Am 22. Juni 2020 soll in der Kreistagssitzung die Entscheidung über den zukünftigen Standort für das neue Zentralklinikum getroffen werden. Auf Grundlage der objektiven und neutralen Auswertung durch ein externes Planungsbüro wird ein Grundstück im Norden des Ortsteils Borwede in der Stadt Twistringen favorisiert. Fällt die Wahl tatsächlich auf den Standort Twistringen-Borwede, wird auf dem 11,5 ha große Grundstück der Neubau für eine zentrale Klinik mit 340 somatische Planbetten sowie 30 zusätzlichen Betten für eine Kinderklinik geplant.
„Um im Landkreis Diepholz eine tragfähige Versorgungsstruktur aufbauen zu können, bedarf es sowohl einer inhaltlichen als auch einer baulichen Zusammenführung der einzelnen Klinikleistungsbereiche“, so Landrat Cord Bockhop. „Ziel der Zentralisierung ist die Schaffung eines qualitativ hochwertigen, bedarfsgerechten und zukunftsfähigen medizinischen Angebots, so dass deutliche Vorteile für die Patientenversorgung erreicht werden. Auch unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte setzt dies eine gewisse Standortgröße voraus.“
Mit 340 Planbetten im somatischen Bereich würde sich das Zentralklinikum nach derzeitigem Planungsstand ungefähr mit der Bettenkapazität der drei gegenwärtig vorhandenen Krankenhausstandorte in Bassum, Diepholz und Sulingen decken. Neun Fachabteilungen sollen den Patienten im Zentralklinikum zukünftig zur Verfügung stehen. Laut Förderantrag vom August 2019 sind 135 der Planbetten für die Innere Medizin vorgesehen, 90 für die Chirurgie, 36 für die Neurologie und Schlaganfallversorgung, 23 für die Frauenheilkunde in Verbindung mit der Geburtshilfe, jeweils 20 Planbetten für die Orthopädie und die Urologie, 15 für die Plastische und Hand-Chirurgie und eines für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Darüber hinaus wird angestrebt, eine Kinderklinik zu etablieren, die über zusätzliche 30 Planbetten verfügen soll.
Die psychiatrische und psychosomatische Versorgung im Landkreis Diepholz verbleibt im Zentrum für seelische Gesundheit am Standort Bassum als dezentrale Versorgungseinheit der Zentralklinik. Hierfür werden weitere 130 Krankenhausplanbetten vorgehalten.
Der Klinikverbund arbeitet unter Beteiligung aller Fachabteilungen weiterhin im Detail an der Medizinstrategie. Auch der Kreisausschuss wird sich als Lenkungsgruppe hiermit befassen, so dass die Bettenzahlen in der nächsten Verfahrensstufe weiter konkretisiert bzw. angepasst werden könnten.