Vorlage - VO/2015/175  

Betreff: Erweiterung des Gymnasiums Sulingen - Projektierungsbeschluss
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:van Lessen (i. V.)
Federführend:FD 65 - Liegenschaften   
Beratungsfolge:
Schulausschuss Vorberatung
06.10.2015 
Sitzung des Schulausschusses ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss Vorberatung
Kreistag Entscheidung
21.12.2015 
Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Grafische Darstellung der Varianten  

Beschlussvorschlag:

a)        Das Gebäude des Gymnasiums Sulingen wird entsprechend Variante 1 aus dem in Vorlage VO/2015/175 dargestellten Konzept erweitert. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 4.800.000 € sind im Haushalt des Landkreises Diepholz bereit zu stellen.

 

b)       Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Stadt Sulingen u. a. Interessenten über den weiteren Umgang mit dem Gebäude der jetzigen Grundschule zu verhandeln.

 


Sachverhalt:

  1 

  • Aktuelle Situation:

 

Am Gymnasium Sulingen besteht ein erhebliches akutes Raumproblem. Das ist auch im Rahmen des Beschlusses zum Schulentwicklungsplan thematisiert worden. Auf die Vorlage VO/2014/143 und die Beratungen dazu wird insoweit verwiesen. Der Schulentwicklungsplan weist für das Gymnasium Sulingen ein Fehl von derzeit 4, mittelfristig (2018) von weiteren 6 und langfristig (2023) von zusätzlichen 4 allgemeinen Unterrichtsräumen (AUR) aus. Folglich besteht ein Gesamtbedarf von insgesamt 14 AUR. Um die akuten Raumprobleme übergangsweise zu lindern wurden kurzfristig bereits zum Beginn des Schuljahres 2014/15 Mobilbauten mit 4 AUR aufgestellt.

 

Die Miete für die Mobilbauten beträgt monatlich 3.800 €. Im Jahre 2007 wurden in einem gegenüberliegenden Gebäude (Schmelingstraße 30) 4 Räume zu einem Preis von monatlich 1.800 € angemietet. Perspektivisch wurde eine Dauerlösung mit Aufgabe der angemieteten Räume und der Mobilbauten in Aussicht gestellt, sobald dem Landkreis das Gebäude der gegenüberliegenden Grundschule (GS) zur Verfügung steht. Dies wird allerdings voraussichtlich frühestens ab Schuljahr 2017/18 der Fall sein. Bereits vorher sollten Planungsalternativen für eine Erweiterung des Gymnasiums entwickelt werden. Das ist geschehen mit nachstehenden Ergebnissen.

 

 

  • Schulentwicklung/Raumbedarf:

 

Das Gymnasium Sulingen wird langfristig im Sek. I 4-zügig sein und im Sek. II je Jahrgang 7 Lerngruppen haben. Entsprechend ist die Entwicklung dieser Schule im Schulentwicklungsplan dargestellt. Diese Größe entspricht den Vorgaben der Verordnung für die Schulorganisation (SchOrgVO). Das Gymnasium Sulingen ist im Bestand nicht gefährdet.

 

Entsprechend dieser Perspektive müsste eine bauliche Erweiterung 12 allgemeine Unterrichtsräume (AUR) und 2 Fachunterrichtsräume (FUR) umfassen.

 

 

  • Bauvarianten:

 

Variante 1:

 

      Direkter Anbau an das Gebäude des Gymnasiums

 

Auf dem Gelände des Gymnasiums wird ein Erweiterungsbau entstehen. Angedacht ist ein 3-geschossiger Baukörper als Anbau in Verlängerung des Verwaltungs-/Fachraumtraktes in Richtung Schmelingstraße.

 

Für diese Variante müsste das vom Klinikverbund genutzte Gebäude Schmelingstraße 43 weichen. Der Klinikverbund hat keine grundsätzlichen Bedenken, dieses Gebäude aufzugeben.

 

Weiterhin würden die Lehrer-Parkplätze des Gymnasiums an der Schmelingstraße überbaut, sie würden entfallen. Ersatz bietet sich an mit den auf dem Grundstück der Grundschule hinter der jetzigen Bücherei bereits vorhandenen Parkplätzen. Die Schulleitung geht davon aus, dass diese Lösung von den Lehrern akzeptiert und angenommen wird. Denkbar wäre andernfalls auch, neue Parkplätze im vorderen Bereich des Grundschulgeländes an der Schmelingstraße anzulegen.

 

Die Kosten für diese (Anbau-)Variante einschl. der Abrisskosten werden geschätzt auf ca. 4.800.000 €. Evtl. Grunderwerbskosten für das Grundstück sowie Kosten für den Erwerb der Immobilie des Klinikverbundes sind nicht berücksichtigt. Die Immobilie des Klinikverbundes steht im Eigentum der St. Ansgar Klinikverbund Grundstücks-GmbH & Co. KG, an der der Landkreis Diepholz 100 % der Anteile hält. Bei wirtschaftlicher Betrachtung fallen daher für den Erwerb allenfalls Grunderwerbssteuer und Nebenkosten an.

 

Variante 2:

 

      Sanierung des gegenüberliegenden Grundschulgebäudes und Nutzung durch das Gymnasium

 

Das Grundschulgebäude ist ein verwinkelter Bau, der auf die Anforderungen von Grundschülern abgestellt ist. Das Gymnasium hat größere Schüler und auch größere Klassen. Auch ist ein nicht geringer Teil des Unterrichts in FUR abzuhalten, die nicht vorhanden sind. Das Gebäude wäre dem anzupassen und umzubauen, wobei auch die grundsätzlichen aktuellen Anforderungen für Schulgebäude erfüllt werden müssten.

 

Für diese Variante sind geschätzte Kosten in Höhe von ca. 5.800.000 € zu erwarten.

 

Hinzu kommt, dass das Grundschulgebäude in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erstellt wurde. Neben Bauunterhaltungsmaßnahmen wurden keine nennenswerten Maßnahmen durchgeführt, so dass eine umfängliche energetische und schadstofftechnische Sanierung erforderlich werden würde. Da die energetische und schadstofftechnische Sanierung im Vergleich zur Variante 1 unwirtschaftlich ist, wurden etwaige Kosten für Umbaumaßnahmen, die den Anforderungen an ein Gymnasium gerecht werden, nicht weiter kalkuliert.

 

Bewertung:

 

Eine bauliche Lösung auf dem Schulgelände mit unmittelbarem Zugang aus dem vorhandenen Gebäude wäre eine sinnvolle Lösung. Sie wäre auch schulorganisatorisch die zweckmäßige Variante. Eine Außenstelle, auch nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite, führt aufgrund der notwendigen Überquerung des öffentlichen Verkehrsraums zu einer Gefährdung der Schülerinnen und Schüler. Die Erfahrungen des Gymnasiums mit dem angemieteten Gebäude (ehem. Küchenstudio) bestätigen dies. Die Schule favorisiert deshalb verständlicherweise einen Anbau am bestehenden Gebäude  auf dem jetzigen Schulgelände. Die vorstehende Variante 1 würde dem gerecht werden.

 

Die Variante 1 ist sowohl baulich und insbesondere auch finanziell die wesentlich günstigere. Da bereits an dieser Stelle deutlich wird, dass der Neubau günstiger ist, wird die Sanierung nicht weiter verfolgt. Unabhängig davon, könnte zwar durch die Maßnahme die Bausubstanz erheblich verbessert werden, trotzdem würde es weiterhin ein Altbau bleiben und auch auf Dauer entsprechende Bauunterhaltungsmaßnahmen nach sich ziehen. Hinzu kommt der Nachteil der Variante 2, dass das Gebäude der GS erst nach dem Auszug der GS und damit frühestens Sommer 2017 für Umbauarbeiten zur Verfügung stehen wird. Für Variante 1 wäre ein Baubeginn wesentlich kurzfristiger möglich.

 

Die Variante 1 zeigt im Vergleich eindeutige Vorteile, sie sollte umgesetzt werden.

 

  • Gebäude der Grundschule (GS):

 

Das Gebäude der Grundschule wird dem Landkreis ab Schuljahr 2017/2018 zur Verfügung stehen. Nach dem vorstehend dargestellten Vorschlag wird es für eine Erweiterung des Gymnasiums nicht benötigt. Einzig die Sporthalle der GS wäre für das Gymnasium sinnvoll. In der bestehenden Gymnasium-Sporthalle sind drei Übungseinheiten (ÜE) vorhanden. Die Schule hat einen Bedarf von 4,2 ÜE. Die GS-Sporthalle mit 1 ÜE würde das bestehende Fehl wesentlich mindern.

 

Im Übrigen besteht zur Nachnutzung der GS bisher noch kein Konzept, es sind aber potentielle Nutzer für Teilbereiche der GS interessiert. Z. B. kommt die Volkshochschule in Frage. Sie wird ihren bisherigen Standort im Gebäude der ehemaligen RS am Deepenpool aufgeben müssen, sobald die GS dort einzieht. Auch die Kreismusikschule hat Bedarf angemeldet und die Stadtbibliothek Sulingen nutzt derzeit Teile des Gebäudes.

 

Es wird vorgeschlagen, ein Nutzungskonzept zu erstellen. Dabei soll die Stadt Sulingen einbezogen werden.


Anlage/n:

Anlagen

 

Grafische Darstellung der Varianten

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Grafische Darstellung der Varianten (182 KB)