Vorlage - 62/2009  

Betreff: Zusammenfassung von Hauptschulen mit Realschulen - Information -
Status:öffentlichVorlage-Art:Vorlage öffentlich
Unterzeichner/in:Verwaltung
Federführend:FD 40 - Bildung Bearbeiter/-in: Winkler, Bärbel
Beratungsfolge:
Schulausschuss
01.09.2009 
10. Sitzung 2009 (30. Sitzung VII.) Ausschuss für Bildung und Kultur (offen)   

Allgemeines:

Allgemeines:

 

Sowohl das Land Niedersachsen, als auch der Niedersächsische Landkreistag favorisieren unter be­stimm­ten Bedingungen Zusammenfassungen von Hauptschulen mit Realschulen. Sie werden dann als zusammengefasste Haupt- und Realschulen mit einheitlicher Leitung und einem Schulvorstand ge­führt.

 

Diese Kooperationen haben sich bereits bewährt. Sie sind für die Schulträger ein flexibles Handlungs­instrument, um das gegliederte Schulsystem auch bei zurückgehenden Schülerzahlen qualitativ gut an­zubieten. So kann weiterhin ein differenziertes Unterrichtsangebot unterbreitet werden.

 

Gesetzlicher Rahmen:

 

§ 106 Niedersächsisches Schulgesetz regelt im Abs. 5:

“Die Schulträger können
  1. ...
  2. Hauptschulen mit Realschulen
  3. ...
organisatorisch in einer Schule zusammenfassen; die Schule wird dabei organisatorisch und pädagogisch in Schulzweige gegliedert. Die Schulzweige arbeiten organisatorisch und pädagogisch zusammen.”

 

Die Zusammenfassung ist keine organisatorische Maßnahme wie z. B. die Zusammenlegung im Sinne von § 106 Abs. 1 NSchG und insofern nicht an die dort vorgesehenen gesetzlichen Voraussetzungen gebunden. So erfordert eine Zusammenfassung auch keine Bedürfnisprüfung und –feststellung.

 

Allerdings dürfte am Bedürfnis einer Zusammenfassung im Falle aller im Landkreis Diepholz am gleichen Standort noch getrennten HS’n und RS’n kein Zweifel bestehen, Landkreis und Landesschulbehörde sind sich darin einig.

 

Durch die Zusammenfassung entsteht eine neue Schule (HRS). Die bisherigen selbstständigen Schulen werden Schulzweige unter dem gemeinsamen „Dach“ der neuen Schule.

 

Die Zusammenfassung beschließen die zuständigen Gremien des Landkreises, also Ausschuss für Bildung und Kultur, KA und letztlich KT.

 

Bei der Entscheidungsfindung haben Stadt- und Kreiselternräte gem. § 99 Abs. 1 NSchG ein Anhörungsrecht.

 

Die Mitwirkung der betroffenen Schulen ist nicht vorgeschrieben, eine Beteiligung wäre aber sinnvoll. Die Schulleitung müsste sich ein Votum des zuständigen Gremiums (Schulvorstand oder Gesamtkonferenz – muss die Schulleitung regeln) einholen.

 

Auch die Mitwirkung der Landesschulbehörde schon im Rahmen der Entscheidungsfindung ist nicht vorgesehen. Sie ist erst als Genehmigungsbehörde für eine Schulzusammenfassung eingebunden. Ihre Stellungnahme ist aber auch bereits bei der Einscheidungsfindung als Argumentationshilfe sinnvoll und hilfreich.

 

Ziel sollte es sein, mit allen Beteiligten im Konsens eine Zusammenfassung zu vereinbaren.

 

Aktuelles:

 

Im Einzelnen sind kurz- bzw. mittelfristig folgende Schulen betroffen:

·        HS und RS Bassum, da Herr Dehne (HS) am 01.08.2009 ausscheidet

·        HS und RS Diepholz , da Herr Bauermeister (HS) nächstes Jahr ausscheidet

·        HS und RS Sulingen, da Herr Deiß (HS) in 2 Jahren ausscheidet

 

Sofortiger Handlungsbedarf besteht also in Bassum. Hier liegt bereits ein entsprechender Antrag der Stadt Bassum vor.

 

Die Landesschulbehörde hat hierzu im Juni wie folgt Stellung genommen:

 

„Vor dem Hintergrund der zurück gehenden Schülerzahlen im Allgemeinen und dem Wahlverhalten der Erziehungsberechtigten hinsichtlich der für ihre Kinder angewählten  Schulform empfiehlt sich eine Zusammenfassung der beiden Schulen in Bassum.

 

(Der Wunsch beider Kollegien und eines großen Teiles der Elternschaft nach einer gemeinsamen Schule in der Ausprägung in Form einer Kooperativen Gesamtschule hat den Antrag der Stadt Bassum vom 26. Juli 2007 in den Hintergrund treten lassen.)

 

Der Leiter der Hauptschule, Herr Rektor Dehne tritt  zum 1.08.2009 in den Ruhestand.

 

Eine Stellenausschreibung ist in Absprache mit dem Schulträger nicht erfolgt, da der Fortbestand der Hauptschule als selbstständige Schule  nicht gesichert erschien.

 

........

 

Für die Zukunft ist auch nach dem Willen der Landesregierung eine verstärkte Zusammenarbeit der Haupt- und Realschulen erwünscht. Diese erfolgt zurzeit auf der Basis einer Vereinbarung auf der Grundlage des § 25 NSchG (Zusammenarbeit zwischen Schulen sowie Schulen und Jugendhilfe).

 

Die Zusammenarbeit der Hauptschule und der Realschule in Bassum erfolgt zur Zeit insbesondere auf der Ebene der Schulleitungen aufgrund der örtlichen Bedingungen (Unterbringung in einem Schulgebäude) in der notwendigen intensiven Form.

 

Eine Zusammenfassung der Schulen bringt unter anderem folgende Vorteile:

         eine Schulleitung (Schulleiter, Stellvertreter, ggf. zwei Stellvertreter)

         ein Schulvorstand

         ein Schulelternrat

         eine Gesamtkonferenz

         schulzweigübergreifende Fachkonferenzen

         Erleichterung des fachlichen Einsatzes der Lehrkräfte

         gemeinsame pädagogische Orientierung und Ausrichtung der Schulgemeinde

 

Eine Zusammenfassung zum nächstmöglichen Zeitpunkt wird aus schulfachlicher Sicht unterstützt.

 

Für eine Übergangszeit kann eine kommissarische Beauftragung der Leiters der Realschule Bassum erfolgen.“

 

Alle oben angesprochenen Beteiligten sind mittlerweile um Stellungnahme gebeten worden. Näheres dazu kann in der Sitzung mündlich ausgeführt werden.

 

Sobald mir die Stellungnahmen vorliegen und alle Belange abgewogen sind, werde ich die kreispolitische Befassung einleiten.

 

Realistisch ist – auch nach Auffassung der Landesschulbehörde – eine Zusammenfassung der beiden Schulen in Bassum zum 01.02.2010.

 

 

 

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