Vorlage - VO/2019/246  

Betreff: Themenspezifische Präventionsarbeit der Suchtberatungseinrichtungen im Landkreis
- Fortführung des Themas "Medienabhängigkeit" und Überführung in eine Dauerfinanzierung
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:In Vertretung: gez. Tammen
Federführend:FD 53 - Gesundheitsamt   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales Vorberatung
07.11.2019 
Sitzung des Ausschusses für Jugend, Gesundheit und Soziales ungeändert beschlossen   
Kreisausschuss Vorberatung
Kreistag Entscheidung
02.12.2019 
Sitzung des Kreistages ungeändert beschlossen   
Anlagen:
Sachstandsberichte und Empfehlungsschreiben der Träger  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

Das Projekt „Medienabhängigkeit“ wird fortgesetzt und in die für die professionellen Suchtberatungsstellen bereits bestehende Dauerfinanzierung überführt. Hierfür wird die bisherige jährliche Zuwendung an die drei Träger der Suchtberatung (Diakonie, Caritas und Release e. V.) ab dem Jahr 2020 um jährliche Mittel in Höhe von 30.000 € zzgl. einer jährlichen Entgeltsteigerung entsprechend des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) erhöht.

 

Die Verteilung der 30.000 € unter den drei Trägern erfolgt dabei im gleichen Verhältnis wie im Rahmen des bisherigen Präventionsprojektes (Diakonie und Release e. V. = jeweils 46,5 %, d. h. je 13.950 €/Jahr; Caritas = 7%, d. h. 2.100 €/Jahr).

 

Gleichzeitig wird die Gewährung von Mitteln im Rahmen der themenspezifischen Präventionsarbeit ausgesetzt.
 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

Mit Beschluss des Kreistages vom 20.10.2014 wurde im Jahr 2014 erstmalig die „Richtlinie

über die Gewährung von Sondermitteln für themenspezifische Präventionsarbeit der professionellen Suchtberatungseinrichtungen“ beschlossen sowie entsprechende Mittel hierfür bereitgestellt.

 

Die Richtlinie sieht vor, dass der Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales grundsätzlich jährlich einen speziellen Bereich bzw. das Thema benennt, das konkret bearbeitet werden soll. Bei Bedarf kann ein Thema auch für mehrere Jahre bestimmt werden.


 

Als Präventionsthema für die Jahre 2014/15 wurde zunächst das Projekt „Medien-abhängigkeit“ ausgewählt, wofür im Haushalt 2014 Mittel in Höhe von 20.000 € und im Haushalt 2015 Mittel über 40.000 € bereitgestellt wurden. In den Sitzungen des Ausschusses für Jugend, Gesundheit und Soziales am 17.09.2015 sowie 31.05.2017 wurde jeweils die Fortsetzung des Projekts „Medienabhängigkeit“ für die Jahre 2016/17 und 2018/19 mit jährlich 40.000 € beschlossen. Das Projekt wurde über die Laufzeit von 6 Jahren mit einer Gesamtsumme von 220.000 € gefördert, wofür bei den Trägern teilweise zusätzliche Personalressourcen bereitgestellt wurden.

 

Das Projekt hat neben dem Bereich Prävention (an Schulen, in Jugendgruppen, Konfirmandengruppen, etc.) einen Schwerpunkt in der Beratung von Betroffenen (Kinder wie Eltern), Angehörigen und Interessierten. Nähere Details zu den Projektaktivitäten und dem Verlauf können den beiliegenden Sachstandsberichten entnommen werden.

 

Die Projekterfahrungen der drei Träger zeigen einen hohen Beratungsbedarf, da das Thema Medienabhängigkeit aufgrund des gestiegenen Medienkonsums ein gesellschaftlich sehr relevantes Thema ist. Aufgrund der angestiegenen Beratungsfälle (insbes. elterlicher Informationsbedarf über Haltungsfragen und Unsicherheiten bezüglich eines „gesunden“ Medienkonsums der Kinder), der aufgebauten Netzwerkstrukturen zu anderen Hilfeanbietern und der erfolgten Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Schulen kommen die drei Träger zu dem Ergebnis, dass die Initialzündung des Projektes wirkt. Besonders die installierten Beratungskonzepte für besorgte Eltern müssen aus deren fachlicher Sicht weiter verfestigt werden. Sie halten daher eine Fortführung des Themas Medienabhängigkeit für dringend erforderlich.

 

Einschätzung:

Erfahrungsgemäß bringt jede Zeit eine besondere Suchtproblematik mit sich. In Zeiten eines rasant gestiegenen Medienkonsums hat sich der angemessene zeitliche und inhaltliche Umgang mit sozialen Foren, Gaming- und anderen Webdiensten im Internet für einen Teil der Nutzenden als problematisch herausgestellt und ist die Grenze zwischen Missbrauch und Abhängigkeit fließend geworden. Die Einschätzung der Träger wird daher fachlich geteilt.

 

Vorschlag:

Um hierauf angemessen reagieren und Hilfeangebote langfristig vorhalten zu können, wird empfohlen, die Förderung zur Verstetigung in eine Dauerfinanzierung zu überführen.

 

Hinsichtlich der Höhe, mit der das Thema Medienabhängigkeit in eine Dauerfinanzierung überführt werden könnte, wird eine Reduzierung von 40.000 € auf 30.000 € jährlich vorgeschlagen. Hierbei wird verwaltungsseitig davon ausgegangen, dass es teilweise zu Überlappungen verschiedener Suchtformen kommt, wodurch Synergien in der Beratungs-praxis entstehen können. Weiterhin soll der Förderbetrag von 30.000 € künftig an die allgemeine Tarifentwicklung gekoppelt werden und der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) hierauf Anwendung finden.

 

Die Verteilung der Mittel über 30.000 € auf die drei Träger soll im gleichen Verhältnis erfolgen (Diakonie und Release e. V. jeweils 46,5%, Caritas 7%) wie im bisherigen Präventionsprojekt. Dies bedeutet für die Träger Release e. V. und Diakonie zunächst ein jährliches Minus von 4.650 € (bisher 18.600 € jährlich, künftig 13.950 €) und für die Caritas einen Rückgang von 700 € (bisher 2.800 €, künftig 2.100 €). Dieses Vorgehen ist mit den 3 Trägern abgestimmt.


 

Die Erfahrung der vergangenen 6 Jahre zeigt, dass die Vorlaufzeit zur Etablierung eines neuen Themas in der Regel sehr lang ist, bevor die Präventions- und Beratungsarbeit erste Wirkungen zeigt. Insofern ist aus Sicht der Verwaltung eine jährliche bzw. zweijährliche Schwerpunktsetzung, wie sie ursprünglich mit dem Beschluss im Jahr 2014 initiiert worden ist, im Suchtbereich wenig praktikabel. Das entsprechende Verfahren sollte daher ausgesetzt werden.
 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlage/n:

Anlagen
- Sachstandsberichte sowie ein Empfehlungsschreiben der Träger Diakonie, Caritas und Release zur Fortsetzung des Projektes „Medienabhängigkeit“
 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Sachstandsberichte und Empfehlungsschreiben der Träger (4035 KB)