Auszug - Antrag der Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Biolandbau im Landkreis Diepholz - Regionale Wertschöpfung, gesunde Böden, heimische Artenvielfalt, gesundes Essen  

Sitzung des Kreistages
TOP: Ö 41.3.1
Gremium: Kreistag Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Mo, 02.12.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:00 - 17:53 Anlass: Sitzung
Raum: Gasthaus "Zur Post"
Ort: Hauptstraße 16, 27211 Bassum-Neubruchhausen
VO/2019/223-1 Antrag der Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Biolandbau im Landkreis Diepholz - Regionale Wertschöpfung, gesunde Böden, heimische Artenvielfalt, gesundes Essen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:In Vertretung: gez. KleineBezüglich:
VO/2019/223
Federführend:Verwaltungsführung   
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Wortprotokoll:

Zu dem Antrag „Biolandbau und Stärkung der regionalen Wertschöpfung“hrt Kreistagsabgeordneter Dr. Buryn aus, dass das Ziel des Antrages sei, auf der einen Seite für mehr Informationen über die ökologische Landwirtschaft im Landkreis zu sorgen und den Landkreis dazu zu bewegen, dass die ökologisch und regional produzierten Lebensmittel immer mehr Verwendung in Einrichtungen des Landkreises finden. Schließlich sei es unbestreitbar, dass die moderne konventionelle Landwirtschaft für eine Reihe von Problemen im Kontext mit dem Klimawandel verantwortlich sei.

 

Nitrateintrag und der katastrophale Rückgang der Artenvielfalt nennt Kreistagsabgeordneter Dr. Buryn an dieser Stelle beispielhaft. Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Versorgung der Bevölkerung spiele auch die Herkunft der Lebensmittel. Regional produziertes Essen stärke die lokalen Wirtschaftskreisläufe und kurze Wege schonten die Umwelt. Fachausschuss und Kreisausschuss hätten sich jedoch nur für die Informationsgewinnung ausgesprochen, wofür die Fraktion dankbar sei. Dennoch empfinde man es befremdlich, dass der Landkreis die regionale Wirtschaft nicht stärker unterstützen wolle.


Beschluss:

Die Verwaltung des Landkreises wird gebeten:

 

  1. Den Kreistag über den ökologischen Landbau im Kreis Diepholz zu informieren:

      a.  der derzeitige Stand,
      b.  die Entwicklung bezogen auf Anzahl der Betriebe, die bewirtschaftete
           Fläche
           und die Zugehörigkeit zu Ökolandbau-Zertifizierungslabels,
      c.  Entwicklung der Fördermöglichkeiten zur Umstellung der Betriebe auf
           ökologische Landwirtschaft.
     
  2. Die Nachfrage nach regionalen Bio-Lebensmitteln zu fördern, indem

    a. der Kreis im Rahmen seiner Möglichkeiten konkret auf eine schrittweise Steigerung des Anteils von Bio-Lebensmitteln, größtmöglich aus regionalem Anbau, in Kantinen und in der Gemeinschaftsverpflegung hinwirkt. Namentlich gemeint ist hiermit unter anderem die Verpflegung
        i.   in Kantinen für die Beschäftigten der Behörden, kreiseigenen
             Einrichtungen und Unternehmen sowie
        ii.  bei eigenen Veranstaltungen;

    b. bei der Umstellung der unter 2a. genannten Einrichtungen auf regionale Bio-Lebensmittel nach Lebensmittelgruppen vorgegangen wird (zum Beispiel Kartoffeln, Getreideprodukte etc.), wobei zunächst mit den preiswerten und gut regional verfügbaren Gruppen begonnen wird;


    c. bei Nebenprodukten der Außer-Haus-Verpflegung in Kantinen u.a. (wie Snacks, Riegel, Kaffee usw.) in steigendem Maße auch Produkte aus biologischer Produktion und fairem Handel angeboten werden;

    d. darauf geachtet wird, dass die betroffenen Caterer und Lieferantinnen und Lieferanten die notwendige Voraussetzung einer Bio-Zertifizierung nachweisen;

    e. geprüft wird, inwieweit bei kreiseigenen Großveranstaltungen den Caterern oder Standbetreiberinnen und Standbetreibern Vorgaben entsprechend der oben genannten Punkte gemacht werden können, zum Beispiel im Rahmen eines Projektes ,,Nachhaltige Veranstaltungen";

    f. den Behörden und kreiseigenen Einrichtungen konkrete und praxisnahe Unterstützung bei der Umsetzung der o.g. Ziele geboten wird, zum Beispiel über einen speziell auf den Kreis Diepholz ausgerichteten Leitfaden, der vorhandene Erfahrungen bündelt, lnformationen weiterreicht und bei der Erarbeitung spezifischer und passgenauer Lösungen hilft.
     
  3.                           Zu prüfen, inwieweit in Schulmensen bereits jetzt Lebensmittel aus regionalem und/oder biologischem Anbau verarbeitet werden. lm zweiten Schritt sollten Optimierungspotenziale identifiziert und umgesetzt werden. Hierbei soll der Kreis bei nicht kreiseigenen Einrichtungen, beratend und unterstützend wirken.
     
  4.                           Zu prüfen, inwieweit die Themen ,,gesunde Ernährung" und ,,Herkunft von Lebensmitteln" bereits jetzt in den pädagogischen Angeboten von Schulen und Kitas berücksichtigt werden und gegebenenfalls darauf hinzuwirken, dass diese Angebote optimiert werden.
     
  5.                           Die Kommunikation und Kooperation rund um das Thema regionaler Bio-Landbau und biologische Lebensmittel an geeigneten Stellen zu fokussieren, zum Beispiel durch
      a.   die Fortführung und lntensivierung der Zusammenarbeit mit den
             lnstitutionen und Vereinen, die im Bereich der Förderung und
            Vermarktung von Bioprodukten arbeiten, und
      b.   die Präsentation auf geeigneten Messen.
Abstimmungsergebnis:

Abstimmungsergebnis zu Ziffer 1:

Ja-Stimmen:  59

Enthaltungen:   2

 

Abstimmungsergebnis zu Ziff. 2 – 5:

Ja-Stimmen:  8

Nein-Stimmen:  52

Enthaltungen:   1