Vorlage - VO/2016/118  

Betreff: Projektierungsbeschluss Mensa Oberschule Lemförde
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:van Lessen (i. V.)Aktenzeichen:FD 65
Federführend:FD 65 - Liegenschaften Bearbeiter/-in: Fenker, Jörg
Beratungsfolge:
Schulausschuss Vorberatung
23.08.2016 
Sitzung des Schulausschusses ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss Entscheidung
Anlagen:
Darstellung der Varianten  
Vorentwurf Variante 1 (Umbau zweier Unterrichtsräume plus Nebenräume im EG Gebäude C)  

Aktuelle Situation:

 

Die Von-Sanden-Oberschule in Lemförde ist seit Schuljahresbeginn 2011 verpflichtende Ganztagsschule und daher dazu verpflichtet Mittagessen anzubieten. Bisher wird dieses Essen warm angeliefert und direkt ausgegeben. Als Speiseraum dient die Pausenhalle, die sehr laut und für die Nutzung unzureichend klimatisiert ist. Bei schlechtem Wetter ist eine Doppelnutzung als Speiseraum und Pausenhalle sehr unglücklich. Diese doppelte Nutzung war von Beginn an als Übergangslösung bis zur Schaffung einer dauerhaften Mensa geplant.

 

Die Oberschule Lemförde ist im Bestand nicht gefährdet, daher ist es notwendig, eine Mensa mit separatem Speiseraum einzurichten.

 

Die Schule kalkuliert mit ca. 50 bis 60 Essen pro Tag, sodass der Speiseraum dementsprechend eine Größe von ca. 100m² - 120m² aufweisen müsste (ca. 2m² pro Schüler). Derzeit werden deutlich weniger Essen ausgegeben, sodass eine variable Größe des Speiseraumes empfohlen wird.

 

Langfristiges Ziel der Schule ist eine Aufwärm-Küche mit der Möglichkeit, Beilagen selbst zuzubereiten. Als Vorbild dient die Mensa der Oberschule Barnstorf. Zunächst soll aber eine Ausgabeküche eingerichtet werden, welche die Möglichkeit bietet, im Einzelfall Speisen selbst frisch zuzubereiten.

 

Laut Schulentwicklungsplan wird die Schule langfristig 2-zügig sein und weist nach Raumprogramm einen Bedarf von 12 allgemeinen Unterrichtsräumen (AUR) auf, die jeweils ca. 60m² groß sein sollen (2m²/Schüler). Derzeit werden 13 Klassenverbände und vier Sprachlernklassen an der Schule beschult.

 

Im Bestand sind neben den notwendigen Fachunterrichtsräumen insgesamt 23 AUR vorhanden. Davon werden einige Räume anderweitig genutzt (z.B. Lager Hausmeister, Robotik-Raum, Bücherei, FUR Französisch, Computerraum, Sprachlernklassen). Von den 23 AUR weisen acht eine Größe von über 60m² auf, fünf eine Größe von 56m², fünf eine Größe von 52m² und fünf eine Größe von 44 - 49m². Insgesamt sind die AUR der Schule damit relativ klein.

 

Die Teilungsgrenze einer Oberschule liegt bei 28 Schülern. Ein Klassenraum muss daher rechnerisch mindestens 56m² groß sein (28 Schüler x 2m²/Schüler = 56m²). Demnach stehen für Klassenverbände derzeit 13 Räume für voll besetzte Klassen zur Verfügung.

 

Nach Auskunft der Schulleitung wird in der Oberschule Lemförde nach Kurssystem unterrichtet, sodass aus Jahrgängen mit zwei Klassen durchaus drei Kurse gebildet werden. Dadurch ist ein höherer Raumbedarf vorhanden, der aber auch durch kleinere Unterrichtsräume versorgt werden kann.

 

Bauvarianten:

 

Zur Schaffung einer Mensa stehen verschiedene Bauvarianten zur Verfügung.

 

 

Variante 1:

Umbau zweier Unterrichtsräume plus Nebenräume im Erdgeschoss Gebäude C

 

Im Gebäude C (ehemaliges Hausmeisterhaus) werden jeweils ein Unterrichtsraum im Erdgeschoss zur Küche mit Ausgabe und Lager sowie der nebenliegende Unterrichtsraum zum Speiseraum umgebaut. Ein weiterer Speiseraum wird im ehemaligen Lehrerzimmer, auf gleicher Ebene, untergebracht.

 


Vorteile:

-          Lage direkt neben der Pausenhalle

-          Gute Ausnutzung der kleinteiligen Räume im Altbau

-          Teilung der Speiseräume für z.B. jüngere und ältere Schüler

-          Anlieferung separat möglich

 

Nachteile:

-          Verlust von zwei Klassenräumen (je 49m²)

-          Mensa nur durch Treppenlift barrierefrei

-          ein Speiseraum hat keine direkte Anbindung zur Ausgabe

-          keine gesicherten Erkenntnisse über Bausubstanz, da das Gebäude ca. im Jahr 1930 errichtet wurde (Risiko Brandschutz und Statik)

 

Kostenzusammenstellung:
 

Baukosten: ca. 220.000 €

Baukostenrisiko (Brandschutz, Statik): 40.000 €

Ausstattung Küche: ca. 150.000 €

Ausstattung Mensa: ca. 25.000 € (Mobiliar teilweise vorhanden)

Kosten Treppenlift: ca. 15.000 €

Gesamtkosten: ca. 450.000 €

 

Die Kosten für den Treppenlift können aus Inklusionsmitteln gezahlt werden.

 

 

Variante 2:

Umbau dreier Unterrichtsräume im Erdgeschoss Gebäude D

 

Im Gebäude D werden zwei Unterrichtsräume im Erdgeschoss zum Speiseraum verbunden. Für die Küche, Lager und Ausgabe etc. wird ein dritter Klassenraum umgenutzt. In diesem Zuge wird ein Aufzug im Gebäude installiert, um das 1. und 2. Obergeschoss und die dortigen Unterrichtsräume barrierefrei erschließen zu können.

 

Vorteile:

-          Lage in unmittelbarer Nähe zur Pausenhalle

-          Mensa ist barrierefrei erreichbar

-          Großzügiger Speiseraum (auch separat nutzbar)

-          Anlieferung über separate Fluchttreppe

 

Nachteile:

-          Verlust von zwei bis drei der größten Klassenräume (je 64m²)

 

Kostenzusammenstellung:

Baukosten: ca. 200.000 €

Ausstattung Küche: ca. 150.000 €

Ausstattung Mensa: ca. 25.000 € (Mobiliar teilweise vorhanden)

Kosten Aufzug: ca. 75.000 €

Gesamtkosten: ca. 450.000 €

 

Ein Teil der Aufzugskosten kann aus Inklusionsmitteln gezahlt werden. Die genaue Summe lässt sich erst im Laufe des Jahres 2017 ermitteln, da diese Mittel gleichmäßig über die notwendigen Maßnahmen in den Schulen verteilt werden sollen.

 

 

Variante 3:

Umbau der Pausenhalle plus Nebenräume Gebäude D mit energetischer Sanierung

 

Die bestehende Pausenhalle wird zur Mehrzwecknutzung als Pausenhalle und Speiseraum umgebaut und energetisch saniert. Räume für Küche, Lager und Ausgabe etc. müssen neu geschaffen werden.

 

Vorteile:

-          Mensa ist barrierefrei erreichbar

-          Anlieferung über separaten Eingang

-          energetische Sanierung mit Umbaumaßnahmen wirtschaftlich kombiniert

-          kein Verlust von Klassenräumen

 

Nachteile:

-          Doppelnutzung der Pausenhalle, daher wenig Aufenthaltsmöglichkeiten vor allem bei Regenwetter

-          Pausenhalle dauerhaft zugebaut oder nur mit großem Aufwand umzuräumen

-          höhere Investitionen als in Variante 1 und 2

 

Kostenzusammenstellung:

 

Baukosten: ca. 350.000 €

Ausstattung Küche: ca. 150.000 €

Ausstattung Mensa: ca. 25.000 € (Mobiliar teilweise vorhanden)

Gesamtkosten: ca. 525.000 €

 

 


Variante 4:

Neubau zwischen den Gebäuden A und D

 

Zwischen den Gebäude A und D wird ein verbindender Neubau erstellt, in dem Speiseraum, Küche, Lager und Ausgabe etc. untergebracht werden.

 

Vorteile:

-          optimaler Raumzuschnitt planbar, da bei Neubau keine Einschränkungen

-          zentrale Lage zwischen Gebäuden

-          Mensa ist barrierefrei erreichbar

-          Anlieferung über separaten Eingang

-          Mehrfachnutzung (z.B. Aufenthaltsraum) je nach Entwurf möglich

-          kein Verlust von Klassenräumen

 

Nachteile:

-          Belichtung des Bestandes wird eingeschränkt

-          hohe Kosten

 

Kostenzusammenstellung:
 

Baukosten: ca. 650.000 €

Ausstattung Küche: ca. 150.000 €

Ausstattung Mensa: ca. 25.000 € (Mobiliar teilweise vorhanden)

Gesamtkosten: ca. 825.000 €

 

 

Variante 5:

Gemeinsamer Neubau mit der naheliegenden Grundschule

 

Auch die in unmittelbarer Nähe gelegene Grundschule hat Bedarf an einer Mensa, die derzeit im Bestand untergebracht ist. Allerdings hat der Schulausschuss der Samtgemeinde, als Schulträger, bereits die Beschlussempfehlung gegeben, eine separate Lösung nur für die Grundschule zu verfolgen. Daher wurde diese Variante nicht weiter untersucht.

 

 

Variante 6:

Gemeinsame Nutzung der Mensa der Grundschule

 

Die Grundschule hat eine Mensa im eigenen Bestand untergebracht, die räumlich für eine Nutzung durch die Oberschule zu klein ist. Darüber hinaus hat sich die Samtgemeinde als Träger der Grundschule gegen eine gemeinsame Nutzung entschieden. Daher wurde diese Variante nicht weiter untersucht.


Bewertung:

 

Insgesamt weist die Oberschule Lemförde einen Überhang an Klassenräumen auf, die aber größtenteils unterdurchschnittlich klein sind. Auf Grund des Überangebotes an Räumen ist eine Umnutzung bestehender Klassenräume im Vergleich zum Neubau die wirtschaftlichere Alternative.

 

Von den Varianten der Umnutzung scheidet Variante 2 aus, da die davon betroffenen Klassenräume die größten der Schule sind und eine Kompensation im Bestand nicht umzusetzen ist.

 

Auch Variante 3 scheidet aus, da die Nutzung der Pausenhalle nicht weiter durch die Mensa eingeschränkt werden soll.

 

Die Variante 4 ist mit großem Abstand die teuerste. Außerdem wäre ein Neubau angesichts des erheblichen Raumüberhangs der Schule nicht zu rechtfertigen.

 

Daher spricht sich die Verwaltung für Variante 1 aus. Ein Klassenraum wird zur Küche umgenutzt und über eine Essens-Ausgabe mit dem danebenliegenden Klassenraum verbunden, der gleichzeitig als Speiseraum dient. Ein weiterer Speiseraum wird im hinteren Bereich des Altbaus, im ehemaligen Lehrerzimmer untergebracht. Dieser Raum kann bei Bedarf geöffnet werden. Die Trennung der Speiseräume kann auch zu einer Trennung von älteren und jüngeren Schülern führen und dementsprechend ansprechend gestaltet werden. Außerdem birgt der Altbau zusätzliche Erweiterungsflächen.

 

Der Treppenlift zur barrierefreien Erreichbarkeit kann bei Bedarf schnell nachgerüstet werden.

 

Die umgenutzten Klassenräume müsste die Schule durch schulorganisatorische Maßnahmen im Bestand kompensieren. Dafür stehen dann 21 AUR zur Verfügung, von denen acht eine Größe von über 60m² aufweisen, fünf eine Größe von 56m², fünf eine Größe von 52m² und drei eine Größe von 44 - 49m². Durch das angesprochene Kurssystem ist die Kompensation möglich. Zudem ist die Zukunft der vier Sprachlernklassen in den nächsten Jahren ungewiss.

 

Es wird daher vorgeschlagen, die Variante 1 umzusetzen.

 

Der Schule stehen bereits Tische und Stühle der jetzigen Mensa in der Pausenhalle zur Verfügung, die nur in Teilen ergänzt werden müssen. Dafür sind in jeder Variante Mittel vorgesehen.

 

 

 


Zwei Klassenräume des Gebäudes C der OBS Lemförde werden für den Betrieb einer Mensa entsprechend der Variante 1 aus dem in Vorlage VO/2016/118 dargestellten Konzept hergerichtet. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 450.000 € sind im Haushalt des Landkreises Diepholz bereit zu stellen.


Anlagen

 

Darstellung der Varianten

Vorentwurf Variante 1 (Umbau zweier Unterrichtsräume plus Nebenräume im EG
Gebäude C)

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Darstellung der Varianten (125 KB)      
Anlage 2 2 Vorentwurf Variante 1 (Umbau zweier Unterrichtsräume plus Nebenräume im EG Gebäude C) (101 KB)