stärkung des ambulanten Bereiches  

Sitzung der Pflegekonferenz des Landkreises Diepholz
TOP: Ö 4
Gremium: Pflegekonferenz des Landkreises Diepholz Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 19.09.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:40 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

Laut Aussage von Frau Stroink verzeichnet der Senioren- und Pflegestützpunkt in den letzten zwei Jahren vermehrt Anfragen auf Unterstützung im Alltag für haushaltsnahe Dienstleistungen, die von den Diensten nicht gedeckt werden können. Haushaltsnahe Dienstleistungen sind eine Unterstützung im häuslichen Bereich und können mit dem Entlastungsbetrag der Pflegegrade 1 bis 5 für 125€ im Monat abgerechnet werden. Im Jahr 2018 wurden 61 Anfragen auf haushaltsnahe Dienstleistungen beim Senioren- und Pflegestützpunkt gezählt. 2019 waren es bis August schon 48 Erkundigungen. Frau Stroink erklärt, dass haushaltsnahe Dienstleistungen von den ambulanten Pflegediensten angeboten werden können. Die Pflegedienste haben jedoch oft nicht die Ressourcen, in diesem Bereich ausreichend aktiv zu werden. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit, sich nach § 45 SGB XI als anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag für haushaltsnahe Dienstleistungen registrieren zu lassen. Frau Stroink zeigt dazu eine Landkreiskarte, auf der die Verteilung dieser haushaltsnahen Dienstleistungen dargestellt ist. In einigen Kommunen des Landkreises Diepholz gibt es keine Angebote in dem Bereich. Die Angebotskarte liegt dem Protokoll als Anlage 2 bei.

 

Herr Harms (AOK) berichtet daraufhin von den allgemeinen Bestimmungen für die Anerkennung haushaltsnaher Dienstleistungen. Die Anerkennung der Angebote wird vom niederchsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie in Hildesheim koordiniert. Die haushaltsnahen Dienstleistungen gehören zu den Angeboten zur Unterstützung im Alltag (AzUA). Im Gegensatz zu den anderen Angeboten (Betreuungsgruppen etc.) können die haushaltsnahen Dienstleistungen auch von gewerblichen Anbietern ausgeführt und mit der Pflegekasse abgerechnet werden, sobald eine Anerkennung besteht. Herr Harms stellt das Kurzkonzept vor, das Aufnahme- und Ausschlusskriterien der verschiedenen Tätigkeiten enthält und von Interessierten direkt angekreuzt werden kann. Das Konzept liegt diesem Protokoll als Anlage 3 bei.

 

Frau Fischer berichtet aus eigener Erfahrung mit Klienten, dass die 125€ pro Monat für viele Pflegebedürftige zu wenig seien und das Geld deshalb angespart werden würde. Frau Helms und Frau Stroink stellen klar, dass es wichtig sei, eine Grenze zwischen Hilfe und Begleitung oder einer Übernahme von Arbeiten (Bsp. Begleitung oder Fahrt zum Arzt), zu ziehen. Auch Herr Harms findet die Abgrenzung in diesem Bereich sehr schwierig und sieht den Grund dafür in einer undefinierten Gesetzgebung. Die haushaltsnahen Dienstleistungen bringen insgesamt eine Unterstützung im ambulanten Bereich. Frau Tammen appelliert deshalb an die Mitglieder der Pflegekonferenz, die vorliegenden Unterlagen zur Anerkennung haushaltsnaher Dienstleistungen an interessierte Institutionen oder Firmen weiterzugeben.