Auszug - Bericht der Verwaltung a) Aktueller Stand der Verkehrsunfälle im Landkreis Diepholz b) Verlegung des Rettungswagens Stemwede-Haldem c) Testweise Verlegung des Rettungswagens Wehrbleck nach Ströhen  

Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit
TOP: Ö 5
Gremium: Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 19.11.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:51 Anlass: Sitzung
Raum: Großer Sitzungssaal des Kreishauses Diepholz
Ort: Niedersachsenstraße 2, 49356 Diepholz
Zusatz: Um 15:30 Uhr wird vor dem Beginn der Sitzung vor dem Haupteingang des Kreishauses eine Besichtigung des neuen „Kfz-Bergeanhänger des Fachdienstes Veterinärwesen und Verbraucherschutz“ angeboten.
 
Wortprotokoll

Wortprotokoll:

a) Aktueller Stand der Verkehrsunfälle im Landkreis Diepholz

Hinweis: Für eine graphische Darstellung der Unfallzahlen liegt dieser Niederschrift die begleitende Präsentation zu nachfolgendem Redebeiträgen bei (Anlage 2).

Herr Nogga berichtet zu den aktuellen Verkehrsunfällen im Landkreis Diepholz. Bis zum Stichtag 11.11.2019 kam es im Landkreis Diepholz zu 4.142 Verkehrsunfällen, womit die letztjährige Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Moment noch leicht unterschritten wird. Aufgrund dieser Unfälle gab es 868 Leichtverletzte und 208 Schwerverletzte. Damit wurde bei den Schwerverletzten bereits jetzt nahezu die Zahl erreicht, welche in 2018 bis zum Jahresende zu verzeichnen war. Als schwerverletzt gelten Personen, die für mindestens 24 Stunden zur Behandlung im Krankenhaus verbleiben mussten und nach 30 Tagen noch am Leben waren. Tödlich verletzt wurden bis zum 11.11.2019 16 Personen, was bereits jetzt eine leichte Erhöhung zum Gesamtvorjahreswert darstellt.

Als häufigste Unfallursachen wurden das zu schnelle Fahren, das Fahren mit zu geringem Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern und das Nichtbeachten der Vorfahrtsregelungen festgestellt. Die tödlichen Unfälle ereigneten sich zumeist außerhalb von geschlossenen Ortschaften.

Der Landkreis beschäftigt sich mit Verkehrssicherheitsarbeit, um die Zahl der Unfälle und damit die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. Dieses Ziel entspricht den Verkehrssicherheitsprogrammen der EU, des Bundes und des Landes Niedersachsen. Auf Basis der polizeilichen Auswertungen zu den Unfallursachen sucht der FD 31 nach Einflussmöglichkeiten, die Zahl der tödlich verunfallten Personen weiter zu verringern. Eine Möglichkeit ist das Ansetzen bei besonders unfallgefährdeten Personengruppen, wozu vor allem zu schnell fahrende Personen zwischen 18-24 Jahren und ältere Personen ab 65 Jahren gehören. Für diese Gruppen werden z.B. Fahrsicherheitstrainings angeboten.

Frau Plate möchte in diesem Zusammenhang auf den tödlichen Unfall von Anfang November 2019 in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen zu sprechen kommen. Sie fragt sich, ob der stationäre Blitzer auf der Unfallstrecke noch zeitgemäß ist und ob ein anderer Standort für diesen sinnvoller wäre. Herr Nogga berichtet, dass bereits Analysen der Strecke stattgefunden haben und derzeit geprüft wird, welche Verkehrssicherungsmaßnahmen sinnvoll sein könnten. Hierzu gehörten auch die mögliche Versetzung der Geschwindigkeitsüberwachungsanlage oder eine mögliche Begrenzung der Geschwindigkeit auf dem gesamten Streckenabschnitt auf 80 km/h. Die Unfallkommission sei mit dem Streckenabschnitt auf jeden Fall befasst.

Herr Kleine merkt an, dass, in Anbetracht der bis zum 11.11.2019 bereits hohen Zahl der tödlich Verunglückten und Schwerverletzten, das Jahr 2019 sich als trauriges Unfalljahr abzeichnet. Herr Engelbart überlegt, ob das daran liegen könnte, weil mittlerweile bekannt sei, dass manche stationären Blitzer momentan nicht betrieben werden und ob es angesichts dessen nicht sinnvoll wäre, die mobilen Blitzer stärker zum Einsatz zu bringen. Herr Nogga versichert, dass die mobilen Überwachungsanlagen bereits gut ausgelastet seien. Für eine noch stärkere Überwachung bestünde derzeit kein politischer Wille.

Herr Plumhof interessiert, ob die Personen, die an Unfällen beteiligt waren und von Blitzern erfasst wurden, möglicherweise häufig nicht aus dem Landkreis kamen und damit Ortsunkundige waren. Auch würde er gerne wissen, ob die im Landkreis zugelassenen Autos im Durschnitt eher alt oder neu sind und wie der Anteil der Unfälle unter Betäubungsmitteleinsatz aussieht. Zu der Ortskundigkeit der betroffenen Verkehrsteilnehmer hat Herr Nogga keine Informationen. Bei den ca. 180.000 im Landkreis zugelassenen Kraftfahrzeugen berichtet Herr Nogga von einer bunten Mischung hinsichtlich des Fahrzeugalters, obwohl der Anteil der älteren Fahrzeuge zunimmt. In den Fällen, bei denen Betäubungsmittel bei der Unfallverursachung eine Rolle gespielt haben, standen ca. 90 % der Personen unter dem Einfluss von Alkohol und ca. 10 % unter dem Einfluss sonstiger Mittel. Genaue Zahlen hierzu sind laut Herrn Nogga aber erst nach Vornahme der Jahresauswertung lieferbar.

b) Verlegung des Rettungswagens Stemwede-Haldem

Herr Speckmann berichtet, dass der bislang in Stemwede-Haldem stationierte Rettungswagen des Kreises Minden-Lübbecke, wie bereits angekündigt, in den nächsten zwei bis drei Wochen nach Stemwede-Levern verlegt wird. Damit die rettungsdienstliche Versorgung ununterbrochen garantiert werden kann, wird dann ein Rettungswagen des Landkreises Diepholz an einem Interimsstandort in Hüde stationiert. Im Moment wird an diesem Standort, der sich direkt an der B 51 befindet, noch ein Carport für den Rettungswagen errichtet.

c) Testweise Verlegung des Rettungswagens Wehrbleck nach Ströhen

Herr Speckmann teilt mit, dass ab dem 01. Dezember 2019 ein Rettungswagen aus Wehrbleck testweise nach Ströhen verlegt wird. Untergestellt wird das Fahrzeug in einem Nebengebäude der Ortsfeuerwehr, welches die Gemeinde Wagenfeld zu diesem Zweck mit einem neuen Tor versehen wird. Ebenfalls werden von der Gemeinde die Nutzung eines Wachraums sowie die Mitnutzung der Küche und der sanitären Anlagen der Ortsfeuerwehr ermöglicht. Nach einer sechsmonatigen Testphase ist die Evaluierung des Standorts vorgesehen, um eine Entscheidung treffen zu können, ob der Standort Ströhen auf Dauer beibehalten werden soll.

d) Sachstandmitteilung zur Afrikanischen Schweinepest

Herr Dr. Graf informiert, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) laut polnischem Veterinärdienst inzwischen Westpolen erreicht habe. So wurde am 14.11.2019 ein verunfalltes Stück Schwarzwild positiv auf das Virus getestet. Inzwischen sind auch weitere Ausbruchsfälle bestätigt worden. Der Ausbruchsort befindet sich etwa 300 km entfernt von dem bisherigen Ausbruchsgeschehen in Ostpolen und ist nur noch 80 km von der deutschen Grenze entfernt. Dies lässt die Verbreitung der ASP durch menschliches Zutun entlang der üblichen Transitstrecken vermuten. Bei einer Entfernung von nur noch 80 km könnte die Erkrankung aber inzwischen auch über natürliche Wanderbewegungen des Schwarzwilds die deutsche Grenze erreichen. Insgesamt sind die Fallzahlen an den bisherigen Ausbruchsorten in Osteuropa seit dem Jahr 2018 deutlich angestiegen. Aufgrund der hohen Gefährdungslage bittet Herr Dr. Graf die Anwesenden darum, den ihnen bekannten Jägern gegenüber zu kommunizieren, dass jedes Stück Fallwild vom Schwarzwild dem Veterinäramt gemeldet werden sollte. Auch augenscheinlich verunfalltes Schwarzwild ist hierbei miteinbegriffen, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Tiere ebenfalls mit der ASP infiziert sind. Je früher der Landkreis Kenntnis von einem Ausbruch erlangt, desto effektiver können Eindämmungsmaßnahmen durchgeführt werden.

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Unfall Präsentation FA (1443 KB)