Vorlage - VO/2011/151  

Betreff: Bauliche Erweiterung des Dümmer-Museums zur Weiterentwicklung der Museumspädagogischen Arbeit
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage Museum
Unterzeichner/in:Dr. Vogeding (Betriebsleiter)
Federführend:Eigenbetrieb 42 - Kreismuseum Bearbeiter/-in: Domzol, Cornelia
Beratungsfolge:
Betriebsausschuss des Kreismuseums Vorberatung
08.12.2011 
Sitzung des Betriebssausschusses des Kreismuseums ungeändert beschlossen   
Kreistag Entscheidung
19.12.2011 
Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Anlage VO-2011-151  

In der Sitzung des Betriebsausschusses des Kreismuseums am 02

In der Sitzung des Betriebsausschusses des Kreismuseums am 02.12.2010 wurden Überlegungen zur Weiterentwicklung der Museumspädagogischen Arbeit im Dümmer-Museum Lembruch und damit einhergehende Überlegungen zur baulichen Erweiterung des Dümmer-Museums vorgestellt. Der Betriebsausschuss nahm seinerzeit positiv Kenntnis und beauftragte den Betriebsleiter die Planungen für diese Vorhaben weiter zu führen.

 

Nach Vorlage der entsprechenden Planung durch den Betriebsleiter stimmte der Betriebsausschuss des Kreismuseums am 06.07.2011 der Weiterentwicklung der Museumspädagogischen Arbeit im Dümmer-Museum Lembruch und den Überlegungen zur baulichen Erweiterung mit der Maßgabe zu, einen verbindlichen Kosten- und Finanzierungsplan aufzustellen und die Folge- und Betriebskosten zu errechnen.

 

Die Überlegungen zur Weiterentwicklung der Museumspädagogischen Arbeit im Dümmer-Museum und die Überlegungen zur baulichen Erweiterung sind im Zusammenhang mit dem Bau eines Teichaquariums am Dümmer-Museum sowie die besucherorientierte Aufbereitung von Museumsthemen, der Ausstellungsinhalte, der Sonderausstellungen und der gezeigten Objekte, zu sehen. Heute gibt es ein sehr differenziertes Verständnis von Museumspädagogik, um im Museum eine qualitätsvolle Vermittlungsarbeit leisten zu können.

 

Die Zielgruppen des Dümmer-Museums sind insbesondere Einzel- und Gruppenbesucher, Schüler aller Schulformen und Jahrgangsstufen, Touristen, Paare und Familien. Unterschiedlichste Angebote für diese Zielgruppen wurden in den letzten Jahren eingeführt und weiterentwickelt, z. B. durch das von der DWU Osnabrück geförderte Projekt „Leben im Wasser“.

 

Spätestens mit dem Bau des Teichaquariums eröffnen sich für das Dümmer-Museum aus museumspädagogischer Sicht neue Möglichkeiten in der zielgruppenorientierten Arbeit. Ein neues, sich ergänzendes Zusammenspiel der Einrichtungen/Präsentationen draußen und drinnen soll entstehen. Das heißt, Besucher und Besucherinnen sehen durch ein Fenster in das Teichaquarium und nehmen den „nachgestellten“ Lebensraum der Fischwelt wahr. Im Museum vor dem Aquarium stehend, können sie die einzelnen Arten näher betrachten und unterscheiden. Die Einrichtung „Teichaquarium“ bedingt neue Vermittlungsangebote, z. B. für Schulklassen und ergänzt auch die schon bestehenden Angebote, z. B. in der Forschungsstation „Leben im Wasser“.

 

Eine Steigerung von Gruppenbesuchen im Dümmer-Museum ist mit dieser Einrichtung zu erwarten. Dieses Mehr an Gruppen, wie auch die Teilnahme von Gruppen an den bestehenden Vermittlungsangeboten des Museums, ruft einen größeren Platzbedarf im Dümmer-Museum Lembruch hervor.

 

Seit 2011 steigt die Anzahl der Besuche von Schulklassen aller Jahrgangsstufen in der Forschungsstation an. Sie nehmen entweder an den entwickelten Museumspädagogischen Programmen für dieses Labor teil oder sie nutzen die Mikroskopieplätze während der von der Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz geförderten Schülerfahrten in heimische Naturräume. Unabhängig von der Anzahl von Schülerinnen und Schülern einer Klasse reicht der bestehende Museumspädagogische Raum im Dümmer-Museum nicht mehr aus.

 

Dies gilt auch bei den anderen Programmen des Museums, wie z. B. Töpfern, Backen, Schiffe basteln. Das beliebte Papierschöpfen kann jetzt nur in den Sommermonaten angeboten werden, weil es wegen fehlender räumlicher Ausstattung nur draußen durchgeführt werden kann.

 

Das Aufstellen von weiteren Tischen und Bänken auf den Freiflächen in der Dauerausstellung für die Durchführung der einzelnen Programme ist für alle Beteiligten (Schüler und Betreuer) äußerst unbefriedigend, erschwert die Abläufe und stört den Gesamteindruck des Museums. Der normale Museumsbesucher fühlt sich dann in der Regel behindert, gestört und wird überfordert.

 

Mit der Einrichtung des Teichaquariums werden museumspädagogische Gruppenbetreuungen entstehen wie Flora und Fauna eines Süßwassersees. Auch die allgemeine Weiterentwicklung der Gruppenangebote bedingt weiterhin eine räumliche Enge im Dümmer-Museum. Neue Programme sind im Bereich der Physik denkbar, indem wasserbauliche Einrichtungen wie Schläuse, Deich oder Düker nachgebaut und ihre Funktionsweise mit Experiment verdeutlicht werden. Die bisher vernachlässigte Gruppe der Seniorinnen und Senioren in der Museumspädagogik braucht Angebote. Der dafür benötigte Platz, an dem sie Muße und Ruhe finden oder an einem Großeltern-Enkel-Programm teilnehmen können, fehlt. Ein neuer Raum in ausreichender Größe für eine Schulklasse würde diese Missstände beheben. Ein Anbau für Museumspädagogische Aktionen schafft Bedingungen, durch die unabhängig vom normalen Museumsbetrieb parallel Gruppen betreut werden können. Auch zwei Gruppen können dann gleichzeitig im Dümmer-Museum verweilen, was heute nicht möglich ist.

 

Schließlich ist die Erlebbarkeit des neuen Teichaquariums durch die bodentiefen Fenster des neuen Raumes möglich. Der Blick auf die Uferpflanzen des Dümmers ist möglich und steht im sinngemäßen Zusammenhang mit den Naturkundlichen Programmen des Dümmer-Museums.

 

Da zum Bildungsprogramm des Dümmer-Museums Lembruch auch die Sonderausstellungen gehören, sollen diese ebenfalls in diesem Raum realisiert werden. Das bedeutet, sie können künftig größer sein, dreidimensionale Objekte sind kein Problem mehr. So könnten dann auch die Wanderausstellungen des Kreismuseums Syke gezeigt werden, was heute nicht möglich ist. Bei Sonderausstellungen wäre im Bedarfsfall auch eine eigene Zuwegung möglich, die den anderen Museumsbetrieb nicht stört. Der bisherige multifunktionale Bereich für Sonderausstellungen sollte bestehen bleiben und weiter genutzt werden. In dem neuen Raum sind darüber hinaus weitere Nutzungen denkbar, wie Konzerte, Matinees, Tagungen, Filmvorführungen und Fortbildungen. Darüber hinaus soll auch nicht die Attraktivität dieser Maßnahmen für den Tourismus am Dümmer verhehlt werden.

 

Der neue Bildungsraum wird vom bestehenden Baukörper aus erschlossen. Der Anbau soll nicht in die Außenwand des bestehenden Daches eingreifen. Ein Verbindungsgang vom heutigen Museumspädagogischen Raum soll in die neue Räumlichkeit führen. Sie soll ebenerdig südlich des Museumsgebäudes liegen und soll einen eigenen Baukörper bilden, der durch bodentiefe Öffnungen im Bedarfsfalle geöffnet bzw. betreten werden kann (Vergleich anliegende Planskizzen).

 

Der Fachdienst 40 Bildung und Liegenschaften hat an Kosten für das geplante Bauvorhaben 160.000 Euro ermittelt. Die Folge-/Betriebskosten betragen 3.000 Euro/jährlich.

 

Die Finanzierung des geplanten Bauvorhabens ist wie folgt vorgesehen:

 

27.000 Euro Kreissparkasse Grafschaft Diepholz                                                        bereits zugesagt

50.000 Euro Europa-Mittel/GLL Sulingen                                                                      beantragt

15.000 Euro Landschaftsverband Weser-Hunte                                                        beantragt

20.000 Euro Eigenmittel Eigenbetrieb Kreismuseum                                         

  5.000 Euro Bingo-Lotto                                                                                                  beantragt

11.000 Euro Spenden über Förderverein des Dümmer-Museums                            bereits zugesagt

32.000 Euro Darlehen VHS

 

Gesamtfinanzierung 160.000 Euro.

 

Der Landkreis Diepholz besitzt das Erbbaurecht an dem Grundstück und dem Gebäude bis 2063. Der Grundstückseigentümer steht der beabsichtigten Baumaßnahme positiv gegenüber. Aufgrund des bestehenden Erbbaurechtsvertrages ist mit dem Grundstückseigentümer die Erweiterung des Erbbaurechts zu vereinbaren.

Das Dümmer-Museum Lembruch wird durch einen Anbau an das vorhandene Muse-umsgebäude entsprechend der beigefügten Planskizze na

Das Dümmer-Museum Lembruch wird durch einen Anbau an das vorhandene Museumsgebäude entsprechend der beigefügten Planskizze nach endgültiger Sicherstellung der Finanzierung der veranschlagten Gesamtkosten von 160.000 Euro erweitert.

 

Der Kosten- und Finanzierungsplan ist einzuhalten.

 

Die Betreuung der Baumaßnahme übernimmt der Fachdienst 40 Bildung und Liegenschaften.

Anlagen:

Anlagen:

 

Planskizzen

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage VO-2011-151 (274 KB)