Vorlage - 19/2009  

Betreff: "Kümmern statt Kummer - Alter hat Zukunft" - Sachstand und Festlegung des weiteren Verfahrens -
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:Verwaltung
Federführend:Stabsstelle Sozialplanung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales
02.04.2009 
9. Sitzung 2009 (25. Sitzung VII.) Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales (offen)   
Anlagen:
DS-19-2009_Anlage1_Ergebnisse Aeltere Alleinstehend  
DS-19-2009_Anlage2_Stand der Auszahlungen  
DS-19-2009_Anlage3_Eckpunkte fuer die Entscheidung  
DS-19-2009_Abschlussbericht-Nachbarschaftshilfe  
DS-19-2009_Abschlussbericht-Senioren-helfen-Senior  
DS-19-2009_Abschlussbericht-AktiWO  
DS-19-2009_Abschlussber-Konfirm.-besuchen-Senioren  

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Beschlussvorschlag:

1.    Der Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales nimmt den derzeitigen Sachstand zur Kenntnis.

2.    Der Beschluss vom 01.10.2008 zur Verwendung der Finanzmittel wird wie folgt geändert:

   Finanzmittel, die für Projekte aus den Ideenwettbewerben nicht benötigt wurden,
   werden weiterhin für die Förderung neuer Ideen eingesetzt.

   Das von der Pflegekonferenz am 25.03.2009 vorgeschlagene Verfahren für die
   weitere Förderung neuer Ideen wird bestätigt.

3.    Das von der Pflegekonferenz in der Sitzung am 25.03.2009 entwickelte Verfahren für die Übertragung guter Ideen in weitere Regionen des Landkreises, insbesondere die Eckpunkte für die Entscheidung durch die Verwaltung, wird beschlossen.

 

Auf die Drucksachen 30/2005, 128/2005, 6/2006, 64/2006, 113/2006, 35/2007, 55/2007 105/2007, 35/2008, 92/2008 wird Bezug genom

Sachverhalt:

 

Auf die Drucksachen 30/2005, 128/2005, 6/2006, 64/2006, 113/2006, 35/2007, 55/2007 105/2007, 35/2008, 92/2008 wird Bezug genommen.

 

 

 

1.    Sachstand

 

Zielgruppe „Ältere Alleinstehende“

 

Die Laufzeit aller 4 Projekte, die aus diesem Ideenwettbewerb umgesetzt wurden, ist abgelaufen. Die Abschlussberichte liegen vor (s. Anlagen).

 

Die Ergebnisse der aus dem ersten Ideenwettbewerb entstandenen Projekte wurden in der Pflegekonferenz am 05.02.2009 in Syke von den Projektträgern vorgestellt.

 

Alle Mitglieder der Pflegekonferenz konnten bewerten, ob die einzelnen Projekte so gut verlaufen sind, dass eine Übertragung auf andere Regionen empfohlen werden kann.

 

Bewertet wurde nach drei Kriterien:

 

  • Zielerreichung
  • Ressourcen (Finanzen, Personal)
  • Nachhaltigkeit

 

Es konnten höchstens 12 Punkte vergeben werden. Sofern ein Projekt weniger als 5 Punkte bekommt, gilt es als nicht geeignet für eine Übertragung.

 

 

Bewertungsergebnis:

 

  • Nachbarschaftshilfe                                         9 Punkte
  • Konfirmanden besuchen Senioren                    8 Punkte
  • Senioren helfen Senioren                                 8 Punkte
  • AktiWO                                                         6 Punkte

 

 

Aufgrund dieses Ergebnisses hat die Pflegekonferenz in der Sitzung am 25.03.2009 den Beschluss gefasst, alle 4 Projekte für eine Übertragung zu empfehlen.

 

Eine zusammenfassende Betrachtung des Ergebnisses dieser 4 Projekte ist als Anlage 1 beigefügt.

 


Sachstand in den weiteren Zielgruppen

 

Zielgruppe „Zu Hause lebende Ältere mit Hilfebedarf“

Die Laufzeit der Projekte, die aus dem Ideenwettbewerb „Zu Hause lebende Ältere mit Hilfebedarf“ entstanden sind, endet am 31.03. bzw. 30.04.2009. Die Abschlussberichte sind in Arbeit. Die Projektträger werden über den Verlauf und die Ergebnisse in der Sitzung der Pflegekonferenz am 03.06.2009 berichten. Anschließend wird die Pflegekonferenz entscheiden, welche dieser Projekte für eine Übertragung in weitere Regionen des Landkreises empfohlen werden können.

 

Betroffen sind die Projekte „Das blaue Telefon“ in Sulingen, Tagesbetreuung Rehden, „Neue Wohnart“ in Diepholz und SeniorA – Hilfsnetzwerk für Senioren in Bruchhausen-Vilsen.

 

Zielgruppe „Zu Hause lebende Pflegebedürftige“

Das Projekt „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, das von der Ergotherapie-Praxis Fischer in Lemförde im Januar 2008 gestartet wurde, ist mit Ablauf des Monats März 2009 im gegenseitigen Einvernehmen vorzeitig beendet worden. Das Team der Ergotherapie-Praxis hat mit den verschiedensten Werbemaßnahmen und Vorträgen, Gesprächen und Kontakten versucht, das Angebot umzusetzen. Bis jetzt hat niemand dieses Angebot in Anspruch genommen. Daher erschien es nicht sinnvoll, weitere Ressourcen in das Projekt zu setzen. Der nicht verwendete Betrag von 5.400 € steht wieder zur Verfügung.

Herr Fischer wird von seinen Erfahrungen und vom Projektverlauf ebenfalls in der Sitzung der Pflegekonferenz am 03.06.2009 berichten.

 

In dem Projekt „WoZu – Wohnen mit Zukunft“ bestehen große Hoffnungen, dass die Gruppe ein von ihnen gewünschtes Grundstück für die Umsetzung ihres Wohnprojektes in Lemförde doch bekommt.

 

Über das Projekt „Qualifizierung und Vermittlung“ konnte ein Kurs für Seniorenbegleiter/innen in Sulingen am 24.03.2009 mit 14 Teilnehmer/innen erfolgreich abgeschlossen werden. Weitere Kurse werden künftig über das Landesprogramm DUO in Kooperation mit den Seniorenservice-büros durchgeführt. Die Mittel, die für dieses Projekte zugesagt waren, wurden bereits entsprechend gekürzt.

 

Über das Projekt „Lebenszeit“ werden derzeit 3 Familien betreut. Darüber hinaus wurde die „Lebenszeit-Zeitung“ entwickelt, die einmal im Quartal erscheinen soll und als Information für ältere Menschen und deren Angehörige dienen soll – insbesondere als Unterstützung von Beratungsgesprächen im Rahmen des Projektes „Lebenszeit“.

 

Zielgruppe „Gerontopsychiatrisch Erkrankte und deren Angehörige“

Die Projekte „Tüdelcafe“ in Sulingen und „Tischlein-deckt-sich“ sind gut angelaufen, befinden sich aber noch in der Aufbauphase.

 

Finanzen (Stand: 01.02.2009)

Vom Kreistag zur Verfügung gestellter Betrag                                     240.000 €

Tatsächlich zur Verfügung gestellt für 14 Projekte:                                           205.600 €

Es werden bisher nicht mehr beansprucht:                                                         37.900 €

 

Abgerufen bisher                                                                                            101.500 €

 

Nähere Einzelheiten ergeben sich aus der beigefügten Übersicht (Anlage 2).


 

2. Einsatz von Finanzmitteln für die Förderung neuer Ideen

 

Auf Vorschlag der Pflegekonferenz hat der Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales am 01.10.2008 beschlossen, Mittel, die für das erstmalige Testen von Ideen nicht benötigt wurden, in erster Priorität für die Übertragung guter Projekte in weitere Regionen zu verwenden. Sollten auch hierfür nicht alle Mittel benötigt werden, kann das Geld für die Umsetzung von Maßnahmen aus dem Senioren- und Pflegebericht verwendet werden.

 

Nach derzeitigem Stand werden aus den Ideenwettbewerben

 

rd. 100.000 € nicht verwendet werden.

Ursache ist, dass

  • außer im ersten Ideenwettbewerb – nicht so viele gute Ideen eingereicht wurden
  • die Projektträger nicht so viel Geld für die Umsetzung ihrer Ideen benötigt haben, wie sie ursprünglich kalkuliert hatten

 

 

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen hat die Pflegekonferenz folgende Gedanken entwickelt:

  • Es sollte möglich sein, auch künftig neue Ideen im Sinne der Zielsetzungen von „Kümmern statt Kummer – Alter hat Zukunft“ umzusetzen und zu testen. Neue Ideen sind wichtig, um sich veränderten Situationen, Bedürfnissen und Entwicklungen anzupassen.

  • Die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden werden beteiligt, da von dort der Wunsch nach einer künftigen stärkeren Einbindung besteht. Auch von den Städten und Gemeinden werden eigene Initiativen zum Thema „Altenhilfe“ entwickelt. Es ist daher sinnvoll und erforderlich, Aktivitäten des Landkreises und der Gemeinden aufeinander abzustimmen.

  • Die von der Pflegekonferenz entwickelten und vereinbarten Ziele für die verschiedenen Personengruppen werden weiter verfolgt, d.h. weiterhin werden nur Ideen gefördert, die wirkungsorientiert angelegt sind.

 

 

Vor diesem Hintergrund wird von der Pflegekonferenz folgendes Verfahren vorgeschlagen:

 

  • Bewerbungen für die bekannten Zielgruppen können jederzeit beim Landkreis eingereicht werden.

 

  • Die Bewerber müssen sich den selben Regeln wie bisherige Bewerber in den Ideenwettbewerben unterwerfen (Wirkungsorientierung, Zielsetzung, Modellcharakter, Kalkulation usw.)

 

  • Die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden werden um Stellungnahme gebeten. Die Bewerbung muss eine positive Stellungnahme der Gemeinde bekommen, um ins weitere Verfahren zu kommen.

 

  • Das Auswahlgremium der Pflegekonferenz entscheidet nach den selben Kriterien wie bisher (Zielerreichung, Übertragbarkeit, Nachhaltigkeit, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Neues Angebot).

 

  • Für das Verfahren werden die Finanzmittel eingesetzt, die aus den ersten Ideenwettbewerben nicht verwendet wurden.

 

  • Das Verfahren wird solange fortgesetzt, wie Finanzmittel vorhanden sind. Danach wird aufgrund der dann vorliegenden Erfahrungen neu entschieden, ob und in welcher Form es eine Fortsetzung geben kann.

 

 


 

3. Verfahren für die Übertragung guter Ideen in weitere Regionen des Landkreises

 

Folgende Gesichtspunkte hat die Mitglieder der Pflegekonferenz bei der Entscheidung zum Verfahrensablauf zugrunde gelegen:

§         Die Übertragung guter Projekte in weitere Regionen sollte ohne zeitliche Begrenzung möglich sein. So können Strukturen wachsen. Niemand ist unter Zeitdruck, sich möglichst schnell entscheiden zu müssen, um noch Fördermittel zu bekommen. Für diese Verfahrensweise eignet sich aufgrund der bisherigen Erfahrungen ein Wettbewerbsverfahren nicht.

§         Da es sich um getestete Projekte handelt, deren Übertragung von der Pflegekonferenz empfohlen wird, kann die Entscheidung, welcher Träger das Projekt wohin überträgt von der Verwaltung nach festgelegten Eckpunkten erfolgen. Auf diese Weise kann sich die Pflegekonferenz künftig weiteren Themen, wie z.B. Altersarmut, Ärzteversorgung o.ä. zuwenden.

 

 

Die Pflegekonferenz schlägt folgendes Verfahren vor:

 

  • Bewerbungen für die Übertragung der von der Pflegekonferenz für eine Übertragung empfohlenen Projekte können jederzeit beim Landkreis eingereicht werden.

 

  • Die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden werden um Stellungnahme gebeten. Die Bewerbung muss eine positive Stellungnahme der Gemeinde bekommen, um ins weitere Verfahren zu kommen.

 

  • Die Entscheidung über die Förderung der Übertragung erfolgt in einem Verwaltungs-verfahren durch den Landkreis. Dabei sind die von der Pflegekonferenz aufgestellten Eckpunkte zu beachten.

 

  • Für das Verfahren werden die Finanzmittel eingesetzt, die der Kreistag 2005 für eine Übertragung vorgesehen hat, also 240.000 € insgesamt für 4 Zielgruppen.

 

  • Das Verfahren wird solange fortgesetzt, wie Finanzmittel vorhanden sind. Danach wird aufgrund der dann vorliegenden Erfahrungen neu entschieden, ob und in welcher Form es eine Fortsetzung geben wird.

 

  • Die Verwaltung informiert die Pflegekonferenz über Entscheidungen zur Übertragung von Projekten.

 

Die von der Pflegekonferenz entwickelten Eckpunkte sind als Anlage 3 beigefügt.

 

Anlage/n:

Anlage/n:

Anlage/n:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 DS-19-2009_Anlage1_Ergebnisse Aeltere Alleinstehend (32 KB)      
Anlage 2 2 DS-19-2009_Anlage2_Stand der Auszahlungen (9 KB)      
Anlage 3 3 DS-19-2009_Anlage3_Eckpunkte fuer die Entscheidung (9 KB)      
Anlage 4 4 DS-19-2009_Abschlussbericht-Nachbarschaftshilfe (2653 KB)      
Anlage 5 5 DS-19-2009_Abschlussbericht-Senioren-helfen-Senior (4385 KB)      
Anlage 6 6 DS-19-2009_Abschlussbericht-AktiWO (3772 KB)      
Anlage 7 7 DS-19-2009_Abschlussber-Konfirm.-besuchen-Senioren (129 KB)