Wohnraumversorgungskonzept für den Landkreis Diepholz
Wir werden weniger, wir werden grauer, wir werden bunter: Was bedeuten diese Schlaglichter des demografischen Wandels für die Wohnraumversorgung im Landkreis Diepholz? Dieser Frage geht ein im Dezember 2016 fertiggestelltes landkreisweites Wohnraumversorgungskonzept für die Städte, Samtgemeinden und Gemeinden nach.
Die Alterung der Gesellschaft, der Zunahme an kleinen Haushalten und Haushalten mit niedrigem Einkommen sowie der Integration von Flüchtlingen bedeuten neue Herausforderungen für den Wohnungsmarkt. In naher Zukunft wird dies zu einem höheren Bedarf von kleinen, bezahlbaren und barrierefreien Wohnungen auch im ländlichen Raum führen.
Das Land Niedersachsen hat diese Entwicklung erkannt und fördert sozialen Mietwohnungsbau erstmals auch außerhalb der größeren Städte in ländlichen Gebieten. Die Förderung des Landes ist allerdings an Bedingungen geknüpft: Die Städte, Samtgemeinden und Gemeinden sollen sich Gedanken machen, wie sie ihr jeweiliges Wohnraumangebot an die sich verändernden Bedürfnisse anpassen können und dies im Rahmen eines kommunalen Konzeptes dokumentieren.
Der Landkreis Diepholz hat mit dem nun vorliegenden Wohnraumversorgungskonzept als einer der ersten Landkreise in Niedersachsen eine Planungshilfe für seine Kommunen und Investoren erstellen lassen. Dies erfolgte in enger Abstimmung mit den Städten, Samtgemeinden und Gemeinden. Das Konzept soll nicht nur Hilfestellung bei der Wohnraumbedarfsermittlung einer Kommune leisten. Es ist gleichzeitig auch Voraussetzung für eine Landesförderung des sozialen Mietwohnungsbaus und -umbaus. Ferner trifft das Konzept Aussagen zu der sehr unterschiedlichen Wohnungsmarktstruktur sowie zu Prognosen für den gesamten Landkreis.
Die Analyse des kommunalen Wohnungsmarktes wird eine kontinuierliche Aufgabe bleiben. Die Nachfrage verändert sich ständig, und das Angebot muss jeweils angepasst werden. Der Landkreis beteiligt sich daher aktuell als Projektpartner an einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt mit dem Kurztitel „TempALand“. Das Projekt nimmt die sich verändernden Wohn- und Lebensraumbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in den Fokus. So konnte im Rahmen dieses Projektes das Wohnraumversorgungskonzept mit Bundesmitteln gefördert werden.
