Auszug - Informationen und Aussprache über die Jugendarbeit im Bereich der Gemeinde Weyhe - Mündlicher Bericht von Vertreter/innen der Gemeinde Weyhe  

17. Sitzung 2005 (15. Sitzung VII.) Jugendhilfeausschuss
TOP: Ö 4
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mi, 22.06.2005 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:30 - 17:50 Anlass: Sitzung
Raum: Ratssaal der Gemeinde Weyhe
Ort: Rathausplatz 1, 28844 Weyhe
 
Wortprotokoll

Fachbereichsleiter Eckhard gab zunächst einen Überblick über die Situation im Bereich der Kindertagesbetreuung und Kindergärte

Fachbereichsleiter Eckhard gab zunächst einen Überblick über die Situation im Bereich der Kindertagesbetreuung und Kindergärten innerhalb der Gemeinde Weyhe. Er verwies darauf, dass neben der Gemeinde Weyhe auch noch eine Vielzahl freier Träger Kindergärten in Weyhe betreiben.

Die Mittel, die die Gemeinde Weyhe für die Kindertagesbetreuung aufwende, seien mit rund 4,5 Millionen EURO erheblich. Der Zuschussbedarf betrage rund 2,9 Millionen EURO

(Die von Herrn Eckhard im Einzelnen dargestellten Informationen sind diesem Protokoll als Anlage 1 beigefügt.)

 

Gemeindejugendpfleger Meyer ging auf die kommunale Jugendarbeit in der Gemeinde Weyhe ein und gab zunächst einen Überblick über die Entwicklung der Jugendarbeit in Weyhe seit dem Jahre 1980. Die Jugendarbeit stütze sich nach wie vor auf die 3 Säulen Jugendpflege, Betrieb der beiden Jugendhäuser in Leeste und Kirchweyhe sowie die Förderung der Jugendverbände. Im laufenden Haushaltsjahr wende die Gemeinde für die Jugendarbeit insgesamt ca. 354.000 € auf. Herr Meyer schilderte das Angebot in den beiden Jugendhäusern. Die Jugendhäuser würden auch mit den entsprechenden Institutionen und Regeleinrichtungen (Agentur für Arbeit, Berufschulen etc.) eng zusammenarbeiten, ebenso wie mit den Schulen und den örtlichen Vereinen. Überhaupt sei die Unterstützung der Jugendvereine und Verbände ein wichtiger Eckpfeiler der gemeindlichen Jugendarbeit. In den letzten 10 Jahren sei so ein wirklich gutes Netzwerk der Jugendarbeit in Weyhe entstanden, dass vielfältige Aktionen, Freizeit-, Bildungs- und Beschäftigungsangebote vor Ort initiiert habe. Als verantwortlichen Jugendpfleger gehe es ihm darum, dieses Netzwerk kontinuierlich auszubauen. Herr Meyer schilderte anhand von konkreten Beispielen die durchgeführten Veranstaltungen und Aktionen der Jugendarbeit in Weyhe.

 

Im Rahmen dieser Arbeit sei es wichtig, die Eigenständigkeit der Vereine zu achten und sie zu unterstützen. Dafür stelle die Gemeinde u. a. auch Räume, Materialien und Hilfsmittel (z.B. für Freizeiten) zur Verfügung. Dass die geleistete Jugendarbeit auch präventiv wirke, schloss Herr Meyer aus den im Rahmen des Sozialraumprozesses dargestellten statistischen Zahlen, wonach in Weyhe, bezogen auf die Einwohner, deutlich geringere Jugendhilfekosten für stationäre und teilstationäre Maßnahmen aufzuwenden seien.

 

Herr Meyer plädierte abschließend dafür, die ehrenamtlich Verantwortlichen in den Vereinen und Verbänden nicht zu überlasten, indem unter dem Stichwort „Förderung der Ehrenamtlichkeit“ immer mehr öffentliche Aufgaben auf diesen Personenkreis „übertragen“ würden.

 

JHA-Vorsitzender Heitmann dankte Herrn Eckhard und Herrn Meyer für die interessanten Ausführungen. Er bat nun Frau Wiegand und Herrn Winne von der Jugendwerkstatt, ihren Bericht direkt anzuschließen, damit man dann anschließend die Berichte insgesamt besprechen könne.

 

Frau Wiegand schilderte nochmals die Aufgabenfelder der Jugendwerkstatt und hob die Bedeutung derartiger Einrichtungen für die Integration von benachteiligten Jugendlichen in das Berufsleben hervor. In den Jugendwerkstätten werde sehr engagierte Arbeit geleistet für Schulabgänger, die ohne diese Hilfe und Unterstützung kaum oder keine Berufs- und damit Zukunftschancen haben würden.

Herr Winne griff dies auf und schilderte, dass die betreuten Jugendlichen innerhalb relativ kurzer Zeit merkliche Fortschritte machen würden. Dies sei aber nur durch die intensive Begleitung und Förderung auf der Grundlage individueller Förderpläne möglich. Dies erfordere natürlich einen entsprechenden Personalaufwand. Dafür könne man aber auch Erfolge vorweisen. Frau Wiegand und Herr Winne machten deutlich, dass die Finanzierung der Jugendwerkstätten in den vergangenen Jahren immer ein schwieriges Unterfangen gewesen sei, da man mehrere Partner brauche, die sich an der Finanzierung beteiligen. Ob europäische Fördermittel auch nach 2006 noch zur Verfügung stehen würden, sei derzeit unsicher. Von daher sei die Finanzierung der Werkstatt nach dem Jahr 2006 nicht gesichert.

Die Vertreter der Jugendwerkstatt baten den Jugendhilfeausschuss darum, sich für eine weitere Förderung der Jugendwerkstätten politisch einzusetzen. Man könne diese wertvolle Arbeit nur aufrechterhalten, wenn die Bereitschaft vorhanden sei, dass sich auch der Landkreis als Jugendhilfeträger in diesem Bereich weiter finanziell engagiere.

 

Die Vertreter der Gemeinde Weyhe unterstrichen die gute Arbeit und die gute Kooperation mit der Jugendwerkstatt. Herr Springer hob hervor, dass sich auch die Gemeinde Weyhe in diesem Bereich engagiere, indem sie der Jugendwerkstatt die entsprechenden Räumlichkeiten in dem TRAFO-Gebäude zur Verfügung stelle. Auch die Gemeinde Weyhe habe ein starkes Interesse an dem Erhalt der Jugendwerkstatt in Weyhe.

 

Im Anschluss an die Vorträge schloss sich eine kurze Nachfrage- und Ausspracherunde an.

 

Vorsitzender Heitmann dankte allen Vortragenden. Er hob nochmals das aus seiner Sicht vorbildliche Konzept einer vernetzten Jugendarbeit in Weyhe hervor. Besonders beeindruckt habe ihn die gute Zusammenarbeit zwischen der Kommune und den Vereinen, Trägern und Verbänden, die sich in der Jugendarbeit engagieren. In Weyhe habe man eindrucksvoll schon längst nach dem Prinzip gehandelt, dass es besser sei, in Prävention zu investieren, als später in (meist wesentlich teurere) Jugendhilfemaßnahmen.