Vorlage - VO/2011/029  

Betreff: Information zum Entwurf der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich und zur Bundesinitiative "Schwerpunkt- Kitas Sprache und Integration"
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:Inge Human (i. V.)
Federführend:FD 51 - Jugend   
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss zur Kenntnis
29.03.2011 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses (offen)   

A) Entwurf der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarberei

Beschlussvorschlag:

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A) Entwurf der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarberei

Sachverhalt:

A) Entwurf der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich vom 01.04.2011

 

Die Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich vom 01.02.2006 tritt mit Ablauf diesen Jahres außer Kraft. Nach der konzeptionellen Weiterentwicklung hat das Nds. Kultusministerium einen neuen Richtlinienentwurf im Rahmen der Verbandsanhörung vorgelegt.

 

Damit zum Beginn des neuen Kindergartenjahres 2011/2012 die Sprachförderung entsprechend den neuen Regelungen umgesetzt werden kann, soll die Richtlinie rechtzeitig zum 01.04.2011 in Kraft treten. Die Antragstellung soll in diesem Jahr bis zum 01.06.2011 von den Jugendämtern vorgenommen werden. Der neue Förderzeitraum für die Sprachförderung soll zukünftig zwei Jahre betragen. Der Geltungszeitraum der neuen Richtlinie ist bis zum 31.12.2015 vorgesehen.

 

Die Verfahrensweise der Antragstellung durch den örtlichen Jugendhilfeträger und die Zusammenarbeit mit den Trägern von Kindertageseinrichtungen im Landkreis Diepholz ist nach dem neuen Richtlinienentwurf unverändert. Der Gegenstand der Förderung hat jedoch im Vergleich zur bisherigen Richtlinie gravierende Veränderungen erfahren.

 

Bisher wurden die Personalkosten für eingesetzte Sprachförderkräfte für die geleisteten Sprachförderstunden in den verschiedenen Kindertageseinrichtungen, in denen eine Mindestzahl von Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache betreut wurden, gefördert.

 

Danach hat der Landkreis Diepholz für die Durchführung der Sprachförderung im letzten Förderzeitraum 117.422,64 € erhalten.

 

Zukünftig soll der Fördergegenstand nicht nur die geleistete Sprachförderung im direkten Umgang mit den Kindern beinhalten, sondern auch

 

 

1)      die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur systematischen Integration von

Sprachbildung und Sprachförderung in den pädagogischen Alltag von Kinder-

Tageseinrichtungen,

 

2)      die Entwicklung und Umsetzung von Förderansätzen für Kinder mit erhöhtem  Förderbedarf und

 

3)      die Qualifizierung von Fach- und Leitungskräften, einschließlich Beratung, Coaching und Supervision.

 

Damit sind einige Anregungen, die in der Vergangenheit aus der Praxisarbeit eingebracht worden sind, in dem Entwurf berücksichtigt worden.

Nach dem neuen Richtlinienentwurf soll zukünftig die Sprachförderung in den pädagogischen Alltag des Kindergartens einbezogen werden. Alle Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren mit einem Förderbedarf sollen Sprachförderung erhalten, dies gilt auch für die Kinder, die im Rahmen der Sprachstandsfeststellung bei der Einschulungsuntersuchung zusätzlich am Sprachförderunterricht teilnehmen.

 

Der neue Richtlinienentwurf richtet sich nicht nur an Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache sondern an Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Dieser wird jedoch bei Kindern angenommen, in deren Familien nicht vorrangig deutsch gesprochen wird.

 

Die Höhe der Förderung soll sich nach dem Entwurf an der Anzahl der Gruppen orientieren. Je Gruppe in einer Tageseinrichtung beträgt der Förderbetrag 250 € je Gruppe im Jahr. Weiterhin wird für jedes Kind mit erhöhtem Förderbedarf eine Pro-Kopf-Förderung in Höhe von 112 € pro Jahr gewährt.

 

Voraussetzung für die Förderfähigkeit ist, dass mit allen Trägern von Kindertageseinrichtungen im Landkreis Diepholz bis zum 31.12.2011 ein Konzept zur systematischen Integration von Sprachbildung und Sprachförderung in den pädagogischen Alltag von Kindertageseinrichtungen vereinbart worden ist. 

 

Als weitere Schritte sind daher von Seiten des Landkreises die Voraussetzungen für die Förderfähigkeit zu schaffen. Hierzu ist Verbindung mit den Trägern aufzunehmen.

 

 

B) Bundesinitiative „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“

 

Im Herbst 2010 fand das Interessenbekundungsverfahren für die Teilnahme an dem o. a. Förderprogramm statt. Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass es sich um Einrichtungen mit Kindern unter drei Jahren und einer überdurchschnittlichen Zahl von Kindern mit potentiell hohem Sprachförderbedarf handelt. Die Anträge sind von den Trägern der Kindertageseinrichtungen zu stellen.

 

Ziel des Programms ist, dass Kinder mit einem hohen Sprachförderbedarf erreicht werden und ihnen eine alltagsintegrierte Sprachförderung ermöglicht wird. Dabei soll für Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihrer Lebenslage die frühe Bildungsförderung realisiert werden. Insbesondere soll dadurch den Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern aus bildungsfernen Schichten der frühe Zugang zu öffentlich geförderten Angeboten erleichtert werden.

 

Es sollen bundesweit rund 4.000 Schwerpunkt-Kitas entstehen. Bei den im Rahmen der Initiative ausgewählten Kindertageseinrichtungen werden je Einrichtung eine halbe Stelle für eine pädagogische Fachkraft und zusätzlich die Sachkosten mit einem Gesamt-Budget von insgesamt 25.000 € im Jahr gefördert.

 

Voraussetzung für die Förderung ist die Einstellung einer qualifizierten Fachkraft oder die Stundenaufstockung einer bereits beschäftigten Fachkraft.

 

Im Landkreis Diepholz sind nach dem Interessenbekundungsverfahren insgesamt fünf Kindertageseinrichtungen für die Möglichkeit der Antragstellung in die nähere Auswahl gekommen. Es handelt sich dabei um eine kommunale Einrichtung der Stadt Syke, eine Einrichtung in Trägerschaft der evangelischen Kirche in Syke, eine Einrichtung in Trägerschaft der Stadt Bassum und zwei Einrichtungen der evangelischen Kirche in Diepholz.

Beginn der Förderung kann je nach Antragstellung der 01.03. oder der 01.04. diesen Jahres sein.

 

Das Programm endet mit Ablauf des Jahres 2014.