Vorlage - 8/2009  

Betreff: Umsetzung des ÖPNV-Gutachtens
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:Verwaltung
Federführend:FD 66 - Umwelt und Straße   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt
10.02.2009 
8. Sitzung 2009 (28. Sitzung VII.) Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt (offen)   
Kreisausschuss

Der Umsetzung des ÖPNV-Gutachtens in der von der Verwaltung vorgeschlagenen Form wird zugestimmt

Beschlussvorschlag:

Der Umsetzung des ÖPNV-Gutachtens in der von der Verwaltung vorgeschlagenen Form wird zugestimmt. Die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt, dass sich aus der noch ausstehenden Detailplanung der Verkehrsunternehmen keine finanziellen Mehrbelastungen für den Landkreis ergeben.

 

Das Gutachten zur Optimierung des ÖPNV und der Schülerbeförderung im Landkreis Diepholz wurde nach mehrmaligen Überarbeitungen

Sachverhalt:

Das Gutachten zur Optimierung des ÖPNV und der Schülerbeförderung im Landkreis Diepholz wurde nach mehrmaligen Überarbeitungen zuletzt im August 2008 vom Gutachter vorgelegt.

 

In den darauf folgenden Monaten wurde dieses Ergebnis den Verkehrsunternehmen und den kreisangehörigen Gemeinden zur Stellungnahme übersandt. Darüber hinaus wurden die Gemeinden am 11.11.2008 zu Informationsveranstaltungen eingeladen, in denen der Gutachter die wesentlichen Ergebnisse vorgetragen hat. Im Rahmen dieser Informationsveranstaltungen wurden auch Verständnisfragen geklärt und das weitere Vorgehen, wie z.B. Ortstermin zu einzelnen Haltestellen, abgestimmt.

 

Die Stellungnahmen der beteiligten Stellen lagen weitestgehend Ende des Jahres vor. Anschließend hat der Gutachter alle Stellungnahmen nochmals zusammengefasst und jede einzelne Stellungnahme gutachterlich bewertet. Auf dieser Basis erfolgte am 19.01.2009 eine abschließende Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen. Die kreisangehörigen Gemeinden erhalten dieses Ergebnis mit Detailausführungen zu ihren Stellungnahmen.

 

Wesentliche Ergebnisse des Gutachtens und Veränderungen zum derzeitigen Verkehrsangebot:

1.      Das Gutachten plant unternehmensneutral, als ob die Verkehrsleistungen von nur einem Unternehmen erbracht würden.

2.      Eine Parallelführung von Bahn- und Busverkehren ist unvermeidbar, da  satzungsgemäße Anforderungen an die Schülerbeförderung und wirtschaftliche Überlegungen die Aufrechterhaltung der Busverkehre erfordern.

3.      Die Busverbindungen werden weitestgehend mit dem Schienenverkehr vernetzt, indem die Bahnhöfe als Haltepunkte integriert und die Ankunfts- und Abfahrtzeiten soweit möglich angepasst werden.

4.      Die Bedienungsebene 3 ist nahezu ausschließlich auf den Schülerverkehr ausgerichtet. Die Linienverläufe werden so verändert, dass eine möglichst hohe Anzahl von Individualbeförderungen (Taxen, Kleinbusse) entfallen kann. Bestehende Angebote, die nicht für den Schülerverkehr erforderlich sind und darüber hinaus geringe Fahrgastzahlen aufweisen, werden eingestellt. Dies ist bereits für Wochenendfahrten zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 umgesetzt worden (Drucksache 93/2008), ohne dass es zu nennenswerten Problemen oder Beschwerden gekommen ist.

5.      Das Angebot auf den Bedienungsebenen 1 und 2 orientiert sich am Bedarf. Zum Teil wird das Angebot durch Taktverdichtungen verbessert. Einzelne Verbindungen entfallen, wenn nur eine geringe Fahrgastzahl festgestellt wurde oder eine Parallelbedienung mit zwei Unternehmen erfolgte.
Als Beispiel für eine wesentliche Angebotsverbesserung sei die neue Linie Hoya-Syke-Bremen (Plan-Nr. 101) genannt, die die bisherigen Linien 102 (Wolters), 150 und 153 (VGH) ersetzt, zwischen Bremen und Bruchhausen-Vilsen künftig im Stundentakt verkehrt und in Syke sehr gute Anschlüsse an die Bahn von und nach Bremen aufweist.


Die Vorschläge des Gutachters ermöglichen es, trotz Qualitätsverbesserungen Einsparungen in einer Größenordnung von jährlich rd. 263.700 Nutzwagenkilometern im Vergleich zum IST-Zustand im Basisjahr 2007 zu erreichen.


Die Verkehrsunternehmen sind derzeit mit der Detailplanung, insbesondere der Berechnung der Fahrzeugumläufe, befasst , woraus sich noch kleine Veränderungen der Fahrpläne ergeben können. Sofern hieraus keine unvorhergesehenen technischen Schwierigkeiten oder gar nachteilige finanzielle Auswirkungen entstehen, sollen die neuen Fahrpläne zum Schuljahreswechsel im August 2009 gelten.

 

Es ist im Rahmen dieser Sitzungsvorlage nicht möglich, das gesamte Gutachten einschließlich der Fahrplantabellen, die Stellungnahmen der Gemeinden und der Verkehrsunternehmen sowie die abschließende Bewertung des Gutachters als Anlagen beizufügen. Der Gutachter, Herr Markus Knoblich, Fa. Pöyry Infra GmbH, Hannover, wird das Gutachten dem Ausschuss für Kreisentwicklung am 10.02.2009 vorstellen. Im übrigen ist die Verwaltung gern bereit, den Kreistagsabgeordneten Fragen zu beantworten und Materialien zur Verfügung zu stellen (Ansprechpartner: Bernd Fredrich, Tel. 05441 976-1677, E-Mail bernd.fredrich@diepholz.de).