Vorlage - VO/2013/139  

Betreff: Neufestsetzung des Überschwemmungsgebietes der Hunte von der Einmündung in den Dümmer bis zur Einmündung des Reininger Grabens/Landesgrenze (Hunte III)
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:van Lessen (i. V.)
Federführend:FD 66 - Umwelt und Straße   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt Vorberatung
03.09.2013 
Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung und Umwelt ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss Vorberatung
Kreistag Entscheidung
30.09.2013 
Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Verordnungsentwurf Hunte III  
Übersichtskarte Hunte III  

Die Festsetzung des Überschwemmungsgebietes für einen Teilbereich der Hunte gemäß anliegendem Verordnungsentwurf wird beschlossen Allgemeines

Sachverhalt:

Allgemeines

 

Hierzu wird auf die Vorlage VO/2011/130 „Informationen zu Überschwemmungsgebieten“ hingewiesen.

 

 

Zum Verfahren

 

Der NLWKN hat das Überschwemmungsgebiet der Hunte durch Bekanntmachung vom 16.09.2009 im Nds. Ministerialblatt Nr. 37/2009 vorläufig gesichert.

 

Die Hochwasserabflussverhältnisse in der Hunte haben sich im Laufe der Jahre durch anthropogene Einflüsse (Ausbau der Hunte zwischen Wildeshausen und Diepholz, Eindeichung des Dümmer, Ausbau der Hunte oberhalb des Dümmer, Umleitung des Bornbachs und erhebliche Änderung in der Flächennutzung im Einzugsgebiet) verändert. Diese Situationsveränderung erfordert eine Aktualisierung der Überschwemmungsgebietsfestsetzung aus dem Jahre 1914. Für den Streckenabschnitt der Hunte von Goldenstedt bis zum Wehr Hengemühle ist dies bereits mit Verordnung vom 23.03.2007, veröffentlicht im Nds. MBl. Nr. 13/2007, geschehen.

 

Mit dem jetzigen Ausweisungsverfahren soll folglich das alte Überschwemmungsgebiet südlich und östlich des Dümmer (Ochsenmoor und Hüde) aktualisiert werden, da insbesondere durch angrenzende Besiedlung in der Ortslage Hüde (u.a. Wochenendhausgebiete) bei Überschwemmungen ein nicht nur geringfügiges Schadenspotential besteht. Schwerpunktziel ist jedoch, die natürliche Funktion des Überschwemmungsgebietes zu sichern.

 

Ein Verordnungsentwurf in Text und Kartendarstellung (siehe Anlage) nebst Erläuterungsbericht ist den relevanten Trägern öffentlicher Belange (TöB) im April 2007 zur Stellungnahme überlassen worden.

 

Auf Veranlassung der TöB „Landwirtschaftskammer“ und „Landvolkverband“ fand am 04.06.2007 im Hause des NLWKN eine Besprechung zur Thematik „Höhendaten und Ungenauigkeit des DGM“ statt. Der NLWKN erklärte sich bereit, die Geländehöhen des DGM bezogen auf vorhandene amtliche Höhenfestpunkte abzugleichen; Ergebnis des Abgleichs: Höhenabweichungen von lediglich 0,1 m. Dieses Ergebnis ist allen TöB am 05.07.2007 schriftlich mitgeteilt worden.

 

Die Stellungnahme der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ im Rahmen der TöB-Beteiligung sowie Rückfragen zum Antwortschreiben sind am 25.06.2007 abschließend beantwortet worden.

 

Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange war damit abgeschlossen.

 

Obwohl für vor dem 01.06.2007 eingeleitete Festsetzungsverfahren eine nach neuem Recht verpflichtende Beteiligung der Öffentlichkeit nicht vorgeschrieben war, erfolgte am 05.09.2007 auf Wunsch der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ eine Information der interessierten und betroffenen Bevölkerung durch den NLWKN und den Landkreis Diepholz. Als Ergebnis dieser Info-Veranstaltung trafen sich am 24.10.2007 Vertreter des NLWKN und des Landkreises Diepholz mit betroffenen Grundstückseigentümern, überwiegend Landwirte, vor Ort.

 

Die anlässlich der öffentlichen Informationsveranstaltung sowie der anschließenden Orts-besichtigung aufgeworfenen Fragen zur Abgrenzung des Überschwemmungsgebietes, insbesondere hinsichtlich hydraulischer Veränderungen, Geländehöhen und der Relevanz des Dümmer und der Bornbachumleitung mit Blick auf ein HQ100, hat der NLWKN durch ergänzende Sachverhaltsermittlung bzw. weitere Vermessungen abgearbeitet und beantwortet.

 

Hierbei war folgende Gesamtbetrachtung der Funktion des Dümmer und des Ochsenmoores im Falle eines HQ100 zu berücksichtigen:

 

Mit der Eindeichung des Dümmer im Rahmen der Huntemelioration sollte nach den damaligen Bemessungsansätzen lediglich ein sog. Sommerhochwasser beherrscht werden. Dabei wurden nur max. mögliche Zu- und Abflüsse betrachtet; eine Zuordnung von Jährlichkeiten (z. B. HQ10) erfolgte nicht. Im Ergebnis treten seit der Eindeichung im Durchschnitt nur alle 5 - 6 Jahre Überflutungen im Umfeld des Sees auf, während dies früher (vor Eindeichung) weitgehend jährlich geschah.

 

Der Dümmer wird durch die Obere Hunte und den Marler Graben gespeist. Im Regelfall wird seit der Eindeichung das Wasser über Grawiede und Lohne abgeleitet. Im Hochwasserfall werden nach Betriebsplan die derzeit vorhandenen Hochwasser (HW)-Abschlagswehre Alte Hunte, Dorflohne, Schoddenlohne, Omptedakanal, Wehr I und II im Ochsenmoor und Wehr Olgahafen betätigt. Über diese Wehre erfolgt bei größeren Hochwassern eine Entlastung, um eine Überströmung und damit Zerstörung des Dümmerdeiches zu verhindern.

 

Gem. Planfeststellungsbeschluss zur Bornbachumleitung werden die nicht mehr benötigten Abschlagswehre Dorflohne, Schoddenlohne und Omptedakanal zurückgebaut. Die entsprechenden Nachweise sind im Verfahren zur Bornbachumleitung geführt worden. Eine sichere Bewirtschaftung des Dümmer als Hochwasserrückhaltebecken wie bisher, ist danach auch ohne die genannten Wehre gegeben.

 

Die Umleitung des Bornbachs ist darauf ausgerichtet, keine nachteilige Veränderung der Abflussverhältnisse zu bewirken. Die Bornbachumleitung dient nicht dem Hochwasserschutz, sondern soll die Nährstoffe im Dümmer reduzieren. Gleiches gilt auch für die neue Bewirtschaftung des Dümmer, die primär die negativen Auswirkungen der Verringerung des Bornbachzuflusses kompensieren soll.

 

Die hydraulischen Veränderungen durch die Bornbachumleitung und die sich daraus ergebende neue Bewirtschaftung des Dümmer sind in die Berechnungen des Überschwemmungsgebietes eingeflossen. Auswirkungen auf das HQ100-Abflussgeschehen sind nicht gegeben.

 

Das östlich der Hunte liegende Ochsenmoor ist seit jeher das natürliche Überschwemmungsgebiet der Hunte bzw. des Dümmer. Es wird durch den Dümmerdeich und die Rückstaudeiche an der Hunte, dem Reininger Graben und dem Marler Graben eingegrenzt. Bei höheren Dümmerwasserständen wird das Ochsenmoor nicht nur über die Dümmer - Hochwasserabschlagswehre Ochsenmoor I und II mit Abflüssen aus dem Dümmer beaufschlagt, bei entsprechend hohen Wasserständen im Dümmer kann es auch auch zu einer Umkehrung des Wasserspiegelgefälles im Marler Graben kommen und es fließt Wasser aus dem Dümmer über den Marler Graben in das Ochsenmoor.

 

Durch die im Rahmen der Bornbachumleitung erstellte Überlaufstrecke an der Hunte wird bei größeren Hochwasserereignissen zeitweilig auch von der Hunte direkt ein Abschlag zum Ochsenmoor erfolgen. Bei größeren Hochwasserereignissen kann es außerdem über einen Düker unter dem Marler Graben zu einem Abfluss aus dem Ochsenmoor zum östlichen Qualmwassergraben kommen.

 

Im Gegensatz zu den übrigen ÜSG-Verfahren von Hunte und Dümmer erfolgten hier keine speziellen Einwendungen.

 

Vor Einbringung der ÜSG-Verordnung in die Beschlussfassung wurde noch die Fertigstellung des Hochwasserschutzplanes für die Hunte durch das Land abgewartet. Seit Mitte Juni liegt dieser Plan nun vor. Der Hochwasserschutzplan erfordert im hier relevanten Bereich keine Veränderung gegenüber dem vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet.

 

 

 

– Detailliertes Kartenmaterial sowie ein Erläuterungsbericht zum Verfahren
sind im Internet abgelegt unter:
 

 

http://www.diepholz.de/internet/page.php?site=1001510&;typ=2

 

 

Anlagen

Anlage/n:

Anlagen

 

Verordnungsentwurf mit Übersichtskarte

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 2 1 Verordnungsentwurf Hunte III (60 KB)      
Anlage 1 2 Übersichtskarte Hunte III (305 KB)