Mit dem neuen Gemeinschaftsprojekt „MoPf – Entwicklung und Erprobung innovativer Moorpflegetechniken“ setzen der Landkreis Diepholz und die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) einen wichtigen Impuls für den Klima- und Naturschutz in der Region. Ziel ist die Entwicklung technischer Lösungen für die Pflege wiedervernässter Moorflächen, die für den Klimaschutz und die Biodiversität eine zentrale Rolle spielen.
Gefördert wird das Projekt im Rahmen der LEADER-Richtlinie durch das Land Niedersachsen und die Europäische Union. Hintergrund ist die Herausforderung, dass nach der Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moorflächen herkömmliche Maschinen nicht mehr einsetzbar sind – eine ökologische, aber auch technische Lücke, die „MoPf“ nun schließen soll.
Im Zentrum des Projekts steht der Bau eines Demonstrators – ein speziell entwickeltes Trägersystem, mit dem Erkenntnisse zur technischen Pflege wiedervernässter Flächen gesammelt werden. Dabei werden unter anderem moderne Ansätze wie autonomes Fahren, elektrische Antriebstechnologien und bodenschonende Fahrwerke berücksichtigt. Die gewonnenen Daten fließen in die Entwicklung eines zukunftsfähigen Moorpflegesystems ein, das sowohl ökologisch verträglich als auch wirtschaftlich tragfähig sein soll.
„Die Notwendigkeit neuer Lösungen zeigt sich besonders in der Diepholzer Moorniederung“, betont Detlef Tänzer, Fachdienstleiter Kreisentwicklung beim Landkreis Diepholz. „Ohne gezielte Pflegemaßnahmen breiten sich Gehölze wie Birken rasant aus und gefährden die offenen Moorlandschaften, die für Klima- und Artenschutz von hoher Bedeutung sind.“
Bereits laufende Projekte wie Canape oder MOOSland in der Gemeinde Rehden zeigen, wie wiedervernässte Moore als Standort für Paludikulturen – etwa den Anbau von Torfmoosen – genutzt werden können. Damit diese Konzepte jedoch wirtschaftlich tragfähig werden, braucht es geeignete Maschinen für Pflege und Ernte – genau hier setzt „MoPf“ an.
Das Projekt profitiert vom engen Austausch zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben. „MoPf steht exemplarisch für unseren Anspruch, angewandte Forschung in direktem Austausch mit der Praxis zu betreiben“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Christian Lauter von der PHWT. „Das Projekt vereint fundierte Forschung mit praxisnaher Innovationskraft und unterstreicht unseren strategischen Fokus auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und regionale Kooperationen“, ergänzt PHWT-Präsident Prof. Dr. Dennis De.
„Wir geben mit innovativer Technik, praxisnaher Forschung und regionaler Zusammenarbeit Antworten auf zentrale Zukunftsfragen“, so Landrat Volker Meyer. „Der Landkreis Diepholz leistet hier gemeinsam mit der PHWT einen wertvollen Beitrag für Klima-, Natur- und Ressourcenschutz.“





