Abgeschlossenheitsbescheinigung

Allgemeine Informationen

Für die Aufteilung von Gebäuden in Sondereigentum (Wohnungen und sonstiges Teileigentum) kann die Ausstellung einer Abgeschlossenheitsbescheinigung beantragt werden. Diese ist für die Eintragung der Eigentumsanteile in das Grundbuch nach dem Wohnungseigentumsgesetz notwendig.

Es kann grundsätzlich nur eine Abgeschlossenheitsbescheinigung für sämtliche Gebäude auf einem Grundstück erteilt werden. (Ausnahmen: Die Bescheinigung dient zur Schaffung von Dauerwohnrechten/ Dauernutzungsrechten oder es handelt sich um die Änderung bereits erteilter Bescheinigungen.)

Eine Abgeschlossenheitsbescheinigung wird pro Grundstück ausgestellt und muss alle Gebäude auf einem Grundstück erfassen, d. h. alle Häuser, Garagen und abschließbaren baulichen Anlagen.

An wen muss ich mich wenden?

Beantragen kann die Abgeschlossenheitsbescheinigung jeder. Wichtig ist allerdings, dass der Antrag vom Eigentümer unterschrieben sein muss oder eine Vollmacht des Eigentümers beigefügt ist.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Mit dem unterschriebenen Antrag sind die kompletten Bauzeichnungen (Grundrisse aller Geschosse, Schnittzeichnung, Ansichten) entsprechend Baugenehmigung bzw. Bestand vorzulegen.

Die Nutzungseinheiten sind in den Grundrissen durch arabische Ziffern fortlaufend zu nummerieren (jeder Raum muss die Nummer "seines" Eigentumsteiles tragen).

Die Zeichnungen müssen mindestens zweifach eingereicht werden. Im Antrag ist die präzise Grundstücksbezeichnung (Straße, Hausnummer, Gemarkung, Flur, Flurstück, Grundbuch vom ...... Blatt ......) anzugeben.

  • Das Antragsformular
  • Eine Wohn- und Nutzflächenberechnung
  • Einen Auszug aus der Liegenschaftskarte
  • Einen Grundriss jeder vorhandenen Etage von Keller bis Spitzboden
  • Mindestens einen Schnitt des Gebäudes
  • Alle Ansichten des Gebäudes (Sind keine gezeichneten Ansichten vorhanden, können auch Farbfotos vorgelegt werden. Die ganze Gebäudeseite muss zu erkennen sein und es muss Platz für den Stempel der Bauaufsicht vorhanden sein).

Das Antragsformular ist 1-fach, alle übrigen Unterlagen müssen 2-fach eingereicht werden. Hiervon bleibt ein Exemplar bei der Bauaufsicht und wird in der Bauakte abgehängt. Die zweite Ausfertigung wird dem Antragsteller zusammen mit der aufgestellten Abgeschlossenheitsbescheinigung zugesandt. 

  • Auf den Plänen muss der Maßstab, sowie die Angaben zum Grundstück wie Gemarkung, Flur, Flurstück, Straße und Hausnummer stehen.

  • In jedem Raum einer Wohn- bzw. einer Nutzungseinheit muss die Nummer der entsprechenden Einheit stehen.

  • Heizungsräume und Hausanschlussräume sowie der Weg von jeder Einheit zu diesen Räumen muss immer Gemeinschaftseigentum sein.

  • Alle zu demselben Sondereigentum gehörenden Räume sind mit der gleichen Nummer zu versehen. Auch dann, wenn die Räume getrennt voneinander im Gebäude liegen

  • wie z. B. die Wohnung im 2. Obergeschoss und der Abstellraum im Kellergeschoss.

  • Ist ein Spitzboden vorhanden und dieser ist nur aus der Wohnung begehbar, so muss der Spitzboden der Wohnung über die er zu erreichen ist zugeordnet werden, d. h. er muss die gleiche Nummer tragen.

  • Balkone und Dachterrassen, die nur aus der Wohnung zu erreichen sind, müssen als Sondereigentum der Wohnung zugeordnet werden und somit die gleiche Nummer tragen.

Terrassen die auch vom Grundstück aus zu erreichen sind, können nur dann der Wohnung als Sondereigentum zugeordnet werden, wenn sie über eine eindeutige bauliche Abgrenzung verfügen. Ist diese nicht vorhanden, bleibt sie Gemeinschaftseigentum, kann jedoch per Sondernutzungsrecht in der Teilungserklärung der Wohnung zugeordnet werden.

Welche Gebühren fallen an?

Die Gebühren richten sich nach dem Verwaltungsaufwand und der Anzahl zu bildender Eigentumseinheiten. Sie werden nach der Allgemeinen Gebührenordnung erhoben.

Was sollte ich sonst noch wissen?

Wann ist eine Wohn- bzw. Nutzungseinheit abgeschlossen?

Eine Wohnung gilt als abgeschlossen, wenn sie baulich, tatsächlich, räumlich und funktionell vollkommen von fremden Wohnungen und Räumen abgeschlossen ist (z. B. durch Wände und Decken) und einen eigenen abschließbaren Zugang unmittelbar vom Freien, einem Treppenhaus oder einem Vorraum hat. Ist eine Nutzungseinheit nur über eine andere Einheit zu erreichen, so ist diese nicht in sich abgeschlossen. 

Zu abgeschlossenen Wohnungen können zusätzliche Räume außerhalb des Wohnungsabschlusses gehören. Diese müssen im Aufteilungsplan allerdings mit der gleichen Nummer wie die Wohnung bezeichnet sein und ebenfalls verschließbar sein. 

Bei „nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen“, das sind sonstige Räume, die sich im Unterschied zu den Wohnungen aus ihrer Zweckbestimmung ergeben wie z. B. gewerbliche Räume, Praxisräume, Abstellräume, Garagen, etc., gelten diese Erfordernisse sinngemäß.

Wann ist ein Stellplatz abgeschlossen? 

Ein ebenerdiger Stellplatz ist wie auch ein Stellplatz in einem Carport nie abgeschlossen und kann daher nie zum Sondereigentum werden. 

Ein Stellplatz in einer Doppelgarage mit nebeneinander liegenden Stellplätzen ist dann abgeschlossen, wenn zwischen den beiden Stellplätzen eine Wand oder eine eindeutige und dauerhafte Markierung vorhanden ist. 

Ein Stellplatz im Parkhaus bzw. in einer Tiefgarage ist dann abgeschlossen, wenn auf dem Boden eine eindeutige und dauerhafte Markierung vorhanden ist. Dies gilt auch für einen Stellplatz auf der obersten Etage eines Parkhauses (auf dem Dach). 

Ein Stellplatz in einer Einzelgarage ist immer abgeschlossen.

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