Erst in der vergangenen Woche hat sich der Niedersächsische Krankenhausplanungsausschuss für die Zulassung einer vorrangigen baufachlichen Prüfung für eine Zentralklinik im Landkreis Diepholz ausgesprochen. Die baufachliche Prüfung dient der Feststellung der förderfähigen Kosten und wird vom Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften vorgenommen. Nun nimmt das 187-Millionen-Euro-Projekt weiter an Fahrt auf. So konnten die Ausarbeitungen zur Medizinstrategie und das Konzept für die Betriebsorganisation bereits abgeschlossen werden.
„Von Anfang an stand fest, dass die Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds nicht für alle beantragten Projekte ausreichen werden. Wir befinden uns inmitten eines Wettrennens um die Fördergelder. Jede gemeisterte Hürde sichert unserem Landkreis langfristig eine zukunftsfähige, bedarfsgerechte und vor allem qualitativ hochwertige medizinische Versorgung. Es liegt zwar immer noch ein weiter, steiniger Weg vor uns. Die vorrangige baufachliche Prüfung ebnet uns diesen jedoch schon sehr“, ist sich Landrat Cord Bockhop sicher. „Auf dieser Basis wird letztendlich entschieden, in welcher Höhe eine Investitionsförderung des Landes bereitgestellt werden kann.“
Im Juni hat der Kreistag mit großer Mehrheit für ein Grundstück im Norden des Ortsteils Borwede in der Stadt Twistringen als Standort für das Zentralklinikum gestimmt; an zweiter Stelle steht ein Grundstück im Twistringer Ortsteil Mörsen. Eine Planungsgesellschaft wurde mit der Verfahrensbetreuung für das Bauleitplanverfahren und die Änderung des Flächennutzungsplans für den neuen Zentralklinik-Standort beauftragt. Die gutachterlichen Untersuchungen zu Geruchsimmissionen und Bioaerosolen, Schall sowie Artenschutz sollen bereits Ende Oktober vorliegen. Beide Grundstücke für den zukünftigen Zentralklinikstandort in Twistringen-Borwede und auch in Twistringen-Mörsen sind bereits notariell gesichert. Die Ausarbeitungen zur Medizinstrategie und des Konzepts für die Betriebsorganisation sind ebenfalls abgeschlossen. 344 Betten soll die Zentralklinik im Landkreis Diepholz zukünftig umfassen.
„Um mit den Planungen weiter effizient und zügig voranschreiten zu können, ist es von großer Bedeutung, dass mögliche K.o.-Kriterien frühzeitig ausgeschlossen werden“, erklärt Landrat Cord Bockhop. „Die jüngste Beurteilung zeigt, dass sich der beherzte Weg nach vorne auszahlt.“
Einen Ausblick auf die nahe Zukunft gibt Uwe Lorenz, Geschäftsführer der Klinikverbund Landkreis Diepholz gGmbH: „In der nächsten Planungsphase nimmt die Zentralklinik deutlich Gestalt an. Es stehen die Vergabe der Planungsleistungen und ein Architektenwettbewerb an. Darüber hinaus wollen wir ein Energie- und Wärmekonzept für ein „grünes Krankenhaus“ erstellen, was die Zentralklinik auch hinsichtlich ökologischer und ökonomischer Faktoren zu einem echten Leuchtturmprojekt machen würde. Ein konkretes Raum- und Funktionsprogramm soll bereits bis zum Jahresende entwickelt werden. Die Planungen gehen in riesigen Schritten voran.“





