Vorlage - VO/2014/100  

Betreff: Durch Sondermittel im Rahmen von Bildung und Teilhabe finanzierte Angebote: 7.2 Lernförderung VHS
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:Pragal (i. V.)
Federführend:FD 50 - Soziales   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales Vorberatung
24.06.2014 
Sitzung des Ausschusses für Jugend, Gesundheit und Soziales ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss Vorberatung
Kreistag Entscheidung
20.10.2014 
Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   
Anlagen:
TOP 7 2 Anlage 1 Konzept u Antrag Lernförderung  

Beschlussvorschlag:

Die VHS Landkreis Diepholz wird beauftragt, das 2011 erstellte Konzept weiterzuentwickeln und den heutigen Rahmenbedingungen anzupassen sowie in der Kalkulation der Kostensätze der Lernförderung  die Kosten für die Koordination der BuT Lernförderung bis zu einer Höhe von 10% zu berücksichtigen. Mit dieser Prämisse wird die VHS beauftragt, weiterhin ein kreisweites Angebot an Lernförderung vorzuhalten und dessen Inanspruchnahme zu koordinieren. Der VHS werden dazu ab 2015 bis auf weiteres jährlich bis zu 140.000 € für Personalkosten zur Verfügung gestellt.   


Sachverhalt:

Im Rahmen der Einführung des Bildungs- und Teilhabepaketes hat die VHS des Landkreises Diepholz auf der Grundlage des als Anlage 1 beigefügten Konzeptes sowie Konzeptantrages für die Koordination der rechtlichen und administrativen Voraussetzungen zur Nutzung von Lernförderung sowie zur Entwicklung und Bereitstellung geeigneter, schulnaher Angebote seit 2011 Geld aus BuT-Mitteln erhalten.

 

Seit dem Schuljahr 2011/2012 hat die VHS für den Landkreis Diepholz flächendeckend außerschulische Lernförderungsangebote für  Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen entwickelt und derzeit in 52 Schulen implementiert.

 

Für das hierfür benötigte zusätzliche Personal im pädagogischen (2 Vollzeitstellen) wie auch im Verwaltungsbereich (1 Vollzeitstelle) sind ca. 160.000 € pro Jahr befristet bis 2013 zur Verfügung gestellt worden. Im Rahmen der Übertragung  nicht verbrauchter Haushaltsmittel konnte die Förderung im bisherigen Umfang auch in 2014 erfolgen.

 

Der Anspruch auf Lernförderung als solcher ist als gesetzlicher Anspruch zeitlich nicht befristet. Der VHS ist es in Zusammenarbeit mit den gewonnenen Lehrkräften, den Eltern anspruchsberechtigter Kinder, den Schulen, dem Jobcenter, den Gemeinden, den zuständigen Fachkräften des Fachdienstes 50 sowie den an den Schulen beschäftigten Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern gelungen, eine gute Inanspruchnahmequote der BuT - Lernförderung im Landkreis Diepholz zu erreichen. In 2013 sind durch die VHS insgesamt 12.000 Unterrichtsstunden Lernförderung durchgeführt worden, verteilt auf ca. 500 Kinder (insgesamt, d.h. inkl. anderer Anbieter, haben im LK Diepholz in 2013  873 Kinder Lernförderung erhalten).

 

Eine Auswertung des BuT Lernförderangebotes aus dem Jahr 2013 bei Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften zeigt, dass sich  in mehr als zwei Dritteln eine Verbesserung der schulischen Leistungen zum Ende des Schuljahres eingestellt hat. Aufgrund vermehrter Erfolgserlebnisse stieg bei den Kindern und Jugendlichen auch die Motivation am Lernen.

 

Im Bereich der Grundschulen hat sich die intensive Zusammenarbeit mit pädagogischen Mitarbeiterinnen zur Unterstützung der Angebotsstrukturen als hilfreich erwiesen, die mit einem Zertifizierungslehrgang über die Dauer von 15 Monaten berufsbegleitend für Unterrichtstätigkeiten qualifiziert werden. Die Schulen sind an der Weiterführung des BuT-Lernförderangebot sehr interessiert.

 

Der Lernförderung kommt im Rahmen des BuT eine besondere Stellung zu. Einerseits weil die Beantragung, die Bestätigung des Vorliegens der Voraussetzungen, die Bewilligung sowie die Koordination des Angebotes besonders komplex ist und zahlreiche Stellen involviert sind, andererseits ist die Förderung des Bildungserwerbs gerade in Bezug auf die leistungsberechtigte Personengruppe ein besonders zentrales Anliegen. Für die Aufrechterhaltung eines flächendeckenden Angebotes der BuT-Lernförderung im Landkreis Diepholz werden  auch zukünftig koordinierende Aufgaben zwischen den Beteiligten wahrzunehmen sein, um den anspruchsberechtigten förderbedürftigen Kindern geeignete Lernförderangebote unterbreiten zu können.

 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Angebot der BuT-Lernförderung flächendeckend implementiert worden ist und insoweit  Strukturen geschaffen worden sind und sich Abläufe der Antragstellung und Bewilligung etabliert haben. Im Hinblick auf die Komplexität der Abläufe und dem Ziel möglichst viele anspruchsberechtigte förderbedürftige Kinder zu erreichen – und daher die Eltern zu bewegen, Anträge auf Lernförderung zu stellen – wird es nach aktueller Einschätzung erforderlich sein, auch zukünftig verstärkt koordinierend tätig zu sein und auch ein gewisses Maß an aufsuchender Überzeugungsarbeit zu leisten.

 

Vor diesem Hintergrund wird vorgeschlagen, die VHS weiterhin mit der Koordination der Lernförderung zu beauftragen und Mittel zur Finanzierung von  BuT Koordinatoren im bisherigen Umfang als freiwillige Leistung zur Verfügung zu stellen. Um die Personalausgaben zu minimieren, ist zu prüfen, ob Teile der Kosten der BuT Koordination nicht im Rahmen der Kalkulation der Kostensätze für Lernförderung (aktuell 29 € pro Stunde)   berücksichtigt werden können. Nach Rücksprache mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung können Kosten für Lernförderung, die bis zu 10% Kosten der BuT Koordination enthalten, unproblematisch als „angemessen“ im Sinne des § 28 SGB II angesehen werden.

 

Unter Berücksichtigung eines gewissen Rückganges aufsuchender Tätigkeit sowie des Rückgangs der Schülerzahlen nach Schulentwicklungsplan nimmt die VHS zukünftig ein Unterrichtsvolumen von 8.000 Lernförderunterrichtsstunden pro Jahr an. Mit den Overheadkosten könnten  Mehreinnahmen realisiert werden, die den Personalkostenansatz für das koordinierende Personal der VHS für den Bereich des BuT-Lernföderangebots von aktuell circa 160.000 € um etwa 22.800 €  verringern.


Anlage/n:

Anlagen

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 TOP 7 2 Anlage 1 Konzept u Antrag Lernförderung (44 KB)