Die Hache entwickelt sich weiter zu einem naturnahen Fließgewässer. Im Bereich Lahausen hat kürzlich eine Maßnahme begonnen, mit der dem Gewässer mehr Raum für seine natürliche Entwicklung gegeben wird. Beteiligte Verbände, Behörden und Grundstückseigentümer setzen damit die seit vielen Jahren verfolgte ökologische Aufwertung der Hache fort.
Bereits vor rund 25 Jahren galt die Hache als Vorreiter. Damals erklärten der Hache-Hombach-Verband und der Mittelweserverband in einer gemeinsamen Pressemitteilung, dass „die Hache gewonnen hat“, weil sie das erste wieder ökologisch durchgängige Fließgewässer in Niedersachsen war. Seitdem nutzen die Verbände gemeinsam mit weiteren Partnern, zunehmend auch mit dem NABU, jede Gelegenheit, um dem Gewässer weitere naturnahe Strukturen zurückzugeben.
Anlass für die aktuelle Maßnahme war das langanhaltende Hochwasser im Winter 2023/2024. Dadurch verlagerte sich die Hache im Bereich Lahausen bis an angrenzende Grünlandflächen. Ursache war unter anderem ein bereits 2016 vom NABU Syke eingebauter Strömungslenker, an dessen Wirkung sich das Gewässer bei hohen Wasserständen „erinnerte“.
Statt die Entwicklung mit technischen Sicherungsmaßnahmen zu begrenzen, entschied sich der Hache-Hombach-Verband bewusst für einen naturnahen Ansatz. Die Hache soll sich in einem erweiterten Entwicklungskorridor frei entfalten können. Dafür wurden neue Strömungslenker eingebaut, die die natürliche Dynamik des Gewässers unterstützen.
Nach Angaben von Marc Gohdes, Gewässerkoordinator der Gewässerallianz Hache-Mittelweser, konnte das Projekt nur dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten schnell umgesetzt werden. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Bereitschaft der Anlieger Gerd Brüning und Jörg Meyer, zusätzliche Flächen als Entwicklungskorridor für die Hache bereitzustellen – über die bereits im Rahmen der Flurbereinigung Kirchweyher See vorhandenen Gewässerrandstreifen hinaus.
Auch die Finanzierung der Maßnahme konnte unkompliziert organisiert werden. Der Landkreis Diepholz übernahm die Kosten für den notwendigen Grunderwerb aus dem Kompensationspool. Das Versetzen der Weidezäune auf die neuen Grenzen wurde vom NLWKN aus dem sogenannten Baugeld der Gewässerkoordinatoren der Gewässerallianz Hache-Mittelweser finanziert. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises stellte Mittel aus einer Ersatzgeldleistung für den Bau der Strömungslenker bereit, ergänzt durch weitere Mittel der Gewässerallianz.
Die Bauleitung und planerische Unterstützung übernahm Peter Suhrhoff für den Hache-Hombach-Verband. Der frühere Gewässerbiologe des NLWKN Brake und Experte für ökologische Revitalisierungsmaßnahmen hatte bereits 2016 gemeinsam mit dem NABU Syke den Bau der ersten Strömungslenker begleitet.
Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich deutlich. Während die Hache 2011 noch stark unterhalten und strukturell sehr arm war, weist sie heute deutlich mehr natürliche Strukturen auf. Durch die eigendynamische Verlagerung des Gewässerlaufs entstehen unterschiedliche Strömungs- und Tiefenbereiche, die ideale Lebensbedingungen für typische Arten wie Neunaugen und Forellen schaffen. Darüber hinaus hat die Maßnahme auch positive Effekte für den Wasserhaushalt. Die natürliche Laufverlegung und die kleinräumige Strömungsvielfalt können den schnellen Wasserabfluss reduzieren und dazu beitragen, Wasser länger in der Landschaft zu halten.
Auch die Uferbereiche profitieren von der Entwicklung. In den Gewässerrandstreifen hat sich eine artenreiche Hochstaudenflur etabliert, die zahlreichen Tierarten Lebensraum bietet, darunter auch besonders und streng geschützte Libellenarten wie die Grüne Flussjungfer.
Mit der aktuellen Maßnahme wird die Hache ihrem ursprünglichen, naturnahen Charakter wieder ein Stück nähergebracht.

