Vorlage - VO/2015/181  

Betreff: Gesseler Goldhort – Erweiterungsbau für das Kreismuseum Syke;
Architektenwettbewerb
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:van Lessen (i. V.)
Federführend:Verwaltungsführung   
Beratungsfolge:
Kreisausschuss Vorberatung
Kreistag Entscheidung
05.10.2015 
Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird – unter dem Vorbehalt von Spenden- und Sponsoring-Zusagen in Höhe von insgesamt mindestens 700.000 Euro – beauftragt,
 

-          für den Erweiterungsbau des Kreismuseums Syke einen Architekten-Wettbewerb auf der Grundlage auf der Grundlage der 400 qm-Variante mit Bau- und Planungskosten in Höhe von 2 Mio. € zu initiieren,
 

-          den Wettbewerb professionell durch ein in Wettbewerben erfahrenes Planungs-/Architekturbüro durchführen zu lassen (Kosten in Höhe von 20.000 bis 25.000 €),

 

-          durch das beauftragte Planungs-/Architekturbüro zunächst die jetzt vorgeschlagene Variante auf Machbarkeit überprüfen zu lassen,
 

-          die Ergebnisse des Wettbewerbs durch eine Jury unter Beteiligung von je einer oder einem Abgeordneten je Kreistagsfraktion zu bewerten und anschließend die notwendigen Beschlüsse (Vergabe, Kosten) zu initiieren.

 


Sachverhalt:

- 1 -

 

Der Kreistag hatte am 24.06.2013 beschlossen (s. Vorlage VO/2013/108):

 

1.   Der Landkreis Diepholz errichtet einen Erweiterungsbau am Kreismuseum Syke zur Darstellung der Pipeline-Archäologie und des Gesseler Goldhortes zu Kosten von maximal 2.807.500 € brutto entsprechend dieser Vorlage.

 

2.   Zur Gestaltung des Erweiterungsbaues und zur Gestaltung der Ausstellungsinhalte werden beschränkte Ideenwettbewerbe durchgeführt und dazu ein Preisgeld ausgelobt.

 

3.   Zur Deckung des notwendigen Kapitalbedarfes können aus den Rücklagen der Eigenbetriebe Volkshochschule und Kreismusikschule bis zu 3,1 Millionen Euro entnommen werden.

 

4.   Die wissenschaftliche und kurative Begleitung der Erweiterung des Kreismuseums Syke erfolgt in Absprache und Kooperation mit dem wissenschaftlichen Leiter des Kreismuseums durch den Konzeptersteller, Herrn Herwig Kenzler.

 

Die Beschlussvorlage hatte zwei Alternativen zum Inhalt, eine 400 qm-Variante für rd. 3,4 Mio. € und eine 300 qm-Variante für rd. 2,8 Mio. €. Der Kreistagsbeschluss bezog sich durch die Kostenbegrenzung auf die 300 qm-Variante.

 

Die Investitionskosten (Bruttobeträge in Euro) wurden in der Vorlage VO/2013/108 wie folgt geschätzt, wobei auch Kosten der Ausstellungsgestaltung sowie Sanierungsmaßnahmen am Kreismuseum Syke und am Dümmermuseum in Lembruch enthalten waren:

 

 

400 qm

300 qm

Bau- und Planungskosten

2.413.000

2.000.000

Ausstellungsgestaltung

682.000

511.500

Jury; Preisgelder

25.000

25.000

Museumspädagogik, Presse, Marketing

50.000

50.000

Sanierung Handwerkerstraße Kreismuseum

123.000

123.000

Sanierung Dach Kreismuseum

58.000

58.000

Sanierung Dach Dümmer-Museum

40.000

40.000

Summe

3.391.000

2.807.500

 

Zur Finanzierung der 300 qm-Variante war seinerzeit vorgesehen:

 

2,5 Mio. €  Entnahme aus den gebildeten Rücklagen von VHS und KMS

200.000 €  Förderung durch Land und Stiftung und ähnliche Zuwendungen

100.000 €  erwartete Spenden

 

Während mittlerweile mit einer Förderung durch das Land oder durch EU-Mittel nicht mehr zu rechnen ist, rechnet die Verwaltung aufgrund schriftlicher Zusagen bzw. verlässlicher Ankündigungen mit Spenden und Sponsoring-Maßnahmen in Höhe von mindestens 700.000 €. Die Avacon AG hat mit dem Landkreis einen Sponsoring-Vertrag in Höhe von 200.000 € abgeschlossen. Die EWE AG hat eine Spende in Höhe von 200.000 € bereits überwiesen. Seitens der Sparkassen-Gruppe ist mit einer Zuwendung in Höhe von 300.000 € zu rechnen. Ein Sponsoring von weiteren 100.00 bis 300.000 € sind durch ein anderes Unternehmen in Aussicht gestellt.

 

Mit dem Land Niedersachsen bzw. dem Landesmuseum Hannover wurde mittlerweile eine befriedigende Übereinkunft zum Umfang der Ausleihe von Originalteilen des Gesseler Goldhortes auf der Grundlage der von Herrn Kenzler erarbeiteten Konzeption erzielt. Dem Kreismuseum werden dauerhaft drei Teile des Gesseler Goldhorts leihweise zur Verfügung gestellt. Außerdem wird der gesamte Goldhort für eine Ausstellung ausgeliehen.

 

Wie bereits ausgeführt, beruhte der Kreistagsbeschluss von der Finanzierung her auf der 300 qm-Variante mit 2 Mio. € Bau- und Planungskosten (400 qm-Variante 2,4 Mio. €).

 

Allerdings stellt sich die 300 qm-Variante als nicht unproblematisch dar, da sich die mit den vier Sponsoren besprochene Cube-Gestaltung (ein Cube je Sponsor) in dieser kleineren Variante nicht angemessen darstellen lässt.

 

Aus diesem Grund schlägt die Verwaltung vor, den Architektenwettbewerb auf der Grundlage der 400 qm-Variante durchzuführen, gleichwohl mit der „Vorgabe“ der bisher für die kleinere Variante angenommenen Bau- und Planungskosten von 2 Mio. €, in der Hoffnung, dass sich durch den Wettbewerb kreative Beiträge ergeben, mit denen der bisherige Kostenrahmen trotz der größeren Variante und der seit 2013 eingetretenen Kostensteigerung weitgehend eingehalten werden kann.

 

Angesichts der Spenden und Sponsoring-Einnahmen von 700.000 bis 1 Mio. € wäre allerdings selbst eine Erhöhung der Gesamtkosten um bis zu 400.000 – 700.000 € verkraftbar, ohne dass die vom Kreistag beschlossene Rücklagenentnahme von 2,5 Mio. € erhöht werden müsste.

 

Die Verwaltung empfiehlt die externe Begleitung des Architektenwettbewerbs durch ein erfahrenes Planungsbüro zu Kosten von ca. 20.000 bis 25.000 € aufgrund der komplexen vergaberechtlichen Regelungen nach der VOF, die bei solchen Wettbewerben genauestens zu beachten sind, und wegen fehlender Erfahrungen im eigenen Hause.