Vorlage - 100/2004  

Betreff: Bericht zur Umsetzung der Schulstrukturreform im Landkreis Diepholz
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:Verwaltung
Federführend:FD 40 - Bildung Bearbeiter/-in: Winkler, Bärbel
Beratungsfolge:
Schulausschuss
16.09.2004 
12. Sitzung 2004 (12. Sitzung VII.) Ausschuss für Bildung und Kultur (offen)   

Bekanntlich trat zum Beginn des laufenden Schuljahres 2004/05 eine Schulgesetznovelle in Kraft, die für die Schullandschaft in

Bekanntlich trat zum Beginn des laufenden Schuljahres 2004/05 eine Schulgesetznovelle in Kraft, die für die Schullandschaft in Niedersachsen und somit auch im Landkreis Diepholz eine der einschneidensten Änderungen der Schullandschaft seit Jahrzehnten bedeutet.

 

Um die Schullandschaft im Landkreis Diepholz auf die neue Situation abzustellen, wurde die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes vorgenommen. Diese ist inzwischen festgestellt und liegt der Bezirksregierung zur Genehmigung vor. Sie zeigt die neue Schullandschaft auf, wie sie sich auch bereits seit Beginn des laufenden Schuljahres in der Praxis darstellt. Darüber hinaus hat die Gesetzesnovelle aber auch noch weitere Auswirkungen auf schulische Belange, die nicht im Schulentwicklungsplan detailliert dargestellt sind.

 

Zu den Auswirkungen auf die Schullandschaft im Einzelnen:

 

Folgende neue RS-Zweige sind in Trägerschaft des Landkreises Diepholz eingerichtet:

       die HRS Kirchdorf mit einer Außenstelle in Varrel,

       die HRS Rehden und

       die HRS Schwaförden mit einer Außenstelle in Ehrenburg.

 

HRS Kirchdorf:

 

In der Samtgemeinde Kirchdorf bestand bisher eine Orientierungsstufe in Kirchdorf und eine Hauptschule in Varrel.

 

Die Orientierungsstufe ist nunmehr aufgelöst. Ein Realschulzweig ist eingerichtet und mit der bisherigen Hauptschule Varrel als neue HRS Kirchdorf zusammengefasst. Am Standort der Schule in Kirchdorf werden voraussichtlich die Jahrgänge 5 bis 8 untergebracht. Der bisherige HS-Standort Varrel wird als Außenstelle dieser Schule die Jahrgänge 9 und 10 aufnehmen. Im RS-Zweig sind in diesem Schuljahr die Jahrgänge 5 bis 7 vertreten, der weitere Ausbau erfolgt jahrgangsweise in den kommenden Jahren. Der HS-Zweig ist 1‑zügig, der RS-Zweig 2-zügig.

 

Die räumliche Unterbringung ist z. Zt. noch in den frei gewordenen Räumen der OS ge­währ­leistet. Die Samtgemeinde Kirchdorf plant eine Lösung zur Erweiterung des Raumbestandes der HRS, um dann auch den kompletten RS-Zweig unterbringen zu können. Details sind derzeit noch nicht bekannt.

 

HRS Rehden:

 

In der Samtgemeinde Rehden bestand bisher die Hauptschule Rehden. Diese Schule ist zum Beginn des laufenden Schuljahres um einen RS-Zweig zu einer HRS erweitert worden. Dort sind in diesem Schuljahr die Jahrgänge 5 bis 7 vertreten, der weitere Ausbau erfolgt jahrgangsweise in den kommenden Jahren. Der HS-Zweig und auch der RS-Zweig sind jeweils 1‑zügig, was auch nach der Genehmigung Kapazitätsgrenze ist.

 

Die räumliche Unterbringung ist ge­währ­leistet, weil die Samtgemeinde Rehden rechtzeitig einen ersten Abschnitt eines Erweiterungsbaus fertigstellen konnte. Wie und in welchem Umfange ein zweiter Abschnitt erforderlich wird, bleibt abzuwarten.

 

HRS Schwaförden:

 

In der Samtgemeinde Schwaförden bestand bisher eine Orientierungsstufe in Schwaförden und eine Hauptschule in Ehrenburg.

 

Die Orientierungsstufe ist nunmehr aufgelöst. Ein Realschulzweig ist eingerichtet und mit der bisherigen Hauptschule Ehrenburg als neue HRS Schwaförden zusammengefasst. Am Standort der Schule in Schwaförden werden voraussichtlich die Jahrgänge 5 bis 8 untergebracht. Der bisherige HS-Standort Ehrenburg wird als Außenstelle dieser Schule die Jahrgänge 9 und 10 aufnehmen. Im RS-Zweig sind in diesem Schuljahr die Jahrgänge 5 bis 7 vertreten, der weitere Ausbau erfolgt jahrgangsweise in den kommenden Jahren. Der HS-Zweig ist 1‑zügig, der RS-Zweig 2-zügig.

 

Die räumliche Unterbringung ist z. Zt. noch in den frei gewordenen Räumen der OS ge­währ­leistet. Die Samtgemeinde Schwaförden plant z. Zt. einen Schulerweiterungsbau voraussichtlich am Standort Schwaförden, um dann auch den kompletten RS-Zweig unterbringen zu können.

 

Weiterhin sind zusätzliche gymnasiale Angebote eingerichtet:

       das Gymnasium Twistringen und

       die Außenstelle Bruchhausen-Vilsen des Gymnasiums Sulingen.

 

Gymnasium Twistringen:

 

In Twistringen bestand bisher kein gymnasiales Angebot. Twistringen gehörte zum Einzugsbereich des Gymnasiums Syke. Der zuletzt größte Teil der Twistringer Gymnasiasten besuchte allerdings Schulen in Vechta.

 

Das Gymnnasium Twistringen ist für den Sek. I zum Beginn des jetzigen Schuljahres in Trägerschaft der Stadt Twistringen eingerichtet. Es hat mit dem Jahrgang 5 begonnen, der 3-zügig geführt wird. Der weitere Ausbau bis zum Jahrgang erfolgt jahrgangsweise in den kommenden Jahren.

 

Sobald die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen sind, ist die Gründung einer Stiftung mit möglicher Beteiligung der Stadt Twistringen, des Landkreises Diepholz und des Bistums Osnabrück bzw. deren Schulstiftung vorgesehen, die die Trägerschaft der Schule übernehmen wird. Auch diese Entwicklung ist genehmigt.

 

Das Gymnasium Twistringen entlastet das Gymnasium Syke, verhindert aber insbesondere sicherlich die „Abwanderung“ der Gymnasiasten nach Vechta.

 

Die räumliche Unterbringung ist z. Zt. noch in den frei gewordenen Räumen der OS im Schulzentrum Twistringen ge­währ­leistet. Die Stadt Twistringen plant z. Zt. einen Neubau für das Gymnasium, der zu Beginn des Schuljahres 2006/05 fertiggestellt sein wird.

 

Gymnasiums-Außenstelle Bruchhausen-Vilsen:

 

In Bruchhausen-Vilsen bestand bisher kein gymnasiales Angebot. Bruchhausen-Vilsen gehörte zum Einzugsbereich des Gymnasiums Syke.

 

Das gymnasiale Angebot Bruchhausen-Vilsen ist zum Beginn des jetzigen Schuljahres für den Sek. I als Außenstelle des Gymnasiums Sulingen eingerichtet. Diese Außenstelle entlastet das Gymnasium Syke. Sie hat mit den Jahrgängen 5 bis 7 begonnen, die 3-zügig (5 und 6) bzw. 2-zügig (7) geführt werden. Der weitere Ausbau bis zum Jahrgang 10 erfolgt jahrgangsweise in den kommenden Jahren.

 

Sobald der Sek. I komplett ist, wird die bis dahin gefährte Außenstelle ein selbständiges Gymnasium, dass dann in Trägerschaft der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen übergehen wird. Auch dies ist bereits genehmigt.

 

Die räumliche Unterbringung ist z. Zt. noch in den frei gewordenen Räumen der OS im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen ge­währ­leistet. Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen plant z. Zt. einen Erweiterungsbau für das Schulzentrum, um dann auch den kompletten Sek. I des Gymnasiums unterbringen zu können. Der Erweiterungsbau soll zu Beginn des Schuljahres 2005/06 fertiggestellt sein.

 

Folge der neuen Schulstruktur sind auch zahlreiche Auslagerungen von Klassen, insbesondere der Gymnasien. Diese beschränken sich allerdings auf Auslagerungen am Schulstandort. Sie wurden an folgenden Standorten mit Gymnasien erforderlich:

 

Standort Diepholz:

 

Die Graf-Friedrich-Schule (Gymnasium) und die RS Diepholz haben freigewordenen Räume der bisherigen OS an der Jahnschule belegt. Beide Schulen nutzen im Gebäude der Jahnschule jeweils 8 AUR. Da die Jahnschule sich aber im gleichen Schulzentrum und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden anderen Schulen befindet, ergeben sich durch die Auslagerung keine größeren Probleme.

 

Standort Sulingen:

 

Das Gymnasium und die RS Sulingen haben freigewordene Räume der bisherigen OS an der HS Sulingen belegt. Das Gymnasium nutzt 10 Räume und die RS 3 Räume. Diese Auslagerungen sind auf Grund der Entfernung zwischen den Schulgebäuden nicht ganz problemlos händelbar, bedeuten sie doch für Schüler und Lehrer beim nicht zu vermeidenden Wechsel in das jeweils andere Gebäude einen gewissen Zeitaufwand.

 

Standort Syke:

 

Das Gymnasium hat 8 freigewordene AUR der bisherigen OS Syke der Stadt Syke in der jetzigen RS Syke belegt. Das Schulgebäude befindet sich im gleichen Schulzentrum und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gymnasium Syke, so dass sich dabei keine größeren Probleme ergeben.

 

Darüber hinaus hat das Gymnasium Teile der Oberstufe in das Kreishaus Syke ausgelagert. Dort sind frei gewordene Verwaltungsräume zu 5 Unterrichtsräumen umgebaut worden. Diese Auslagerungen sind auf Grund der Entfernung zwischen Schulgebäude und Kreishaus nicht ganz problemlos händelbar, bedeuten sie doch für Schüler und Lehrer beim nicht zu vermeidenden Wechsel in das jeweils andere Gebäude einen gewissen Zeitaufwand.

 

Die Raumsituation des Gymnasiums ist trotz dieser genutzten Außenstellen weiterhin sehr stark angespannt. Der bestehende Raumbedarf kann immer noch nicht zufriedenstellend abgedeckt werden, es sind dringend weitere Räumlichkeiten erforderlich. Die Verwaltung versucht dazu, in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Syke, eine akzeptable Lösung zu ermöglichen.

 

Für die übrigen Schulen bedeutet die Schulstrukturreform natürlich im Hinblick auf pädagische Umstellungen sicherlich auch so manche Neuorientierung. Räumliche Engpässe gibt es aber für sie grundsätzlich nicht, zumal an jeder HS und RS eine OS angegliedert war, deren Auflösung jetzt Räume freisetzt.

 

Auch auf die Schülerbeförderung hat die Schulstrukturreform erhebliche Auswirkungen. Die neue Schullandschaft bedeutet auch neue Ausrichtungen der Schülerströme. Wenn damit auch nicht unbedingt neue Beförderungslinien erforderlich werden, sind aber doch in den meisten Fällen andere Platzkapazitäten in den Fahrzeugen erforderlich. Die Abstellung auf die neue Situation erfordert von allen Beteiligten ein hohes Maß nicht nur an Neuorientierung und Umorganisation, sondern auch an Nachsicht im Falle in der Anfangsphase auftretender Beförderungsmängel. Dass es in vielen Bereichen Mängel gegeben hat, hat sich zum Beginn des Schuljahres deutlich gezeigt, sie waren aber vor Schulbeginn nicht erkennbar. Alle Beteiligten waren und sind weiterhin bemüht, diese Mängel kurzfristig abzustellen.

 

 

 

 

 

Der Ausschuss für Bildung und Kultur nimmt den Bericht zur Umsetzung der Schulstrukturreform im Landkreis Diepholz zur Kenntni

Der Ausschuss für Bildung und Kultur nimmt den Bericht zur Umsetzung der Schulstrukturreform im Landkreis Diepholz zur Kenntnis.