Vorlage - VO/2018/232  

Betreff: Baumaßnahmen an der FTZ Wehrbleck
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:In Vertretung: gez. Kleine
Federführend:FD 38 - Bevölkerungsschutz   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit zur Kenntnis
11.09.2018 
Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss Vorberatung
Anlagen:
Anlage 1 Gebäudeplan FTZ Wehrbleck  
Anlage 2 Plan mit möglichem Anbau FTZ Wehrbleck  

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Beschlussvorschlag:

Die beschriebene Situation wird zur Kenntnis genommen. Ein Handlungsbedarf wird grundsätzlich gesehen. Die Verwaltung wird daher beauftragt, in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit eine Kostenkalkulation für den Haushalt 2019 zu erstellen, damit eine Entscheidung über eine Realisierung getroffen werden kann.


 

 

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Sachverhalt:

In den beiden Feuerwehrtechnischen Zentralen (FTZ) des Landkreises in Syke-Barrien und Wehrbleck werden im Wesentlichen die gleichen Aufgaben für die Funktionalität der Freiwilligen Feuerwehren im jeweiligen Brandschutzabschnitt erledigt. Dabei handelt es sich um eine Pflichtaufgabe nach § 3 Abs. 1 des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes (NBrandSchG). Hierzu gehören u.a. die Unterbringung, Pflege und Prüfung von Fahrzeugen, Geräten und Material sowie die Durchführung von Ausbildungslehrgängen. Die Feuerwehrtechnischen Zentralen sind insoweit vorrangig technische Service-Einrichtungen für die Feuerwehren der kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Samtgemeinden sowie natürlich auch für die Kreisfeuerwehr selbst.

 

Die Kreisfeuerwehr  schlägt vor die beiden Feuerwehrtechnischen Zentralen in Syke-Barrien und Wehrbleck mit einigen Schwerpunktaufgaben versehen, um besondere Aufgaben  effektiver bewältigen und somit mittelfristig auch Kosten sparen zu können, da in bestimmten Bereichen nicht alle Einsatzmittel an beiden Standorten im gleichen Maß vorgehalten werden müssen.

 

Die FTZ Wehrbleck  soll danach, wie es auch jetzt schon in weiten Teilen der Fall ist, mit den Schwerpunktaufgaben der Versorgung und der Verpflegung ausgestattet werden. Hinzu kommt dort das Lager mit dem Equipment der Kreisjugendfeuerwehr.

In der FTZ Barrien soll neben den vielfältigen übrigen Aufgaben hingegen ein Schwerpunkt bei den Themen ABC-Ausrüstung und Atemschutz angesiedelt sein.

 

Die Aufgaben der Verpflegungsgruppen sehen vor, die Feuerwehren der Kommunen und die Kreisfeuerwehr mit ihren Einheiten im Einsatz oder auch bei größeren Übungen zu verpflegen. Dies ist bei Einsätzen, die einen Zeitaufwand von einigen Stunden überschreiten, erforderlich, um die Arbeitsfähigkeit der ehrenamtlichen Einsatzkräfte sicherzustellen. Gleiches gilt auch für Großschadensfälle innerhalb des Landkreises und selbstverständlich auch im Katastrophenschutzfall.

 

Auf Veranlassung des Niedersächsischen Innenministeriums (MI) wird derzeit landesweit an einer Neustrukturierung der Kreisfeuerwehrbereitschaften gearbeitet. Voraussichtlich wird es daher schon bald Änderungen in der Zusammensetzung der Kreisfeuerwehrbereitschaften in Niedersachen geben. Daher zeichnet sich ab, dass es zukünftig vorgeschrieben sein wird, eigene Einheiten bei überörtlicher Hilfe oder im Katastrophenschutzfall mindestens in den ersten 48 Stunden selbstständig zu verpflegen. Dies bedeutet, dass zukünftig zu jeder Kreisfeuerwehrbereitschaft auch ein Logistikzug mit einer Verpflegungskomponente gehören wird. Die Organisation entsprechender Logistikzüge gehört ebenso wie die Vorhaltung der Feuerwehrtechnischen Zentralen und die Aufstellung von Kreisfeuerwehrbereitschaften zu den Pflichtaufgaben des Landkreises. Im Landkreis Diepholz gibt es seit etlichen Jahren drei Kreisfeuerwehrbereitschaften, die in den letzten Jahren häufiger zum Einsatz gekommen sind. In diesem Bereich ist in der Zukunft zudem eher mit verstärkten Anforderungen zu Einsätzen zu rechnen, wie auch das Beispiel der im Juli 2018 nach Schweden beorderten Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Nienburg zeigt.

 

Diese Einheiten müssen in einem definierten Zeitfenster einsatzbereit bzw. abfahrbereit sein. Da die hierfür notwendigen Einsatzmittel bereits vorhanden sind, müssen diese nur noch so platziert werden, dass eine schnelle Einsatzbereitschaft hergestellt werden kann, wozu dann allerdings auch gehört, ständig entsprechende Verpflegung am Standort vorrätig zu haben.

 

So genannte „ad hoc-Einsätze“ für die Verpflegungskomponenten können nicht nur im Einsatzalltag auftreten, sondern auch, wenn beispielsweise durch Unwetterlagen Menschen nicht mehr zu ihrer Wohnung gelangen können und daher versorgt werden müssen. Solche Fälle gab es u.a. schon wiederholt mit Personenzügen, so zuletzt am 5.Oktober 2017 in Diepholz. Die Verpflegung einer großen Anzahl betroffener Bürger oder Einsatzkräfte nach Unwetterlagen oder Evakuierungen kann von der Verpflegungskomponente durchgeführt werden.

Zu den Kernaufgaben zählen daneben auch noch die Verpflegung bei jährlich stattfindenden Großereignissen wie dem Zeltlager der Jugendfeuerwehren oder den Wettbewerben der Feuerwehren. Allein beim Zeltlager der Jugendfeuerwehren werden täglich 2.000 bis 2.500 Portionen Essen frisch zubereitet.

 

Notwendigkeit eines Anbaus

 

Derzeit sind die gesamten Küchenutensilien nicht zentral und in Teilen auch nicht so eingelagert, dass sie den heute gesteigerten Ansprüchen an eine Lagerhaltung ohne weiteres entsprechen.  Das Material steht in der FTZ Wehrbleck teilweise in einem rund 80 Jahre alten Lagergebäude, welches eigentlich schon vor Jahren außer Dienst gestellt werden sollte. Mangels Alternativen konnte die Nutzung bislang jedoch noch nicht aufgegeben werden. Eine Sanierung der maroden Bausubstanz macht aus Sicht des Fachdienstes Liegenschaften (FD 65) keinen Sinn.

 

Außerdem gibt es zurzeit keine  Möglichkeit, in der FTZ Wehrbleck ein Lager für Lebensmittel einzurichten, welches mehr als den Ausbildungsbetrieb abdeckt. Da die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen besonderen Hygienevorschriften unterliegen, muss auch deren Bekleidung in einem dafür vorgesehenen Raum gelagert werden. Gleiches gilt für die Einsatzbekleidung, wenn eine Essensausgabe „im Feld“ stattfindet. Ein Umkleideraum in entsprechender Größe ist bisher nicht vorhanden.

 

Bei der anzustrebenden Baumaßnahme sollte auch genug Lagerfläche für das Equipment der Kreisjugendfeuerwehr eingeplant werden.

Hierzu gehören nicht nur die für die Wettbewerbe vorhandenen Gegenstände, sondern auch das Wasch- und Duschzelt mit dem gesamten Zubehör (Waschbecken, Duschgestänge etc).

Diese Gerätschaften sind derzeit in einer einfachen Scheune eingelagert, wofür die Kreisjugendfeuerwehr auch eine Miete bezahlt. Dort wäre in Notfällen ein schneller Zugriff auf dieses Equipment nur mit einem erheblichen Zeit- und Personalaufwand möglich.

 

Aus den beschriebenen Gründen hat die Kreisfeuerwehr in Absprache mit dem Fachdienst Bevölkerungsschutz und dem Fachdienst Liegenschaften hinsichtlich der Lagerung der kompletten Ausrüstung der Verpflegungskomponenten sowie deren Arbeitsräume eine Planung zur Neuordnung und Umorganisation in der FTZ Wehrbleck erarbeitet. Damit wird das Ziel verfolgt, diese Aspekte am Standort  Wehrbleck so zu organisieren, dass alles, was mit Verpflegung und Versorgung zu tun hat, in einem Bereich konzentriert werden kann.

 

Die Planung sieht den Anbau einer Halle mit vier Stellplätzen für Fahrzeuge der Verpflegungskomponenten und die Kreisjugendfeuerwehr vor. Dies umfasst u.a. den Abrollbehälter (Container) Küche, den Kühlanhänger sowie einen Transporter. Als Teil des Anbaus sind Räume zur Lagerung von Zelten, Tischen, Geschirr und umfangreichen Ausrüstungsmaterial vorgesehen. Die Lagerung des Materials für die Kreisjugendfeuerwehr würde in dem Obergeschoss über den Lagerräumen des Erdgeschosses erfolgen. Für die Flächen der  Stellplätze ist kein Obergeschoss angedacht. Ferner sind Räume für die Einsatzbekleidung und ein Aufenthaltsraum im Entwurf berücksichtigt worden.


Hiermit könnte ein sehr hinderliches Problem behoben werden, weil die Ausrüstung und das Material der Verpflegungskomponenten derzeit in diversen unterschiedlichen Räumen der FTZ Wehrbleck gelagert wird. Dies beeinträchtigt nicht nur die Verpflegungsgruppen, sondern auch die Arbeitsabläufe der Mitarbeiter für die übrigen Pflichtaufgaben der FTZ Wehrbleck, die sich im Rahmen der Einführung der digitalen Alarmierung – wie bereits berichtet - noch ausweiten werden. Eine zentrale Lagerung des Materials der Verpflegungsgruppen kann mit der vorhandenen Gebäudestruktur mangels ausreichender Fläche nicht erreicht werden.

 

Erweiterungsbau der Werkstatt mit Pumpenprüfstand

 

Die heutigen Fahrzeugnormen entsprechen nicht mehr den ursprünglichen Normen aus den 80er-Jahren, als viele Feuerwehrgerätehäuser gebaut wurden. Dies hat zur Folge, dass die in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Wehrbleck zu reparierenden oder zu prüfenden Fahrzeuge nicht mehr in die dafür vorgesehenen Einstellplätze der zur Werkstatt angrenzenden Fahrzeughalle passen bzw. aufgrund ihrer Länge nur soweit einfahren können, dass ein Schließen der Rolltore nicht mehr möglich ist, was gerade in der kalten Jahreszeit äußerst unangenehm ist und somit auch nicht mehr den Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung entspricht.

 

Durch die Umsetzung der Maßnahmen zur Neustrukturierung des Rettungsdienstes in den letzten Jahren hat die FTZ Wehrbleck wegen der strategisch guten Lage auch die zusätzliche Funktion einer Rettungswache mit einem Rettungswagen erhalten, so dass ein Stellplatz sowie einige weitere kleinere Nutzflächen derzeit nicht mehr für die Feuerwehr zur Verfügung stehen.

 

Deshalb wird es insbesondere als Anpassung an die inzwischen vorhandenen deutlich größeren Einsatzfahrzeuge der kommunalen Feuerwehren als sinnvoll angesehen, in absehbarer Zeit die Tiefe der bestehenden älteren Fahrzeughalle durch einen Anbau bzw. eine Verlängerung in Richtung der Hoffläche zu vergrößern. Die Umsetzung einer solchen Baumaßnahme könnte möglicherweise im Jahr 2020 erfolgen.

 

Das Ergebnis der bisherigen Planung lässt sich aus den beiden als Anlage beigefügten Lageplänen erkennen.


 

 

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Anlage/n:

Anlagen
Anlage 1: Gebäudeplan der FTZ Wehrbleck

Anlage 2: Plan mit möglichem Anbau


 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 Gebäudeplan FTZ Wehrbleck (301 KB)      
Anlage 2 2 Anlage 2 Plan mit möglichem Anbau FTZ Wehrbleck (217 KB)