Auszug - Bericht zur "Integrierten Berichterstattung Niedersachsen - ISN" in der niedersächsischen Jugendhilfe  

8. Sitzung 2008 (28. Sitzung VII.) Jugendhilfeausschuss
TOP: Ö 7
Gremium: Jugendhilfeausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 10.04.2008 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 15:00 - 18:20 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungssaal des Kreishauses Syke
Ort: Amtshof 3, 28857 Syke
 
Wortprotokoll

Herr Enders, der innerhalb des Fachdienstes die Projektverantwortung für das IBN-Projekt wahrnimmt, gibt mittels einer Power-P

Herr Enders, der innerhalb des Fachdienstes die Projektverantwortung für das IBN-Projekt wahrnimmt, gibt mittels einer Power-Point-Präsentation einen umfassenden Überblick über die „Integrierte Berichterstattung Niedersachsen“ (IBN) und insbesondere über die in diesem Zusammenhang erhobenen Kennzahlen und deren Auswertungen. Die von Herrn Enders verwendeten Folien sind dem Protokoll als Anlage 2 beigefügt.

 

Herr Enders geht zunächst auf die Entstehungsgeschichte von IBN ein und schildert dabei auch die Zielsetzungen für den Aufbau des fundierten landesweiten Berichterstattungs- und Kennzahlenwesens für Jugendämter. Herr Enders erläutert anhand von Beispielen und ausgewählten Kennzahlen das IBN-System. Durch vielfältig mögliche Verknüpfungen zwischen den erhobenen Daten würden sich eine Vielzahl von Auswertemöglichkeiten ergeben, aufgrund derer man sich erhoffe, Rückschlüsse auf Ursachen und Wirkungszusammenhänge im Bereich der Jugendhilfe zu erhalten.

 

Die an IBN beteiligten Jugendämter seien innerhalb Niedersachsens zu bestimmten Vergleichsringen zusammengefasst worden. Maßgebliches Kriterium für die Bildung eines Vergleichsringes seien die sozio-strukturellen Grundbedingungen der Landkreise gewesen. Man wolle solche Landkreise miteinander vergleichen, die ähnliche oder vergleichbare soziale und strukturelle Grundbedingungen haben. Herr Enders stellt die Vergleichsringe im einzelnen vor und erläutert dabei näher den Vergleichsring 8, an dem der Landkreis Diepholz beteiligt ist. Herr Enders erläutert ebenfalls die im Rahmen von IBN entwickelten Kennzahlen und stellt anhand einer Auswahl von Daten aus dem Jahre 2006 verschiedene Auswerteergebnisse im Detail dar. Er erläutert ebenfalls anhand von Beispielen, zu welchen Fragestellungen IBN bisher Wirkungszusammenhänge analysiert hat und an welchen Stellen sich vermutete Wirkungen bisher durch die IBN-Daten nicht bestätigt hätten.

 

Hinsichtlich der Vergleichszahlen wies Herr Enders darauf hin, dass der Landkreis Diepholz im Vergleichsring 8 durchaus auffällige Kennzahlen im Vergleich zu den anderen Landkreisen habe. Der Landkreis habe in diesem Vergleichsring eine recht hohe Hilfequote und im Vergleich auch relativ hohe Jugendhilfeaufwendungen. Dieses Bild relativiere sich jedoch, wenn man die IBN-Vergleichszahlen für das gesamte Land Niedersachsen zugrunde lege. In diesem Fall rage der Landkreis Diepholz weder besonders positiv noch besonders negativ heraus, sondern bewege sich vielmehr niedersachsenweit im Bereich mittlerer Werte und Kennzahlen.

 

Herr Enders erläutert auch Kennzahlen aus dem Bereich der Kundenzufriedenheit und der Mitarbeiterzufriedenheit. Im Bereich der Mitarbeiterzufriedenheit könnten die Daten des Landkreises Diepholz durchaus besser sein. Hier liege man auch niedersachsenweit unterhalb der Mittelwerte. Herr Enders erläutert dies anhand entsprechender Daten und Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen aus IBN.

 


Herr Enders weist abschließend darauf hin, dass derzeit die IBN-Daten für das Jahr 2007 in das System eingegeben würden. Mit den Auswertungen dieser Daten sei aber erst nach der Sommerpause zu rechnen, da zunächst alle Jugendämter in Niedersachsen ihre Dateneingaben abgeschlossen haben müssten. Außerdem werde das IBN-Kennzahlensystem in den dafür vorgesehenen Projektgremien ständig optimiert und weiterentwickelt. Ferner würden auch weitere Bereiche der Jugendhilfe (z. B. Jugendgerichtshilfe, Kindertagesbetreuung) künftig in die IBN-Berichterstattung einbezogen.

Das gesamte Berichtserstattungssystem sei damit durchaus umfangreich und komplex.

 

Vorsitzender Heitmann danke Herrn Enders für die sehr ausführliche und detaillierte Aufbereitung und Darstellung des IBN-Datenmaterials. In der anschließenden ausführlichen Aussprache wird von verschiedenen Jugendhilfemitgliedern betont, dass man von der Komplexität und der sehr differenzierten Datenaufbereitung durchaus überrascht und auch beeindruckt sei. Herr Kawemeyer betont, dass es schon länger eine politische Forderung gewesen sei, im Bereich der Jugendhilfe valide Kennzahlen auch zum Vergleich der Jugendämter untereinander zu entwickeln. Er sei ebenfalls beeindruckt, mit welcher differenzierten Fachlichkeit IBN diese - aus seiner Sicht durchaus wichtige - Aufgabe angegangen sei.

 

Dem stimmte auch Frau Heckmann zu, die ihrerseits betont, dass so differenzierte Kennzahlenerhebungen und Auswertungen auch erhebliche Arbeit nach sich ziehen würden. Dass dieses im Fachdienst Jugend neben der Alltagsarbeit geleistet werde, müsse man durchaus anerkennen. Fachdienstleiter Klusmeyer äußert, dass er es für unabdingbar halte, Wirkungszusammenhänge und Kennzahlen im Bereich der Jugendhilfe zu analysieren und auch untereinander zu vergleichen. Hier leiste IBN wichtige Grundlagenarbeit für das gesamte Land.

 

Einzelne Jugendämter würden nicht in der Lage sein, ein derartiges System mit entsprechend fundierten Auswertemöglichkeiten zu entwickeln und zu installieren. Man müsse jedoch beachten, dass IBN insgesamt handhabbar bleibe und nicht zu aufwendig und zu komplex werde. Dies wurde von Herrn Scholz im Grunde bestätigt. Er weist darauf hin, dass man sich allerdings nicht zu sehr von Kennzahlen und externen Vergleichen leiten lassen solle. Vielmehr müsse Jugendhilfe auch in der Lage sein, die eigene Fachlichkeit und den eigenen Anspruch selbst zu definieren und dann auch hinsichtlich der Wirkungen und des Erfolges zu überprüfen. Auf die drängenden Fragen der Jugendhilfe gebe es regelmäßig leider keine einfachen Antworten, sondern letztlich seien sehr differenzierte Betrachtungen unerlässlich.

 

Herr Kawemeyer betont, dass er kein Problem darin sehe, wenn der Landkreis im Vergleichsring bei einigen Kennzahlen keine gute Position einnehme. Wichtig sei vielmehr, dass man anhand der Ergebnisse die eigene Arbeit kritisch reflektiere, um zu den notwendigen Optimierungen zu kommen. Er habe keinen Zweifel daran, dass dies engagiert und fachlich fundiert im Fachdienst geschehe. Solange dies der Fall sei, müsse man nicht jede Kennzahl quasi „auf die Goldwaage“ legen.

 

Vorsitzender Heitmann äußert sich positiv darüber, dass man diesen Punkt doch sehr ausführlich dargestellt und auch intensiv diskutiert habe. Er hoffe, dass sich die mit IBN verfolgten Ziele umsetzen lassen und darauf auch Steuerungsentscheidungen in der Jugendhilfe fundiert gegründet werden können.

 

Weitere Wortmeldungen ergeben sich zu diesem Punkt nicht.